Portugal und die Algarve vor 40 Jahren – Auftakt und Einführung zur Woche der Nelkenrevolution

Ein großes Jubiläum in einer großen Geschichte

 

Portugal hat eine lange und bewegte Geschichte. Aber obwohl das portugiesische Staatswesen einen frühen Ursprung hat und Portugal seit dem 15. und 16. Jahrhundert zu den Weltreichen zählte, konnten die Bürger Portugals das Land erst vor 40 Jahren zu einer Demokratie machen.
„Algarve für Entdecker“ widmet die Woche nach Ostern 2014 dem 25. April des Jahres 1974, dem Tag der „Nelkenrevolution“. Das 40. Jubiläum dieses für Portugal so wichtigen Tages soll für uns Anlass sein, Ihnen Eindrücke aus der Zeit unmittelbar vor, während und nach der Nelkenrevolution zu geben und gedankliche Linien zwischen diesen Tagen im April 1974 und heute zu ziehen.
Die Algarve und die Entwicklung der Algarve in den vergangenen 40 Jahren soll dabei besondere Aufmerksamkeit genießen.

 

„Algarve für Entdecker“ freut sich vorstellen zu dürfen…

 

Es ist uns ein ganz besonderes Vergnügen, Ihnen als Auftakt ein Buch ans Herz zu legen, dass die Autorin zum 25. April geschrieben hat. Wir werden Ihnen „111 Gründe, Portugal zu lieben“ von Annegret Heinold in Auszügen vorstellen und kurz beschreiben.

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: „111 Gründe, Portugal zu lieben“ ist eine wunderbare Lektüre für Menschen, die das viel beschworene „mehr“ über Portugal erfahren möchten, ohne einen klassischen Reiseführer zu lesen. Annegret Heinold gelingt es in diesem Buch, amüsante Blickwinkel auf Leute und Land zu finden, ohne es dabei an der angemessenen Ernsthaftigkeit mangeln zu lassen. Ihre Episoden sind charmant und witzig, interessant und berührend – kurz sehr lesenswert. „111 Gründe, Portugal zu lieben“ ist exzellenter Lesestoff für Reiseplaner und Reisende, unabhängig davon, ob und wie portugalerfahren die Leserin oder der Leser sein mag.

Wir wünschen Ihnen frohe Ostern und viel Vergnügen bei ersten Appetithappen und Eindrücken!

 

Das Buch: 111 Gründe, Portugal zu lieben

 

111_Gruende111 GRÜNDE, PORTUGAL ZU LIEBEN
Eine Liebeserklärung an das schönste Land der Welt

von Annegret Heinold

280 Seiten | Taschenbuch

ISBN 978-3-86265-356-0 | Warengruppe 1-312
Originalausgabe | 9,95 EUR (D)

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2014
www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

 

Ein Auszug

 

KAPITEL 1

Bem-vindo a Portugal –
Willkommen in Portugal

 

1. Grund

 

Weil man in Portugal am gleichen Tag am Strand liegen und Ski fahren kann

Wer es darauf anlegt, kann in Portugal morgens am Strand liegen und nachmittags Ski fahren. Oder umgekehrt.
In Portugal am Strand liegen? Auf jeden Fall, dafür ist Portugal bekannt, besonders die Algarve im Süden. Aber Schnee in Portugal? Und sogar Ski fahren? Das ist schwer vorstellbar und trotzdem wahr. Portugal ist natürlich kein klassisches Wintersportland, aber es gibt in der Serra da Estrela immerhin neun Ski-Pisten. Dort schneit es spätestens ab November und dann bleibt der Schnee bis März liegen, oft sogar bis in den April. Von der Algarve bis in die Serra da Estrela fährt man fünf Stunden mit dem Auto. Und aus Orten wie zum Beispiel Figueira da Foz oder Praia de Mira an der Westküste ist man in zwei Stunden dort. Hier ist es im Winter eiskalt, und der Schnee liegt meterhoch, während es an der Algarve 20 Grad oder mehr sind.
Portugal ist überhaupt ein Land voller Gegensätze. Es liegt am Atlantik und allein das portugiesische Festland hat über 940 Kilometer Küste. Aber es gibt auch eindrucksvolle Gebirge, von denen das höchste auf dem portugiesischen Festland ebenjene Serra da Estrela mit einem Gipfel von 2.000 Metern ist. (Eigentlich sind es nur 1.993 Meter, der Rest wurde mit einem Turm aufgestockt. Aber davon später in Grund Nr. 90 mehr.)
In jahrtausendealten Städten wie Braga, Coimbra und Évora, um nur einige zu nennen, findet man enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und jahrhundertealte Gebäude. Aber jede Stadt hat auch ein modernes Einkaufszentrum, ja, es ist fast ein Wettbewerb, welche Stadt das größte und beste hat. Das Centro Colombo in Lissabon hat die meisten Läden. Das Forum Coimbra in Coimbra einen fantastischen Blick über den Fluss Mondego und die Altstadt mit der Universität. Und der Palácio do Gelo in Viseu hat eine Schlittschuhbahn, eine Gletscher-Bar und große Terrassen mit Panoramablick über die Serra da Estrela.
Es gibt fast verlassene Dörfer, in denen nur noch Alte wohnen, weil die Jungen längst in die Städte oder ins Ausland gezogen sind, da sie dort bessere Job- und Lebensbedingungen finden. Der Gegensatz dazu sind die Großstädte Lissabon und Porto, in denen das Leben rund um die Uhr pulsiert und wo die letzten Spätheimkehrer auf die ersten Marktbesucher treffen.
Im Supermarkt können Einkäufe heutzutage an einer Kasse ohne Verkäufer gescannt werden. Überweisungen und Zahlungen werden am Geldautomaten getätigt. Rechnungen und Lieferscheine werden direkt auf dem Webportal des Finanzamtes ausgestellt. Andererseits verteilen afrikanische Astrologen Werbezettel, auf denen sie nicht nur weiße, sondern auch schwarze Magie anpreisen. Alte Frauen kurieren mit Hilfe von Gebeten und Ritualen Verstauchungen, Sehnenzerrungen und befreien vom bösen Blick. Und der katholische Pfarrer in Vilar de Perdizes, einem kleinen Ort in Nordportugal, organisiert einmal im Jahr einen Markt für Hexerei, Magie und traditionelle Heilkunde.
Wenn ich aus meinem Fenster sehe, blicke ich über die Quinta da Comenda. Das Anwesen in São Pedro do Sul existiert seit rund 900 Jahren. Im 12. Jahrhundert war es im Besitz von Dona Teresa, der Mutter des ersten portugiesischen Königs, Dom Afonso Henriques. Danach war es einige Jahrhunderte im Besitz des Malteserordens. Heute ist es ein Weingut, in dem biologische Weine hergestellt werden, und außerdem ein Agro-Turismo, ein Gästehaus auf dem Land (mehr über diese Gästehäuser in Grund Nr. 13). Die Quinta da Comenda hat viel erlebt, sie ist mit der Zeit gegangen und hat doch ihre Eigenheit bewahrt.
Genau wie Portugal. Ein Land, das eine lange Geschichte hat, in dem Tradition und Moderne nebeneinander existieren und dessen Landschaft so vielfältig ist, dass man am gleichen Tag am Strand liegen und Ski fahren kann.

 

2. Grund

 

Weil die portugiesische Essenszeit heilig ist und der Cafezinho einfach dazugehört

Das ist der Rhythmus des Lebens in Portugal: O Almoço, das Mittagessen, ist von eins bis drei. O Jantar, das Abendessen, von sieben bis neun Uhr. Im Sommer gerne auch mal später. Aber nie früher. Frühstück gibt es auch. Es ist aber nicht so wichtig und besteht bei vielen Portugiesen immer noch aus Espresso und Kuchen, im Stehen am Tresen auf dem Weg zur Arbeit.
Für Menschen aus anderen Ländern ist es schwer zu verstehen, wieso die Restaurants in der Zwischenzeit nichts servieren. Was ist zum Beispiel, wenn ein Tourist Hunger hat? Tja, wem das so geht, der muss sich eben mit Snacks behelfen, die allerdings ganz köstlich sind (mehr dazu in Grund Nr. 71). Wenn der hungrige Tourist in einer größeren Stadt ist, kann er natürlich auch in das nächste Einkaufszentrum gehen und dort etwas essen. In den Fressmeilen der Shoppingcenter sind die Essstände durchgehend geöffnet. Aber natürlich wenig frequentiert. Denn Portugiesen essen zu ihren Essenszeiten, und die nehmen sie ernst. Undenkbar, zu diesen Zeiten jemanden zu besuchen oder auch nur anzurufen.
Deswegen beginnen die Musik- oder Theaterveranstaltungen in Portugal auch erst abends um halb zehn. So hat man Zeit, vor dem abendlichen Ausgang in aller Ruhe zu essen.
Ein Abendessen ist natürlich nicht nur einfach ein Abendessen. Als Erstes gibt es Vorspeisen bestehend aus Brot, Oliven und Käse. Gefolgt von einer Suppe wie Canja (Hühnersuppe), Caldo Verde (Kohlsuppe aus Stangenkohl) oder Gemüsesuppe. Das Hauptgericht ist entweder Fisch oder Fleisch. Nach der Regel: Wenn es mittags Fisch gibt, ist das Abendessen mit Fleisch. Und umgekehrt. Für Vegetarier ist es nach wie vor nicht einfach, in Portugal zu essen. Dann folgt die Nachspeise. Im Restaurant gibt es dafür eine lange Liste plus Eiskarte. Zu Hause beim Essen mit Freunden oder Familie ist es meist Pudding, Kuchen oder auch einfach ein Stück Obst.
Ja, Essen wird in Portugal ernst genommen. Freunde verabreden sich zum Essen im Restaurant, mit viel Diskussionen und unendlichen Handygesprächen. Die Familie trifft sich am Sonntag zum Mittagessen, und von Enkel bis Oma sind alle dabei (siehe auch Grund Nr. 51). Bei der Planung eines gemeinsamen Wochenendes in einem Ferienhaus am Meer oder im Alentejo betrifft 99 Prozent der Planung das Essen. Wer bringt was mit? Wer kauft was ein? Bringt jemand Kaffee mit, oder gehen wir hinterher alle in das Café um die Ecke?
Ein Café, der Espresso, ist der unverzichtbare Abschluss eines guten Essens. Eine Nachspeise kann sein, muss aber nicht. Der Cafezinho muss sein. Nach dem Essen im Restaurant fragt der Kellner nicht, ob jemand Kaffee möchte, sondern wie viele Cafés er bringen soll. Diejenigen, die keinen nehmen, murmeln meist eine Erklärung wie zum Beispiel: Ich kann abends keinen Kaffee mehr vertragen. Und nach einem Abendessen zu Hause geht man oft für den Café noch mal auf die Straße.
So richtig wurde mir dieser Unterschied zwischen Portugal und Deutschland bewusst, als ich eine Rundfahrt durch Mecklenburg-Vorpommern machte. Nach einem langen Tag im Auto wollte ich mich ein bisschen bewegen. Ich ging daher in Goldberg spazieren. Kein Mensch war außer mir unterwegs. Die Straßenlaternen in den Nebenstraßen waren ausgeschaltet. Nur der blaue Schein der Fernseher leuchtete aus den Fenstern. Und das war nicht mitten in der Nacht, sondern um neun Uhr abends. (Allerdings im Februar. Aber trotzdem.)
Drei Tage später stieg ich abends um neun in Grândola aus dem Bus. Grândola im Alentejo ist eine ruhige Kleinstadt, in der nie viel los ist. Doch an diesem Abend wirkte selbst Grândola lebendig, gemessen an Goldberg. Die ganze Stadt war beleuchtet. Menschen liefen durch die Straßen. Und das Café Central war voller Leute,die dort ihren Cafezinho tranken. Manche auch einen Café com cheirinho – einen Espresso mit einem Schuss Bagaço (Schnaps) oder Brandy. Oder einen Café und einen Schnaps.
Ein gutes Essen mit viel Zeit, serviert zur richtigen Zeit, und hinterher als Abschluss einen Cafezinho. Das ist der Rhythmus des portugiesischen Lebens.

 

3. Grund

 

Weil man sich immer und überall mit Küsschen begrüßt

Sonntagnachmittag in der Stadt bei Sonnenschein. Alle sind unterwegs. Familien, Freunde, Paare und Omas mit Enkelkindern. Sie stöbern auf dem Kunsthandwerksmarkt am CCB, dem Centro Cultural de Belém, in Lissabon, flanieren in Coimbra durch die Grünanlagen am Mondego, und laufen über die Strandpromenade in Matosinhos, Porto.
Klar, dass man da Bekannte trifft.
Und jetzt geht es los. Die Begrüßung mit Küsschen.
Küsschen links und rechts.
Danach ein paar Worte. Nichts Weltbewegendes, ein „Hallo, wie gehts“, manchmal noch ein kurzer Info-Austausch, und ein abschließendes „Lass uns telefonieren“.
Küsschen links und rechts.
Und weiter geht’s.
Sollte jemand dabei sein, der die anderen nicht kennt, wird er oder sie vorgestellt.
Vorstellen, Küsschen-Küsschen.
Kurzes Reden.
Verabschieden, Küsschen-Küsschen.
Und weiter geht es über den Markt, durch die Grünanlagen oder über die Strandpromenade.
Stimmt übrigens doch nicht, dass man sich immer und überall mit Küsschen begrüßt. Es gibt Ausnahmen. Besuche bei Arzt, Bank, Steuerberater, Finanzamt und Ähnlichem sind ohne Küsschen. (Es sei denn, der Arzt, Bankbeamte, Steuerberater, Finanzbeamte oder Ähnliches ist ein sehr guter Bekannter.) Also Behörden, Banken und Polizei sind ausgenommen. Läden auch, es sei denn, man kennt die Verkäuferin.
Die Kirche allerdings ist nicht ausgenommen. Zugegeben, ich war nur einmal in der Kirche, aber da war ich schwer beeindruckt. Kein stundenlanges Sitzen, sondern fast so etwas wie gemeinschaftliche Gymnastik. Aufstehen und wieder hinsetzen. Aufstehen und hinknien. Aufstehen und den Banknachbarn küssen. Hinsetzen. Aufstehen und die Leute vor und hinter sich küssen.
Ich komme aus einem Deutschland, in dem man sich noch mit Handschlag begrüßte. Das hat sich mittlerweile geändert. Aber trotzdem sind Besucher aus Deutschland immer noch verunsichert, weil sie die Kussregeln in Portugal nicht kennen. Hier sind sie also:
Es sind zwei Küsse. Nicht nach französischer Sitte drei, sondern nur zwei. Jede Wange ein Kuss.
Erst links, dann rechts, dabei den Kopf kurz vor und zur Seite beugen.
Nicht wirklich Schmatzer aufdrücken, sondern nur flüchtig berühren.
Viele fragen: Wer küsst zuerst? Mann oder Frau? Alt oder Jung? Die Antwort lautet: keine Regel. Es passiert einfach, so wie es bei einem guten Kuss sein muss. Spontan von beiden Partnern.
Und sollte man sich bei so einem sonntäglichen Spaziergang immer wieder treffen, dann reicht die Küsschen-Küsschen-Begrüßung beim ersten Mal. Sonst würde es ja irgendwie albern. Bei mehrmaligem Aufeinandertreffen reicht Grüßen und Hallo.

 

4. Grund

 

Weil die Revolution den Namen einer Blume trägt

Als meine Freundin Elsa aus Lissabon am 24. April sehr spät in der Nacht nach Hause kam und das Radio anstellte, wurden die Verse des Liedes Grândola, Vila Morena vorgelesen. Sie fand das merkwürdig, denn das Lied war verboten. Diese Sendung war übrigens nicht die „historische“ Sendung, die nachts um 20 nach zwölf im Radio Renascença lief, sondern eine Nachrichtensendung morgens um zwei im Radio Clube Português. Elsa ist sich nicht sicher, ob es wirklich der Radio Clube Português war, aber den Tag und die Uhrzeit weiß sie noch ganz genau. Das war schließlich der Tag, der Portugal veränderte.
Meine Freundin Catarina hörte das verbotene Lied Grândola, Vila Morena morgens am 25. April im Radio. Sie war zu diesem Zeitpunkt Lehrerin in einer kleinen Stadt in Nordportugal und mit ihrem ersten Kind schwanger. Auch Catarina weiß noch genau, wann und unter welchen Umständen sie damals das Lied gehört hat.
Und so wird sich wohl jeder Portugiese, der älter als 45 oder 50 ist, an das Ereignis erinnern und kann seine ganz persönliche Geschichte dazu erzählen. Denn der 25. April 1974 war der Tag, der die fast 50-jährige Diktatur in Portugal endlich beendete, der Tag der portugiesischen Nelkenrevolution.
Aber zunächst brach erst mal Chaos aus. Tausende von Lissabonnern versammelten sich in der Stadt, um den Befreiern zuzujubeln. Tausende warteten gespannt darauf, was sich entwickelte. Und irgendwann tauchten rote Nelken auf, die die Soldaten in ihre Gewehrläufe steckten.
Catarinas Mutter, die in einer Pension direkt an dem Platz Largo do Carmo wohnte, dachte, der Krieg wäre ausgebrochen und sie würde ihre Kinder nie wiedersehen.

Elsa tankte ihren Citroën 2CV voll, was eine kluge Entscheidung war, denn kurz darauf gab es kein Benzin mehr. Dann lief sie mit Freunden durch Lissabon, und zum Schluss waren auch Elsa und ihre Freunde am Largo do Carmo, wo sich die Menschen drängten.
Hier hatte sich Marcelo Caetano, der Nachfolger des Diktators Salazar, in der Kaserne der GNR, der Polizei, verschanzt. Vier Demonstranten wurden von der Geheimpolizei erschossen, 45 wurden verletzt. Aber abgesehen davon verlief die Revolution unblutig. Gegen Abend gab Caetano auf, und die Regierung wurde von General Spínola übernommen.
Wieso da plötzlich roten Nelken waren, ist nicht ganz klar. Nach einer verbreiteten Legende steckte eine Blumenverkäuferin auf dem Weg zum Markt den Soldaten rote Nelken in die Gewehrläufe. Laut deutscher Wikipedia tauchte die rote Nelke auf, weil sie ein Symbol der sozialistischen Arbeiterbewegung war. Woher auch immer diese roten Nelken kamen – sie waren da. Und so bekam die Revolution den Namen „Nelkenrevolution“, mit der roten Nelke als Symbol.
Die Revolution, die roten Nelken und das Lied Grândola, Vila Morena des Sängers José Afonso sind untrennbar miteinander verbunden (mehr zu dem Lied in Grund Nr. 91). José Afonso, der schwer krank war, starb am 23. Februar 1987. Zu seiner Beerdigung in Setúbal kamen 30.000 Menschen. Alle hatten rote Nelken dabei. Und da die Blumen an diesem Tag in Setúbal und Lissabon schon bald ausverkauft waren, waren später auch rote Rosen dabei. Der Sarg wurde durch die ganze Stadt getragen, eine Musikgruppe spielte Grândola, Vila Morena und alle sangen mit.
Nie vorher und nie nachher habe ich so viele rote Nelken gesehen wie an diesem Tag. Rote Nelken in den Händen der Trauernden, rote Nelken auf der Straße, rote Nelken auf dem Grab. Die rote Nelke, das Symbol der portugiesischen Nelkenrevolution, als Ehrung für José Afonso, dessen Lied eine so entscheidende Rolle gespielt hat.

 

Alexander Kroll

Alexander Kroll ist Autor und Chefredakteur von "Algarve für Entdecker". Er hat seine Kindheit und Jugend mit seinen Eltern und Geschwistern im Ausland verbracht. und dabei seine Leidenschaften für Reisen und andere Kulturen entwickelt. Nach seinem Jura-Studium hat er für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Lufthansa gearbeitet. Anschließend wechselte er zu Agenturen und ist seit 1998 in Berlin. Seine Leidenschaft für Reisen und andere Kulturen konzentriert er seit 2011 auf Portugal - mit seiner Lebensgefährtin, seinem Rollstuhl und seinem Laptop. Seit 2013 veröffentlicht Kroll das Weblog "Algarve für Entdecker"...

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