Der Zauber Portugals oder ein Abend mit Annegret Heinold

111 Gründe, Portugal zu lieben

 

Portugal ist zweifellos ein sehr faszinierendes Land. Und es sind sicherlich nicht nur die sehr reichhaltige Geschichte und Kultur des Landes und der Menschen, sondern es sind auch die Brüche und Widersprüche, die das Land und seine Menschen so anziehend machen.

„111 Gründe, Portugal zu lieben“ – so hat Annegret Heinold ihr Buch genannt, das im April dieses Jahres – pünktlich zum 40. Jubiläum der Nelkenrevolution – in die Buchläden kam. Das Buch ist nicht nur eine Ode an die lieblichen Seiten des Landes und seiner Bürger, sondern Annegret Heinold beschreibt auch viele der für Leserinnen und Leser in den deutschsprachigen Regionen Zentraleuropas manchmal etwas absonderlich anmutenden Skurrilitäten der westlichsten Kultur Europas. Sehr wissend, gekonnt und immer mit einem Augenzwinkern.

 

Eine Lesereise an der Algarve

 

Der Eingang des ConventoIm Mai und Juni stellte Annegret Heinold ihr Buch nun auch im Rahmen einer Lesereise an der Algarve vor. Diese Lesereise wurde sehr interessant und elegant durch die an der Algarve lebende und arbeitende Catrin George geplant, organisiert und durchgeführt. Die Gäste der in sehr sehenswerten Orten angesetzten Kulturabende waren überwiegend deutsche Residenten Portugals sowie deutschsprachige Besucher der Algarve und einige deutschsprachige Portugiesen.

Der InnnhofDen Abend des 30. Mai hatte Catrin George im kleinen Algarve-Städtchen Lagoa vorbereitet. Der Ort der Lesung: das ehemalige Kloster „Convento de São José“, das aus der Zeit nach 1710 stammt und heute – nach einer sehr bewegten Geschichte – von der Verwaltung der Gemeinde Lagoa auch für Kulturveranstaltungen genutzt wird. Dieser Ort allein ist bereits einen Besuch wert – und er ist ein ganz außergewöhnlicher Rahmen für eine Lesung.

Catrin George und Annegret Heinold hatten in den Wandelgängen des Obergeschosses einen kleinen Empfangsbereich vor dem Veranstaltungsraum aufgebaut und empfingen ihre Gäste mit Getränken und kleinen Snacks. Nach einer angenehm informellen, sehr persönlichen Begrüßung mit Glas in der Hand gingen die Einladenden und ihre rund zwei Dutzend Gäste in den Vortragsraum.

 

Annegret Heinold und Catrin George

 

Annegret Hrinold und Catrin GeorgeDen ersten Teil der Lesung bestritten Catrin George und Annegret Heinold gemeinsam. Catrin George stellte Annegret Heinold zunächst einige Fragen – vor allem zu ihrer Person, zu ihrem Leben und zu ihrem künstlerischen Werk.

Annegret Heinold antwortete bereitwillig, zunächst recht zurückhaltend, und diese Art scheint Ihrem norddeutschen Naturell zu entsprechen. Je länger sie sprach, desto angenehmer schien ihr, die seit mehr als 30 Jahren im Ausland lebt, diese eher ungewohnte Rolle auf einem Podium. Aber zu jeder Zeit an diesem Abend ließ sie den Schalk aufblitzen, der auch aus ihren Büchern immer durchschimmert.

Annegret HeinoldWährend des Hauptteils, der eigentlichen Lesung, saß Annegret Heinold alleine vor Ihrem Publikum. Unterstützt durch eine kleine Zahl einfacher Bilder las sie fünf der 111 Gründe ihres Buches, jeweils eingeleitet durch kurze, sehr amüsante, bildhafte Geschichten.

Mehr?

Ja und nein.
Ja, Annegret Heinold war auch nach der Lesung für ihre Gäste da. Und einige Gäste nahmen diese Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit der Autorin wahr.
Und nein, wir werden Ihnen nicht mehr über das „Erlebnis Lesung“ mit Annegret Heinold erzählen, denn sie wird im Herbst ihre Lesereise weiterführen. Dann in Deutschland – und noch stehen längst nicht alle Termine fest. Aber wir werden Sie selbstverständlich informiert halten.

 

Der HofEin Fazit?

 

Es gab mindestens drei Gründe, diese Lesung zu besuchen:
Annegret Heinold, die „111 Gründe, Portugal zu lieben“ und dem wunderbaren Ort, der durch die exzellente Organisation in ein sehr angenehmes Rampenlicht geschoben wurde.
Danke, Annegret Heinold und Catrin George!

 

Nachtrag:
Wir haben noch eine kleine Zugabe von Annegret Heinold für Sie bekommen – ein kurzes Interview.linie

Interview mit Annegret Heinold, Autorin

 

Heinold und GeorgeAlgarve für Entdecker: Liebe Annegret Heinold, mit dem Buch „111 Gründe, Portugal zu lieben“ ist Ihnen ein Buch gelungen, das in sehr charmanter und augenzwinkernder Weise einen Zugang zu Portugal und den Menschen in Portugal schafft. Dafür herzlichen Dank!

Sie waren gerade einige Tage an der Algarve.
Was waren für Sie die Eindrücke dieser Region, über die Sie anschließend am längsten noch nachgedacht haben?

Annegret Heinold:
Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich die Algarve ist. Die meisten denken zunächst nur an Sonne, Meer und Strand. Aber es gibt ein sehr interessantes Hinterland. Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt ist es ganz ländlich. In der Algarve kann man beides zusammen haben – Strandtrubel und ruhiges Landleben liegen nur wenige Autominuten voneinander entfernt.
Besonders gut hat mir die Altstadt von Silves gefallen mit ihren Gassen, kleinen Läden und Restaurants. Und natürlich Aljezur: kleine weiße Häuser, die Lage auf den Klippen, der Blick auf das Meer, das ist schon sehr schön.
Worüber ich noch am längsten nachgedacht habe?
In Aljezur hat ein Bauer mit einem Muli ein Feld bearbeitet, mit einer Egge aus Holzbalken. Es war mitten in der Stadt, neben dem Parkplatz an der Markthalle. Auf dem Parkplatz standen große Wohnmobile, daneben der geparkte Karren des Mulis. Es war, als ob zwei Jahrhunderte aufeinandertreffen.
AfE: „111 Gründe, Portugal zu lieben“ war nicht Ihr erstes Buch. Denken Sie bereits über Ihr nächstes Buch nach, oder haben Sie es eventuell sogar schon in Vorbereitung?
Was wird das Thema dieses nächsten Buchs sein?

Annegret Heinold:
AlgarveJa, es stimmt, vor den „111 Gründen“ habe ich schon drei Romane und einen Band mit skurrilen Geschichten veröffentlicht. Alle Bücher spielen übrigens in Portugal.
Die Geschichten aus „Träum weiter, Julia“ spielen in einem Gästehaus an der Westküste in Südportugal. „Nachrichten an Paul“ hat Nordportugal als „Location“, Knuddelmuddel spielt in Lissabon. Da konnte ich endlich mal alles einbauen, was mir an Lissabon gefällt!
Im Moment arbeite ich an verschiedenen Projekten, neben Büchern schreibe ich ja auch Artikel und Reportagen mit dem Schwerpunkt Portugal und Kanada.
Ein geplantes Projekt ist ein „Lesebuch Portugal“, ein Buch wie ein Kaleidoskop, das das Leben in Portugal zeigt. In den 111 Gründen habe ich versucht, das Land in vielen kurzen Episoden möglichst umfassend zu portraitieren, bei dem Lesebuch zeige ich einzelne Projekte und Facetten länger.

SigniertischAfE: Frau Heinold, bitte erlauben Sie noch eine Frage in eigener Sache. „Algarve für Entdecker“ ist vor wenigen Tagen ein Jahr alt geworden. Welche Themen würden Sie gerne in „Algarve für Entdecker“ bald behandelt sehen?

Annegret Heinold:
Mmmhh – eigentlich hat die Seite ein vielfältiges Angebot. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte? Vielleicht könnten Sie mehr portugiesische Musik vorstellen. Und damit meine ich nicht Fado und Folklore (obwohl die auch schön sein können), sondern zeitgenössische Musiker wie Julio Pereira, Fausto, Vitorino und so weiter.

AfE: Frau Heinold, ich danke Ihnen herzlich für dieses Gespräch!

Annegret Heinold:
Lieber Herr Kroll, ich danke Ihnen für das Gespräch! Und ich finde es übrigens sehr gut, dass es mit Algarve für Entdecker eine Seite gibt, die die Algarve und damit ja auch Portugal in Deutschland bekannter macht.

 

Alexander Kroll

Alexander Kroll ist Autor und Chefredakteur von "Algarve für Entdecker". Er hat seine Kindheit und Jugend mit seinen Eltern und Geschwistern im Ausland verbracht. und dabei seine Leidenschaften für Reisen und andere Kulturen entwickelt. Nach seinem Jura-Studium hat er für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Lufthansa gearbeitet. Anschließend wechselte er zu Agenturen und ist seit 1998 in Berlin. Seine Leidenschaft für Reisen und andere Kulturen konzentriert er seit 2011 auf Portugal - mit seiner Lebensgefährtin, seinem Rollstuhl und seinem Laptop. Seit 2013 veröffentlicht Kroll das Weblog "Algarve für Entdecker"...

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