Prima Klima – à la California – im südwestlichen Kontinentaleuropa

 

Warum gilt das Klima in der Algarve als eines der besten in ganz Europa?
Ein Blick auf die geografische Lage zeigt: Faro, die Hauptstadt der Algarve liegt ziemlich exakt auf dem 37sten Breitengrad und damit noch etwas südlicher als z.B. Athen (Griechenland) oder Palermo (Sizilien). Allein – die südliche Lage schafft noch nicht ein Reiz-Klima der Superlative. Zwei weitere Faktoren kommen hinzu: Da ist einmal der Einfluss des Atlantischen Ozeans, der extreme Sommerhitze mildert und sogar im Hochwinter die Lufttemperaturen meist auf zweistelligen Plusgraden hält. Zum anderen bilden die beiden, im Hinterland der Algarve in Ost-West Richtung verlaufenden Gebirgszüge, Serra Monchique und Serra Caldeirão, eine natürliche Barriere gegen ungemütliche Wetterfronten aus dem Norden.

Küste

All diese Voraussetzungen führen zu einem für Bewohner und Reisende ganzjährig angenehmen Klima. Natürlich wird es in den Hochsommermonaten auch an der Algarveküste tagsüber richtig heiß, aber im Gegensatz zu vergleichbaren Regionen im Mittelmeerraum, bringen die Nächte, auf Grund des Atlantik-Effekts, wohltuende Abkühlung. Eine sich festsetzende Schwüle mit Windstille über Wochen gibt es nicht. Im Winter wird der mitteleuropäische Reisende sich über das Fehlen von Eis und Schnee freuen. Dabei sollte er / sie beachten, dass – wie in vielen südlichen Ländern üblich – die Beheizung der Häuser meist nicht den im nördlicheren Europa gewohnten Standard entspricht. Auch wenn draußen milde (evtl. feuchte) 15° herrschen, kann sich ein unbeheizter Raum ungemütlich anfühlen. Dies betrifft nicht nur die technischen Heizungsinstallationen, sondern auch die Mentalität der Algarvios. Die Menschen dort sind traditionell weitaus abgehärteter, was die Innenraumtemperaturen angeht, als ein Mitteleuropäer. Deshalb raten wir: Unbedingt warme, gegen Wind schützende Sachen mitnehmen und /oder bei der Buchung der Unterkunft darauf zu achten, ob eine ausreichende Heizung verfügbar ist. In der warmen Jahreszeit ist das natürlich kein Thema, sondern da gilt: sich vor allem wappnen gegen die intensive Sonnenstrahlung, wie es die einheimischen Bewohner vorbildlich praktizieren. Eine warme Strickjacke, für die manchmal recht kühlen Abende, schadet im Sommer ebenfalls nicht.

 

Das Wetter: Viel Sonne und weitaus weniger Regentage als in Mitteleuropa

 

Mit mehr als 3000 Sonnenstunden im Jahr zählt die Algarve zu den abslouten Spitzenreitern in Europa.  Die meisten Niederschläge des Jahres fallen von November bis März. Aber auch in dieser Zeit ist das Wetter sonniger als in unseren Breiten.  Wenig Regentage gibt es von Juni bis September und in den beiden Hochsommermonaten Juli und August, in welchen die absolute Hauptsaison stattfindet, fällt so gut wie gar kein Regen.

Armacao-de-Pera

Für den Erstreisenden ungewohnt, sind die im Sommer plötzlich abschnittsweise, auftretenden Küstennebel. Diese kommen (meist vormittags) aus dem Nichts. Meist löst sich der Nebel aber gegen Mittag auf. An der Westküste und in der gegend um das Cabo kann er jedoch auch mal einen länger hängen bleiben. Auf jeden Fall muss man nicht nervös werden – im Gegensatz zu den Verhältnissen in Nordportugal, wo es dieses Phänomen auch gibt, setzt sich an der Algarve die Sonne letzten Endes immer durch. Am besten macht man dann die Besorgungen bzw. Aktivitäten, zu denen man bei knalliger Sonne keine Lust hat.

Die folgende Tabelle zeigt für Faro die Durchschnittswerte für Temperaturen, Sonnenstunden, Regentage im Verlaufe eines Jahres.

Klimatabelle_Algarve_2

Wer sich für tiefer gehende, detaillierte Statistiken über das Klima der Algarve oder von anderen Regionen Portugals interessiert, dem empfehlen wir einen Link auf die (englischsprachige) Website des Instituto Portugues do Mar e da Atmosfera (IPMA). Die Seite bietet fachlich fundierte Informationen aus erster Hand, und es macht Spass sich durch die vielfältigen Statistiken zu wühlen. Der folgende link zeigt auf eine Grafik, in der die Max-, Min- und Durchschnittstemparaturen von Faro für einen 30-jährigen Zeitraum dargestellt sind. Extremwerte für diese dargestellte Periode gefällig? Es gab schon mal – 1,2° in einem Januar und + 44,3° in einem Juli.

logo_ipma_hphttps://www.ipma.pt/en/oclima/normais.clima/1981-2010/008/

 

Algarve – ein Reiseziel für alle Jahreszeiten

 

Aus unserer Sicht können wir die Algarve (fast) ganzjährig als Reiseziel empfehlen. Abstriche machen sollte man allenfalls in den Wintermonaten Dezember und Januar. In dieser Zeit können schlagen Naturgewalten, in Form von heftigen Atlantikstürmen, vermehrt zu. Im schlimmsten Fall werden Teile der Küste massiv beschädigt und Strände bis hinein in Ortschaften vom Meerwasser überflutet. So geschehen Anfang des Jahres 2014, als ein Sturm, mit Wellen bis neun Meter Höhe, die Küste von ganz Portugal maltraitierte. Aber keine Sorge: Das findet in dieser Intensität (jedenfalls bisher) nicht jedes Jahr statt.

Mandelbaum

Blühender Mandelbaum
Wikipedia cc

Bereits ab Mitte Januar kann man Glück mit einer Hochdruck-Wetterlage haben, die Körper und Seele erwärmt und die einen den mitteleuropäischen Winter vergessen lässt. Dann beginnen die Mandelbäume zu blühen und verwandeln weite Landstriche in eine weiße Pracht.

 Die anderen 10 Monate des Jahres (Februar bis November) sind je nach individuellen Bedürfnissen uneingeschränkt empfehlenswert.  Für Reisende mit Focus auf Strandurlaub bietet sich die Zeit ab Ende Mai bis Ende September an. Da der Atlantik jedoch erst mit einer gewissen Verzögerung auf Badetemperatur kommt, sind Mai und z.T. Juni nur etwas für ausgesprochene Frischwasser-Fans, die Wassertemperaturen von 18-20° lieben. Sogar im Juli, August und September wird der Ozean nie richtig mollig warm. Portugal ist definitiv kein Land am Mittelmeer. Aber 22° Wassertemperatur sind dann an der Südküste der Algarve schon drin. Und wenn die Sonne vom gnadenlos blauen Himmel sticht, werden die meisten froh über eine erfrischende Abkühlung sein.

 

Via-Algarviana

 

Wanderer, Biker und Liebhaber des Hinterlandes sollten sich vor Augen halten, dass bereits 10-15km von der Küste entfernt die Hitze im Hochsommer reichlich heftiger zuschlägt, als in direkter Meeresnähe. Bei fehlender Brise sind 35° und mehr keine Seltenheit. Für diese Menschen bieten sich die Monate Februar bis Mitte Juni und danach wieder Mitte September bis Ende November an. Der Naturliebhaber kommt besonders im Frühling voll auf seine Kosten, wenn alles blüht und grünt.

 

Je nach Gusto: Mehr Frische im Westen, mehr Wärme im Osten – auch im Wasser

 

Der Algarve-Reisende kann bei der Auswahl seines Domizils sich prinzipiell zu Nutze machen, dass die durchschnittlichen Temperaturen innerhalb der Region von West nach Ost ansteigen.  Die Westküste (Costa Vicentina) und die Südküste westlich von Lagos bis zum Cabo São Vicente sind auch im Hochsommer stets vom frischen und abkühlenden Wind geprägt. In der Ostalgarve von Faro bis hin zur zur spanischen Grenze, mit ihren flachen Sandstränden, sind die Luft- und Wassertemperaturen dagegen höher als im Westen.

 

Wann kommen Sie an die Algarve zur Klima-Kur?

 

Blumen

Aus eigener Erfahrung und von vielen persönlichen Äußerungen von Reisenden wissen wir: Das Klima der Algarve ist ein Jungbrunnen für Körper und Seele. Eventuell vorhandene Zipperlein geraten in Vergessenheit. Und wenn man sich vor allem im Hochsommer hinsichtlich der Sonneneinstrahlung vernünftig verhält, den Alkoholkonsum nicht übertreibt, die Freundlichkeit und Gelassenheit der Algarvios genießt , dann sind die Chancen hervorragend, rundum gestärkt und erneuert in nordische Gefilde zurückzukehren.  Worauf also warten?