Algarve-Festival lädt Gehör und Gaumen auf Geschmacks-Reise ein

Als „sehr erfolgreich“ haben die Organisatoren das Eröffnungskonzert zum Klassik-Musikfestival FIMA bezeichnet: Rund 400 Gäste applaudierten im Teatro das Figuras in Faro nach der Aufführung von Beethovens neunter Symphonie durch das Orquestra Classica do Sul (OCS) unter Dirigent Rui Pinheiro kräftig und anhaltend. Am 25. März führen Kammermusiker des OCS im Theater von Silves Werke von Mozart und Schönberg auf. Am darauffolgenden Freitag, 31. März, bietet das Festival ein musikalisches Dinner: Leiter Rui Pinheiro und Osvalde Silva, Meisterkoch im Luxushotel Conrad Algarve (Quinta do Lago), laden zu einem besonderen Geschmackserlebnis für Gehör und Gaumen ein – auf einer imaginären Reise durch Portugal, Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich.

FIMA OCS Eröffnung

Freude über das gelungene Eröffnungskonzert mit Beethovens 9. Symphonie. Foto: FIMA

Beim Eröffnungskonzert in Faro waren auch der Coro Sinfonico Lisboa Cantat und die Solisten Carla Simões, Cátia Moreso, João Cipriano und Nuno Araújo Pereira mit von der Partie gewesen. Auf dem Programm stand nicht nur die „Ode an die Freude“, sondern auch die Welturaufführung das Stück „Eu.Rope“ von Luis Soldado. Dem Komponisten, der dem Tournee-Orchester der Algarve und des Alentejo eng verbunden ist, geht es im dem Stück darum, dass sich Europa mit Blick auf sein kulturelles und geistiges Erbe neu erfinden müsse.

FIMA Faro

Eröffnung des Klassik-Festivals im Stadttheater von Faro mit rotem Teppich. Foto: FIMA

 

„Prächtiges Programm“

 

FIMA Scherenschnitt

Festival-Eröffnung mit Scherenschnitt in Faro: Staatssekretär Miguel Honrado. Foto: FIMA

„Wir haben großartiges Feedback der Öffentlichkeit erhalten“, zeigte sich Carina Santos, die PR-Referentin des internationalen Klassik-Musikfestivals FIMA, nach der Veranstaltung begeistert. Es sei ein „prächtiges Programm, von talentierte Künstlern dargeboten“ gewesen. Als Ehrengäste anwesend waren unter anderem Miguel Honrado, der Kultur-Staatssekretär aus Lissabon, Dália Paulo, Managerin des Kulturprogramms „365 Algarve“, Alexandra Gonçalves, die Kultur-Direktorin der Region, Desidério Silva, Präsident des Algarve-Tourismusverbands und Faros Bürgermeister Rogério Bacalhau.

Mit dem nach langjähriger Pause neu aufgelegten „Festival Internacional de Música do Algarve“ (FIMA) will der Süden Portugals von März bis Mai sein Kulturangebot verstärken (wir berichteten). Veranstalter der zehnwöchigen Konzertreihe, der 32. ihrer Art, ist das OCS. Es treten 30 Orchester, Ensembles und Solisten aus den Ländern Portugal, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Dänemark und Israel auf – als Teil der „365 Algarve“-Aktivitäten. Das vielfältige Programm bietet Orchester-, Kammer- und geistliche Musik. Eintrittskarten sind bereits ab acht Euro zu kaufen – in den Vorverkaufsstellen und online.

 

Brandenburgische Konzerte am 21. April

 

FIMA Programm Hände

Kirche Tavira: Briten bringen Barock zu Gehör. Foto: FIMA

Für den April sind drei Konzerte in Faro (Donnerstag, 6., Freitag, 28., Sonntag, 30.) geplant sowie je eines in Lagos (Samstag, 8.), Tavira (Freitag, 21.) und Loulé (Sonntag, 23.).

Eines der Highlights im April dürfte der Auftritt der „Academy of Ancient Music“ aus Großbritannien unter der Leitung des Violinisten Pavlo Beznosiuk sein.

In der Igreja do Carmo bringt die Academy am 21. April die Brandenburgischen Konzerte 4 und 5 von Johann Sebastian Bach und zwei Werke von Georg Philipp Telemann zu Gehör.

Weitere Festival-Orte neben den bereits erwähnten sind Albufeira, Castro Marim, Lagoa und São Bras de Alportel.

Algarve grüner und blauer: Natur-, Fahrrad- und Boots-Tourismus im Visier

Am letzten Märzwochenende macht die Algarve deutlich, wie sehr sie einerseits auf Umweltschutz, andererseits aber auch auf Radwander-, Natur- und Boots-Tourismus zielt.

Die Bevölkerung der Südküste Portugals ist am 25. und 26. März gebeten, beim Säubern des Ecovia-Wegs zwischen Cabo de São Vicente im Westen und Vila Real de Santo António im Osten mitzuhelfen. Aufgerufen dazu haben vor allem der portugiesische Radfahrer-Verband FPCUB und der Algarve-Städtetag AMAL. Interessierte können sich auf der Website der Organisation anmelden. Die 200 Kilometer lange Strecke ist auch als Küsten-Radfahrweg Eurovelo 1 bekannt.

Radfahren Eurovelo

Aktion für Sauberkeit und Umweltbewusstsein rund ums Radfahren an der Algarve. Veranstalter ist die portugiesische Radfahrer-Vereinigung FPCU

Schon am Donnerstag startet in der Arena von Portimão die dreitägige Ausstellung Mar Algarve 2017. Dort tritt einen Tag später auch Ministerin Ana Paula Vitorino auf, zuständig für maritime und Fischerei-Fragen. Beobachter rechnen damit, dass Vitorino sich mit Umweltschützern konfrontiert sehen wird, die gegen das Projekt von Öl-Erkundungsbohrungen vor der Alentejo-Küste protestieren. Eine Demonstration ist für 11 Uhr angekündigt. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa hatte am vergangenen Wochenende in Faro auf einer Algfuturo-Veranstaltung für eine „wirtschaftliche Exzellenz der Algarve“ sinngemäß geäußert, er glaube, dass es schneller gehen würde, zum Mond zu fliegen, als Öl vor der Alentejo-Küste zu finden.

 

Ministerin bringt zur „Mar Algarve“ Neuigkeiten mit nach Portimão

 

Das für maritime Fragen zuständige Lissaboner Kabinettsmitglied Vitorino hatte bei einer Präsentation in den USA von einem Vorkommen von vermutlich rund 679 Millionen Barrel Öl in der Tiefsee nordwestlich der vom Tourismus und Fischfang lebenden Region Aljezur gesprochen. Es gelte, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass das Projekt sicher sei. Die vier Umweltgruppen MALP, Preservar Aljezur, Stop Petróleo Vila do Bispo und Tavira em Transição kündigten aber bereits kollektive Protestaktionen für den Fall an, dass die Regierung nicht auf „die Stimme des Volkes“ höre und die Bohrungen vor der Alentejo-Küste stoppe.

Bei ihrem Auftritt in Portimão werde Vitorino am Freitag „Neuigkeiten mitbringen“, kündigt ein portugiesisches Medium an. Ein britisches Magazin spekuliert, dass es um „mutige neue Pläne“ gehen werde, die mit einer Ausweitung des portugiesischen Seegebiets um vier Millionen Quadratkilometer zusammenhingen. Der Besuch der Ministerin wird mit einer Präsentation des Stromkonzerns EDP zusammenfallen, bei der es um eine Ausweitung von Offshore-Windparks gehen wird.

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Portimao mit seinen Häfen an der Arade-Mündung ist Schauplatz der Mar Algarve 2017. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Die Veranstaltung Mar Algarve 2017, deren Besuch kostenlos ist, hatte in den beiden Vorjahren jeweils rund 6.000 Besucher angezogen. Diesmal soll die Ausstellungsfläche doppelt so groß werden. Ergänzt wird das normale Programm durch Workshops, Seminare und kulinarische Angebote. Dutzende von maritimen Organisationen und Institutionen sind vertreten, darunter zum Beispiel IPMA, das nationale Institut für Meer und Atmosphäre, sowie Segelvereine der Region, Hafenbehörden und Forschungseinrichtungen. Der Verband Região de Turismo do Algarve (RTA) bietet an einem neun Quadratmeter kleinen Stand Informationen und Werbematerial an.

 

Tourismus setzt verstärkt auf Sportboot- und Radfahrer sowie Wanderer

 

Wassersport-Tourismus sieht der Verband als eine wichtige Möglichkeit an, die Konzentration der Algarve-Besucher auf die Hochsaison zu vermindern und neue Gäste zu gewinnen. „Durch unsere 200 Kilometer lange Küste, das hervorragende Wetter und die gute Hafen-Infrastruktur für Sportboote bieten wir optimale Voraussetzungen für die Entwicklung des nautischen Tourismus“, sagt RTA-Präsident Desiderio Silva.  Die Teilnahme an der Mar Algarve 2017 biete die große Chance, „diese immense Ressource zu stärken und zu verbreitern“.

Die saisonalen Schwankungen in der Region möglichst auszugleichen, hatte auch der Präsident Portugals bei seinem jüngsten Auftritt von Wirtschaftsexperten der Algarve als sinnvoll bezeichnet. Allerdings hätten die meisten Touristen noch immer „nur die Hochsaison im Kopf“. Der Präsident begrüßte Initiativen, den Kultur- und Natur-Tourismus auszubauen.

European Cycling Week Algarve Radweg

Gut ausgebaute Radwege fördern den Aktiv-Tourismus an der Algarve. Foto: European Cycling Challenge

Schon auf der jüngsten Lissaboner Tourismusmesse BTL hatte der Algarve-Tourismusverband angekündigt, in diesem Jahr den Fokus besonders auf Angebote in den Bereichen Fahrrad- und Wander-Tourismus zu legen. Die schöne Natur der Algarve müsse besser vermarktet werden, betonte RTA-Präsident Silva. Dafür würden Pressereisen organisiert und Werbematerialien erstellt.

 

Silva kündigte ein spezielles Programm für dieses Marktsegment an, das auf internationalen Messen beworben werde. Der RTA-Präsident verwies auch auf die sieben Videos des Projekts „Algarve 360º“ hin, mit denen die Schönheiten der Algarve im Netz bewundert werden könnten. Die in den Sprachen Portugiesisch, Spanisch und Englisch verfügbare App „Roteiro Cultural Algarve“ mache es möglich, die Kulturdenkmäler der Region zu erkunden.

 

„Algarve Nature Week“: Vielfalt im Wonnemonat

 

Eine der zentralen Veranstaltungen dieses Jahres zur Förderung des Natur-Tourismus wird die Algarve Nature Week  vom 5. bis 14. Mai sein. Bei der dritten Auflage des Festivals können Besucher an der gesamten Südküste Naturtourismus in vielen Formen erleben. Der Eintritt ist frei.

Algarve Nature Week

Impression von der letztjährigen Veranstaltung. Foto: Algarve Nature Week

 

8.000 Gäste werden erwartet. Diese können unter 150 Veranstaltungen im Freien wählen und vom 5. bis 7. Mai in Quatro Águas in Tavira – unweit des Fähranlegers zu den vorgelagerten Badeinseln – auf 67 lokale Aussteller treffen. Diese bieten dort von 10 bis 19 Uhr (samstags bis 20 Uhr) naturnahe Produkte vom Honig über Korkerzeugnisse bis hin zu aus Naturmaterialien gefertigten, traditionellen Kleidungsstücken der Algarve an. Schulen der Region entsenden über 500 Kinder und Jugendliche als Helfer.

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Eselreiten beim Wandern: Familienspaß an der Algarve. Foto: Pura Communications

Das umfangreiche Angebot der Algarve Nature Week ist auch für Familien attraktiv: Mehrere Wanderungen, einige von Eseln begleitet, führen zu besonders reizvollen Stellen der Küste, des hügeligen Hinterlandes und des Monchique-Gebirges.

 

Von ortskundigen Reiseführern begleitete Radtouren und Ausflüge zu Pferd gehören ebenso zum Programm wie Exkursionen zu den Brutplätzen seltener Vögel. Touren mit dem Kanu ermöglichen es, die Flüsse des Hinterlandes und die Lagunen der Algarve vom Wasser aus zu erforschen. Bootstouren führen zu den schönsten Grotten und Höhlen der Algarveküste – darunter die Höhlen von Benagil, die nur über das Meer erreichbar sind.

Andere Gruppen können Delfine und Wale in deren natürlichen Lebensräumen beobachten. Weitere Programmangebote richten sich an Sporttaucher, Surfer, Bodyboarder und Kitesurfer. Auch an die Freunde des Ballonfahrens, des Fallschirmspringens und Gleitschirmfliegens wurde gedacht.

Eine Reihe von Hotels und kleineren Unterkünften an der Algarve hält für die Besucher der Nature Week spezielle Programme zu attraktiven Preisen und interessante Packages bereit.

 

Radeln im Mai – gut auch für die Algarve-Planer

 

Ebenfalls im Mai, vom 1. bis zum 31., findet an der Algarve wieder die European Cycling Challenge statt. Unterstützt wird der Radsport-Teamwettbewerb vom Algarve-Städtetag AMAL.  Er will die Bewohner dazu bewegen, für den täglichen Weg zur Arbeit das Fahrrad zu nutzen, um die CO2-Emissionen auf den Straßen der Region reduzieren.

European Cycling Week Fahrradmietstation

Fahrrad-Mietstationen an der Algarve sollen Autofahrer zum Umstieg bewegen. Foto: European Cycling Challenge

Während der Veranstaltung im Vorjahr hatten 46.000 Radfahrer aus 52 Städten in 17 europäischen Ländern an der „Challenge“ teilgenommen und in einem Monat rund vier Millionen Kilometer zurückgelegt.  Dabei sorgt ein spielerischer Ansatz dafür, dass die Radfahrten zu einer spannenden, attraktiven Aktivität werden: Die Teilnehmer verfolgen ihre Bike-Trips mit einer kostenlosen Tracking-App fürs Smartphone, welche ihre zurückgelegten Strecken zu der Kilometersumme ihres Teams addiert. Online-Bestenlisten informieren jedes City-Team in Echtzeit über seine jeweilige Position im Wettbewerbsvergleich.

Die von den Radfahrern übermittelten GPS-Daten liefern Stadtplanern wichtige Informationen, quasi im Wege des „crowd sourcing“. Eine spezielle Software erstellt daraus so genannte heat maps, die einen genauen Blick auf das Verhalten und die tatsächlichen Bedürfnisse der Radfahrer ermöglichen. Ausgewertet werden können auf diese Weise Abfahrts- und Ziel-Orte, die durchschnittliche Fahrtdauer, mögliche Engpässe auf den Radwegen usw.

European Cycling Week Heatmap

So sah beim letzten Mal die „heat map“ der European Cycling Challenge an der Algarve aus

Auch zu Ostern: Algarve bei Feriendomizil-Suche hoch im Kurs

Welche Urlaubsregionen interessieren die Nutzer von Internetportalen für Feriendomizile am meisten? Was Portugal anbetrifft, überraschen die auf der Plattform Homeaway ausgewerteten Daten des Jahres 2016 nicht: Unter den fünf am häufigsten ausgewählten Städten sind allein drei Algarve-Küstenorte. Auf der Top 20-Liste haben Algarve-Ziele einen Anteil von 50 Prozent. Das Portal OLX meldet unterdessen für die bevorstehenden Osterfeiertage um 20 Prozent höhere Angebote und Nachfragen nach Feriendomizilen in Portugal. Vor allem Ferienhäuser an der Südküste des Landes lägen im Interesse vorn.

OLX Ferienhausanzeigen Ostern 2017

Algarve vorn – bei Kleinanzeigen, die Feriendomizile auf dem Portal OLX.pt suchen („Procura“) oder anbieten („Ofertas“). Grafik: OLX

Spitzenreiter in der portugiesischen Publikumsgunst ist laut der Datenanalyse des sich selbst als Marktführer bezeichnenden Portals Homeaway die Hauptstadt Lissabon. Das nordportugiesische Porto kam auf Platz 3. Der bekannte Algarve-Badeort Albufeira landete auf dem zweiten, Portimão auf dem vierten und Loulé (unser Beitragsbild zeigt Quinta do Lago) auf dem fünften Platz der Trefferliste bei der Onlinesuche nach privaten Feriendomizilen.

 

Homeaway Screenshot Website

Homepage von Homeaway.pt

Hier der Komplettüberblick über die Platzierung aller Algarve-Orte. Aus der Liste von Homeaway ist leider nicht zu schließen, wie häufig jeweils ein einzelner Ort durch die portugiesischen Nutzer ausgewählt worden ist.

 

 

  • Platz 02: Albufeira
  • Platz 04: Portimão
  • Platz 05: Loulé
  • Platz 09: Tavira
  • Platz 12: Vila Real de Santo António
  • Platz 13: Aljezur
  • Platz 14: Carvoeiro/Lagoa
  • Platz 15: Silves
  • Platz 17: Castro Marim
  • Platz 18: Lagos

 

OLX Screenshot Website

Homepage von OLX.pt

Unterdessen meldet das portugiesische Portal OLX, dass die Zahl von Urlaubsdomizil-Kleinanzeigen vor Ostern um ein Fünftel höher liege als im Vorjahr. Vor allem das Angebot von und die Nachfrage nach Ferienhäusern sei stark angestiegen: Auf OLX gebe es in dieser Kategorie rund 50 Kleinanzeigen pro Tag und insgesamt rund 3.000 Urlaubsmöglichkeiten. Die Algarve stehe bei Angebot und Nachfrage in Portugal an erster Stelle. Das Portal hat nach eigenen Angaben fast 28 Millionen Besucher im Jahr.

 

Bei Auslands-Feriendomizilen bevorzugen Portugiesen Spanien

 

Bei der Suche nach privaten Feriendomizilen im Ausland entschieden sich die meisten Nutzer von Homaway.pt für das Nachbarland Spanien und hier für die Städte Huelva und Pontevedra (Plätze 1 und 2). Brasilien, das mit Rio de Janeiro auf Rang 3 liegt, taucht insgesamt neunmal in der Liste der Top 20-Ferienwohnungsdestinationen auf, Spanien achtmal.

Ohne dass Homaway dazu konkrete Tabellen veröffentlicht, heißt es zur Auswertung der am meisten vom Ausland aus in Portugal gesuchten Standorte für Feriendomizile, auch hier liege Lissabon mit seinem nahen Küstengebiet vorn, gefolgt von der Algarve (Loulé, Lagos, Carvoeiro, Tavira, Vila do Bispo und Olhão), der Silberküste (Costa de Prata) und dem Norden Portugals.

 

Konkurrenten: Homeaway und Airbnb

 

Nach eigenen Angaben vermittelt Homeaway online die Vermietung von mehr als 1,3 Millionen Ferienwohnungen und -häusern jährlich in fast 190 Ländern der Erde. Das Portal gibt es seit neun Jahren. Seinen Sitz hat das Unternehmen in Austin, Texas (USA). Es ist derzeit in 17 Ländern Europas, Südamerikas und in den Vereinigten Staaten mit eigenen Markenauftritten präsent. Zu den größten Mitbewerbern dürfte Airbnb gehören.

Laut Nachrichtenagentur-Berichten aus dem November sollen Airbnb und Homeaway von der spanischen Stadt Barcelona mit Geldstrafen in Höhe von jeweils 600.000 Euro belegt werden, weil die Portale trotz früher schon verhängter Bußgelder weiterhin illegal private Wohnungen vermittelten. Es liege in den entsprechenden Fällen nicht die notwendige Touristenlizenz vor. Seit 2015 stellen die Behörden aber keine dieser Berechtigungen mehr aus. Die Stadtverwaltung will nicht noch mehr Touristen in der Stadt haben. Offenbar ignorieren aber zahlreiche Vermieter die Vorschriften und vermieten weiter ihre Gästezimmer. Bürgermeisterin Ada Colau wird mit der Aussage zitiert, es würden für die Nutzung solcher Domizile überhaupt keine Steuern entrichtet. Airbnb hat den Berichten zufolge angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.

 

Touristenstädte kritisieren Steuerausfall

 

Ähnliche Kritik gibt es zum Beispiel in vielen weiteren Metropolen der Welt, so auch in der deutschen Hauptstadt Berlin, einem der größten deutschen Touristen-Magnete. Dort wird seit dem Frühjahr 2016 die Genehmigung bzw. Ausweisung von Wohnungen zur Nutzung für Ferienzwecke sehr restriktiv gehandhabt. Städte wie New York versuchen gegen den Widerstand der Vermietungsplattformen sogar, bereits das Inserieren von nicht genehmigten Ferienwohnungen zu untersagen.

Ferienwohnung Verbot

Ferienwohnungs-Verbote sind auch ein Thema bei Google News, wie dieser Screenshot zeigt

In mehreren stark besuchten Städten der Welt, darunter zum Beispiel London und Amsterdam, hat Airbnb laut Medienberichten bereits einer Begrenzung der jeweiligen Vermietungszeit auf 90 bzw. 60 Tage im Jahr zugestimmt. Angebote von Vermietern, die ohne Gewerbeanmeldung arbeiten, sollen ausgefiltert werden.

 

Das Geschäft der Internet-Plattformen

 

Plattformen wie Homeaway, Airbnb, Amazon, Ebay, Uber, die App-Stores von Apple und Google sowie andere sind eine Folge der Digitalisierung von Handels- und Dienstleistungsprozessen. Sie haben das Potenzial, bestehende Märkte grundlegend zu verändern. Neue Unternehmen aus fremden Branchen sind in der Lage, etablierte Firmen in deren Markt zu verdrängen, falls diese die Möglichkeiten nicht erkennen, die in der Digitalisierung stecken.

Airbnb Logo

Logo der Plattform Airbnb

Digitale Plattformen bringen die Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen mit möglichen Kunden zusammen. Der Betreiber verlangt von Anbietern, Kunden oder beiden eine Gebühr für jede Transaktion oder ein Entgelt für den Zugang. Er muss Waren oder Dienste nicht selbst herstellen oder anbieten, sondern betreibt lediglich einen digitalen Marktplatz. Wer Waren oder Dienstleistungen anbietet, erhält durch die Plattform Zugang zu vielen Kunden. Diese können an einer Stelle verschiedene Anbieter komfortabel vergleichen und deren Angebote auswählen.

Gleichzeitig gewährt der Betreiber einer Plattform meistens die Sicherheit, dass der Kunde es mit vertrauenswürdigen Verkäufern zu tun hat. Neben Plattformen für Privatkunden gibt es auch zahlreiche, die Geschäftskunden zusammenbringen. Eine Herausforderung für Anbieter, zum Beispiel von Ferienunterkünften, ist die Gestaltung des direkten Kundenkontakts, weil die Plattform dazwischen geschaltet ist.

 

Deutsche sorgen an Algarve für Buchungs-Boom bei billigen Mietwagen

Während eines Algarve-Aufenthalts ein Auto zu mieten und Portugals Südküste im Wagen zu erkunden, wird auch unter Deutschen immer populärer. Wie eine exklusive Auswertung des deutschen Internetportals www.billiger-mietwagen.de für diesen Blog ergab, reisen die Algarve-Kunden zu immer günstigeren Preisen und in immer kleineren Autos. Wir sprachen mit einem Experten über Kosten, Versicherungs-Fallen, Tank-Tricks und Kundenbewertungen.

Die Vermittlungsplattform konnte nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren in Portugal einen sehr starken Buchungszuwachs von 60 Prozent verzeichnen. Für die Algarve betrug die Zunahme sogar 70 Prozent! PR-Manager Frieder Bechtel: „Für dieses Jahr rechnen wir mit einem erneuten Wachstum von rund einem Fünftel für das gesamte Land Portugal und von rund 30 Prozent für die Vermietstation Faro.“

Billiger Mietwagen Website

Website des Kölner Vergleichsportals

Laut der Analyse des Portals, dessen Team in Köln residiert, lässt sich auch in den gebuchten Fahrzeugklassen eine interessante Entwicklung des portugiesischen Marktes erkennen. „Im ganzen Land ist der Anteil der Buchungen von Autos der Economy-Klasse, darunter fallen Fahrzeuge wie der Opel Corsa oder ähnliche, in den beiden vergangenen Jahren um 17 Prozent gesunken“, berichtet Bechtel. Gleichzeitig sei der Anteil der Mini-Klasse (zum Beispiel Fiat 500) um 11 Prozent gestiegen. Buchungen für die Kompakt-Klasse (etwa Ford Focus) blieben stabil und hielten ihren Anteil von 21 Prozent.

 

Faro: 18 Prozent mehr Buchungen in der Mini-Klasse

 

Für Faro und damit für die Algarve ergibt sich bei den gebuchten Fahrzeugklassen ein ähnliches Bild: „Buchungen für die Economy-Klasse nahmen um 14 Prozent ab, während die für die Mini-Klasse um 18 Prozent stiegen“, so Bechtel. In der Kompakt-Klasse nahm der Buchungsanteil um sieben Prozent zu.

Das Mietwagen-Portal gibt für das Land Portugal den durchschnittlichen Preis pro Tag mit 24,24 Euro im Jahr 2016 an. Im Vergleich zu 2014 sank dieser Wert um 5,56 Euro. Stärker abgenommen hat der Durchschnitts-Mietpreis an der Algarve: In Faro lag er 2016 bei 24,46 Euro pro Tag und damit um 7,68 Euro niedriger als noch zwei Jahre zuvor.

 

Tipps für Fahrten durch Portugal und die Algarve

 

Billiger Mietwagen Algarvekarte

Diese Algarve-Orte sind in den Tour-Empfehlungen des Vergleichsportals erwähnt. Karte: Google Maps

Auf seiner Website „Reisewelt“ gibt der Autovermittler zahlreiche Tipps, die Fahrten durch Portugal erleichtern. So wird ein Roadtrip von der Algarve nach Lissabon beschrieben, es gibt Hinweise zum richtigen Umgang mit dem Mautsystem auf portugiesischen Autobahnen und Nutzer bekommen hilfreiche Ratschläge für die Mietwagen-Übernahme und -Rückgabe in Faro. Auch eine Empfehlung für Trips zu fünf Sehenswürdigkeiten in der Flughafenstadt der Algarve und ihrer Umgebung sind im Angebot.

Im Januar hatte www.billiger-mietwagen.de darüber informiert, dass die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM ein Bußgeld in Höhe von insgesamt rund zwei Millionen Euro gegen den spanischen Autovermieter Goldcar verhängt hat. Er ist u.a. auch an der Algarve tätig und über ihn hatten wir bereits im Herbst 2015 berichtet.

 

Spanischer Autovermieter Goldcar in Italien mit Millionen-Bußgeld belegt

 

Die italienische Behörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato ahndete mit den verhängten Geldstrafen ihrer Ansicht nach unlautere Geschäftspraktiken gegenüber Mietwagenkunden. Laut dem Vermittlungsportal, das sich auf AGCM-Aussagen stützt, soll das Bußgeld gegen Goldcar definitiv sein. Das Unternehmen könne aber vor Gericht dagegen vorgehen. Auch Firefly, die Billigmarke des Anbieters Hertz, wurde von der AGCM mit Geldbußen belegt, weil die Information der Verbraucher über die Kautionsregelung (Security Deposit) beanstandenswert war.

Bei Goldcar bestrafte die italienische Wettbewerbsbehörde „aggressives Verhalten“, mit dem Kunden am Mietwagenschalter Versicherungsleistungen verkauft würden, welche die Kaution und die Haftung für eventuelle Schäden am Wagen reduzieren. Dies geschehe, obwohl zahlreiche Kunden über einen Vermittler bereits einen Erstattungsschutz für die Selbstbeteiligung gebucht haben.

Nach AGCM-Aussage beruft sich Goldcar ferner bei der Kosten-Bemessung für Schäden am Mietwagen auf eine eigene Tabelle, der allerdings kein präzises System zur Bemessung der Reparaturkosten nach objektiven Kriterien zugrunde liege. Moniert wurde auch mangelnde Transparenz bei den Bearbeitungsgebühren im Zusammenhang mit der angebotenen „Flex Fuel“-Kraftstoffrate. Laut AGCM wurden die Kunden über hohe Service-Gebühren für die Betankung des Autos durch den Vermieter vorab nicht präzise genug informiert.

PR-Manager Bechtel: „Im Gegensatz zu anderen großen deutschen Vergleichsportalen unterhält billiger-mietwagen.de keine direkte Partnerschaft mit Goldcar“. Allerdings könnten auf dem Portal dennoch Buchungen beim Vermieter Goldcar zustande kommen, wenn Mietwagen-Broker wie AutoEurope oder CarDelMar dazwischengeschaltet seien, die ihrerseits direkt mit Goldcar zusammenarbeiten.

 

Aufpassen bei Zusatzversicherungen und Tankregelung

 

Aus Kunden-Reklamationen wisse das Vermittlungsportal „von solch unschönen Praktiken bestimmter Vermieter“, so Bechtel. Deshalb statte man jeden Reisenden vor der Anmietung mit einem Handzettel aus, der dem Vermieter auf Deutsch und in der jeweiligen Landessprache erkläre, dass der Kunde keine zusätzliche Versicherung abschließen möchte. Mit diesem Dokument könnten Kunden den Verkauf unnötiger Zusatzversicherungen durch den Vermieter erfahrungsgemäß meistens abwehren.

Zudem weist das Mietwagen-Vergleichsportal Kunden auf seiner Webseite darauf hin, wenn die Tankregelung eines Angebots mit Zusatzkosten am Mietwagenschalter wie Servicegebühren für Betankung verbunden ist. Nutzer der Seite können solche Angebote mit einem „Tank: voll/voll“-Filter von vornherein ausschließen. So erhalten sie nur Treffer, bei denen ausschließlich der tatsächlich verfahrene Kraftstoff bezahlt werden muss.

 

Goldcar schneidet bei jüngster Kundenbewertungs-Analyse am schlechtesten ab

 

Billiger Mietwagen Ranking

Quelle: billiger-mietwagen.de

In einer Auswertung des Vergleichsportals von rund 45.000 Kundenbewertungen der internationalen Autovermieter kam Goldcar mit 3,22 von 5 Sternen auf den letzten Platz. Bereits zum zweiten Mal belegte der US-Anbieter Enterprise den ersten Platz für das Jahr 2016. Er tritt auch unter den Marken Alamo und National auf und erhielt 4,44 Sterne. Die Kunden bewerteten nach Wagenrückgabe den Zustand des Fahrzeugs sowie Service und Wartezeit an der Mietstation. Die nachfolgenden Plätze belegten Hertz (4,37 Sterne), Avis und Budget sowie Europcar und Dollar/Thrifty.

„Die Gründe für schlechte Bewertungen sind je nach Reiseland unterschiedlich“, so PR-Manager Bechtel. So bemängelten Kunden besonders bei den südeuropäischen Discount-Marken Interrent, Firefly und Goldcar den unnötigen Verkauf von Zusatzversicherungen, lange Wartezeiten und überteuerte Kosten für die Tankfüllung an der Station. Kunden, die über das Portal einen Mietwagen für Portugal gebucht hatten, gaben mit 4,12 von 5 Sternen die dritthöchste Zufriedenheit zu Protokoll (siehe Beitragsbild).

Für Mietwagen-Reisen in Deutschland musste sich bei der Auswertung der Kundenbewertungen Enterprise dem Konkurrenten Europcar geschlagen geben – wenn auch nur minimal: Europcar erreicht im Deutschlandvergleich 4,61 von 5 Sternen, Enterprise liegt mit 4,56 Sternen knapp dahinter. Generell erreichten alle verglichenen Mietwagen-Anbieter in Deutschland sehr gute Bewertungen.

 

Billiger-Mietwagen.de 2016 Sieger bei Stiftung Warentest

 

http://www.billiger-mietwagen.de ist nach eigenen Angaben „Deutschlands größter Produkt- und Preisvergleich für Mietwagen weltweit“. Das Unternehmen weist inzwischen 13 Jahre Branchenerfahrung auf und beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter an den Standorten Köln, Freiburg und Leipzig. Ziel sind eine transparente und kundenfreundliche Darstellung der Angebote und kostenloser Kundenservice per Telefon. Das Internetportal wurde im vergangenen Jahr Testsieger bei der Stiftung Warentest (Heft 5/2016) mit der Gesamtnote „sehr gut“. Bereits in den vergangenen Jahren erhielt das Vergleichsportal mehrere Auszeichnungen, unter anderem von FOCUS-MONEY mit fünf aufeinanderfolgenden Testsiegen (2010 – 2014) als „bester Mietwagenvermittler“.

 

ITB: Algarve profitiert auch 2017 von Boom deutscher Urlauber

Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin hat sich Portugal selbstbewusst als eines der großen Gewinnerländer des Reisejahres 2016 präsentiert. Mit 109.000 Fachbesuchern besuchten weniger Menschen die ITB als in den Vorjahren. Wie Portugals Tourismus-Staatssekretärin Ana Mendes Godinho in Berlin berichtete, reisten allein 1,2 Millionen Besucher aus Deutschland in das sonnenverwöhnte Land an der Südwestspitze Kontinentaleuropas. Das entspricht einem Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Übernachtungen nahmen um knapp zehn Prozent zu.

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Antonio Teixeira (l.) von Turismo de Portugal mit Algarve-Entdecker-Gründer Alex Kroll. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Besonders das Interesse an der Algarve, dem Alentejo sowie den Inseln Azoren und Madeira stieg an. Immer mehr besucht würden auch Nord- und Zentralportugal, so Godinho. Wie sie am Stand von Turismo de Portugal in Halle 1 mitteilte, registrierte Portugal insgesamt 19 Millionen Touristen aus dem In- und Ausland.

Alle sieben Regionen des Landes hätten zweistellig zugelegt. Das sei unter anderem auch eine Folge der schwierigen Lage im Tourismusland Türkei und in den nordafrikanischen Staaten, räumte die Staatssekretärin ein.

 

Portugal verstärkt Werbung um deutsche Touristen

 

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Das Herz von immer mehr Deutschen schlägt für die sonnige Algarve. Ein neuer Boom-Sommer wirft in Faro seine Schatten voraus. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Wohl „richtig voll“ werde es in diesem Jahr an der Algarve werden, so Godinho. Nach ihren Angaben werden 2017 voraussichtlich erneut rund 40 neue Hotels in Portugal eröffnen – genauso viele wie 2016 – und die Kapazität von derzeit 300 Direktflügen aus Deutschland heraus werde erneut ausgebaut. Laut Godinho will Portugal kräftig in Deutschland als Quellen-Markt für Reisen investieren; das Budget für Marketing und Werbung werde um 23 Prozent erhöht.

Auf der ITB bestätigten große deutsche Reiseveranstalter, dass es für den Sommer noch mehr Buchungen von Portugal-Urlauben als im Boom-Jahr 2016 gebe. Laut dem größten deutschen Anbieter TUI liegen die Zahlen über den „hervorragenden“ des Vorjahrs. Ähnlich wie bei den Wettbewerbern Thomas Cook und Neckermann wird eine besonders starke Zunahme an Gästen für die Algarve und Madeira erwartet. FTI berichtet bereits von einem hohen zweistelligen prozentualen Buchungsplus für Portugal-Reisen.

 

Die Algarve mit ihrer Vielfältigkeit präsentieren und profilieren

 

v.l.n.r.: Dora Coelho, Carlos Luis, Martina Kerk, Hajo Allgaier

Dora Coelho, Martina Kerk und Carlos Luis vom Tourismusverband der Algarve unterstrichen in einem Exklusivgespräch mit Algarve-Entdecker die Herausforderung, die Vielfältigkeiten der Algarve so zu kommunizieren, dass sie besonders außerhalb der Spitzenmonate wahrgenommen werden.

 
Dazu ist das Programm „365 Algarve“ ein wichtiger Schritt, der ausgebaut und ergänzt werden muss.

 

Mehr Kultur, barrierefreies Reisen, bessere Internet-Anbindung

 

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ITB-Schwerpunkte: 365 Algarve und Turismo 4.0. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Mit einem ausgeweiteten Kulturprogramm, das auf der ITB angekündigt wurde, wollen die Algarve und der Alentejo vor allem in der Zeit von Oktober bis Mai noch attraktiver für Urlauber und ausländische Residenten werden. Das ausgeweitete Angebot wird erneut den Titel „365 Algarve“ tragen, wie Carlos Luis, Präsident von  Associação Turismo do Algarve (ATA) bestätigte. ATA-Managerin Martina Kerk wies darauf hin, dass dadurch versucht werde, in den der Hauptsaison vor- und nachgelagerten Monaten durch besondere kulturelle Angebote mehr Besucher anzuziehen. Das Programm „365 Algarve“ bildete einen der optischen Schwerpunkte am Portugalstand auf der ITB, ebenso wie die Start-ups von „Turismo 4.0“.

Ein weiteres Programm „All for All“ soll nach Angaben des portugiesischen Fremdenverkehrsamtes barrierefreies Reisen in Portugal verbessern. Zudem fördert die Regierung des Ausbau von drahtlosem Internetzugang in Innenstädten und touristischen Zentren.

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Probeliegen im neuen Business Class-Sitz des TAP-Airbus A330neo. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Übereinstimmend registrieren die auf der ITB befragten Veranstalter von Portugal-Reisen mehr Nachfrage nach Städte-Trips. Hier stehen die Hauptstadt Lissabon und die nordportugiesische Wirtschaftsmetropole Porto im Zentrum des Interesses. Die Fluggesellschaft TAP Portugal stellte auf der ITB die neue Business Class in ihrem Airbus A330neo vor, für den sie „launching customer“ ist.

Ebenso wurde das neue Stop over-Programm für Passagiere erläutert, die ihre Reise zu TAP-Zielen wie z.B. Faro in Lissabon unterbrechen und künftig besondere Vorteile erhalten (wir werden separat darüber berichten).

Experten von DER Touristik wiesen auf der ITB darauf hin, dass Madeira sein Image als „Blumeninsel für Senioren“ ablege und immer mehr von jüngeren Reisenden entdeckt werde. Die kleinere Nachbarinsel Porto Santo sei noch so etwas wie ein „Geheimtipp“.

 

Reiseverkäufer werden per Onlinekurs zu Algarve-Experten

 

Verkäufer von Portugal-Reisen machte der Online-Campus Expiprofi auf der ITB auf ein E-Learning zur Algarve aufmerksam. Es soll Teilnehmern in fünf Kursen helfen, ein Experte für Europas Sonnenziel Nr. 1 zu werden. Wer die Online-Lektionen bis zum 31. August mit Zertifikat absolviert, kann einen von zehn Familien-Trips im Herbst gewinnen, welche die Associação Turismo do Algarve (ATA) spendiert.

 

Video-Impressionen von der ITB

 

Algarve: Neue Angebote für Familien-, Aktiv- und Golf-Urlaub

Immer mehr interessante Angebote für sportlich-aktive Auszeiten findet, wer mit Algarve-Urlaub nicht bloß Entspannung an den sonnigsten und schönsten Stränden Europas verbindet. Auch Kreuzfahrt-Liebhaber können häufiger im Algarve-Hafen von Portimão anlegen und Familien haben mehr Programme für Kinder zur Auswahl. Hier kurz vor der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin ein Streifzug über den Markt neuer Möglichkeiten.

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Neue Radwandertouren starten von Carvoeiro (Bild) und Olhao aus. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Beispielsweise bietet der Portugal-Spezialist Olimar Reisen erstmals Radwandertouren an der Algarve an. Auf Treckingrädern oder wahlweise per Elektro-Fahrrad können Aktivurlauber mit einem deutschsprachigen Reiseleiter die Südküste Portugals und ihr Hinterland erkunden. Auf der Route liegen zum Beispiel die Hafenstadt Tavira, die Lagunenlandschaft Ria Formosa, die Pousada von Estói, die Maurenburg in Silves und die Felsalgarve in der Region um Carvoeiro, Praia da Rocha und Alvor. Gestartet wird von Hotels in Olhão und Carvoeiro aus. Die Tour führt über neu angelegte Radwege, ruhige Nebenstraßen und Feldwege weitgehend durch ebenes, leicht hügeliges Terrain; einen Höhenunterschied von rund 100 Metern zu bewältigen gilt es erst an Tag fünf. Längere Passagen überbrückt die geführte Radwandergruppe mit dem Zug.

 

Zu Fuß oder Pferd durch die Algarve und den Alentejo

 

Auch Panoramawandern entlang der Rota Vicentina an der rauen Westküste der Algarve bietet der deutsche Reiseanbieter aus Köln jetzt an. Er stattet die Gäste für einwöchige Touren mit Wanderkarte und Routenempfehlungen aus und bringt das Gepäck der Gäste von Hotel zu Hotel, während diese wandernd unterwegs sind. Zurücklegen können die Naturfans einen besonders reizvollen Teilabschnitt des insgesamt 350 Kilometer langen Fernwanderwegs. Er beginnt im Südwesten des Altentejo und endet an der Südwestspitze Kontinentaleuropas, am Cabo de São Vincente. Auch eine Weinprobe, Honig- und Schnapsverkostung und die Besichtigung einer Korkfabrik stehen auf dem Programm.

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Auf Schusters Rappen die Algarve-Westküste entlang – Anbieter Olimar stattet mit Wanderkarten und Routenempfehlungen aus. Foto: Veranstalter

Weitere Aktivreisen des Anbieters führen per Rad, Boot und Pferd zu besonders schönen Naturschauplätzen verschiedener Regionen des portugiesischen Festlands sowie auf die Inseln Azoren, Madeira und Porto Santo. So kann man unter anderem den Alentejo, der nördlich an die Algarve angrenzt, vier Tage lang in seiner Ursprünglichkeit hoch zu Ross erkunden. Übernachtet wird in der Nähe eines Orts, den die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt hat, in unberührter Natur. Zwei Ausritte mit erfahrenem Reitlehrer führen durch die Region, die von Korkeichen und Rinderherden geprägt ist.

 

„Portugal wird als Familien-Reiseziel immer beliebter“

 

„Portugal steht auch auf der Beliebtheitsskala für Familien ganz oben, nicht nur seit dem letzten Jahr“, sagt Pressesprecherin Evelyn Steinbach. Das Land sei ein wahres Entdeckerziel für Menschen, die Neues und Besonderes suchten und biete „eine gelungene Mischung aus perfektem Strandurlaub, Natur-Abenteuern und kulinarischen Genüssen“.

In unmittelbarer Strandnähe der „Bilderbuchküste“ offeriert Olimar z. B. eine Reihe moderner Ferienanlagen und Resorts, die ein Programm für Kinder bieten, etwa die Quinta do Paraíso und das Vale d’Oliveiras bei Carvoeiro oder das Tivoli Marina Portimão am Yachthafen von Praia da Rocha. Neue Betreuungsangebote sollen auch den Ausflug mit Kindern von der Algarve aus in die Hauptstadt des Landes erleichtern. „Das Fünf-Sterne-Familienhotel Martinhal in Lissabon hat sich darauf spezialisiert, kleinen und großen Gästen einen abwechslungsreichen Aufenthalt zu ermöglichen“, berichtet Steinbach. Wenn Eltern beispielsweise am Abend noch ausgehen und eine Kulturveranstaltung in der Stadt besuchen wollten, stehe eine Kinderbetreuung im Hotel bereit, das nur wenige Gehminuten von den Einkaufsstraßen des Chiado-Viertels entfernt liege.

 

Mit dem Schiff an der Algarve aufkreuzen

 

Auch der wachsenden Zahl von Kreuzfahrt-Liebhabern versucht die Algarve stets besser gerecht zu werden. Veranstalter beziehen Tagesausflüge von Portimão aus immer häufiger in ihre Mittelmeer- und Europa-Touren per Schiff ein. So sieht etwa eine im März 2018 stattfindende Kreuzfahrt mit der MS Hanseatic eine 18-tägige Route von Dakar (Senegal) nach Hamburg vor, auf der die Vielfalt Nordafrikas und Europas auf einer Route über die Kanaren, Marokko und die iberische Halbinsel bis nach Großbritannien besichtigt werden kann.

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Foto: Hapag-Lloyd

In Portimão legt die MS Hanseatic von Hapag-Lloyd Cruises am 20. März an, rechtzeitig zum kalendarischen Frühlingsbeginn. Von 8.00 bis 14.00 Uhr haben die Gäste Landgang und sind eingeladen, in der Hafenstadt und ihrer Felsküsten-Umgebung etwas von Portugals Seefahrergeschichte zu erspüren und sich mit dem Entdeckergeist Heinrich des Seefahrers, Vasco da Gamas und Pedro Alvares Cabrals zu befassen. Tags darauf kommt das Schiff in Portugals Hauptstadt Lissabon an.

Anfang Juni 2018 macht eine weitere Hapag-Lloyd-Kreuzfahrt Halt an der Algarve: Die MS Europa mit den Musikern des Ocean Sun Festivals an Bord schaut auf ihrer 14-tägigen Tour von Nizza nach Bilbao in Portimão vorbei. Hier sind die Gäste, die zuvor zum Genießen, Staunen und Entdecken an der Mittelmeerküste entlanggefahren sind, am Freitag, 8. Juni ab 9 Uhr für 9 Stunden zu Gast, bis es weiter nach Lissabon geht.

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Algarve-Gast mit Klassikfestival und Golf-Cup an Bord: die MS Europa. Foto: Hapag-Lloyd

Das Thema der gesamten Kreuzfahrt lautet: „Von mediterraner Lebenslust und schönen Künsten“. Auf dieser Reise wird den Gästen ein Golf & Cruise-Programm angeboten. Außerdem findet der 18. MS Europa Golf Cup statt. Nach der Anfahrt von Portimão haben Gäste die Möglichkeit, im Onyria Palmares Golf Club zu spielen. Der 2011 vollendete 27-Loch-Platz in der Bucht von Lagos bietet ein besonderes Zusammenspiel zwischen Natur und Golferlebnis.

 

Kombiniertes Golf- und Kreuzfahrt-Feeling „op kölsch“

 

Zwar hat Hapag-Lloyd Cruises keine Kreuzfahrt im Programm, die ausschließlich die schönsten Greens an der Algarve anfährt, doch neu ist zum Beispiel ein Angebot, Kreuzfahrt-Feeling mit Blick ins Grüne statt auf blaues Wasser zu verbinden. So können kreuzfahrtinteressierte Golfer künftig im Clubhaus des Kölner Golfclubs in einer jeweils originalgetreuen Suite der Schwesterschiffe MS Europa und MS Europa 2 übernachten. Das komplette Innendesign einschließlich der Designermöbel, Stoffe, Farben und Formen entspricht den Luxus-Suiten an Bord – nur statt mit Meerblick mit Sicht auf die parkähnliche Kölner Golfanlage der Fünf-Sterne-Superior-Kategorie mit ihren insgesamt 34 Gästezimmern.

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Blick aus einer MS Europa-Suite auf die parkähnliche Anlage in der Domstadt. Foto: Kölner Golfclub

 

23 Hotelprojekte in der Planung

 

Für weiteres Tourismuswachstum an der Algarve rüstet sich die Region derzeit mit 23 Hotelprojekten, die in der Planung sind: 13 Neubauten und zehn Renovierungen. Das ergab eine Auswertung von Angaben der Energieagentur ADENE durch das portugiesische Immobilien-Fachmagazin Confidencial Imobiliário. Analysiert wurden ausgestellte Vor-Zertifikate aus den Jahren 2015 und 2016. Diese sind für die Realisierung eines Bauprojekts notwendig.

Laut dem Fachmagazin gibt es unter den Vorhaben zwei Großprojekte: eins in Portimão mit 5.600 Quadratmetern Nutzfläche und eins in Silves, bei dem es um 5.100 Quadratmeter geht. Jeweils zwei weitere Hotel-Projekte in Lagoa und Loulé hätten eine Größe von mehr als 4.000 Quadratmetern.

Bei drei der vier aufgelisteten Vorhaben soll es sich nach Angaben des Fachmagazins um Neubauten in der Kategorie von Hotels mit vier oder mehr Sternen handeln. Das andere Projekt betreffe ein Umbauvorhaben im Bereich von Hotels mit bis zu drei Sternen. In der „Pipeline“ seien ferner zwei Projekte der Kategorie vier und mehr Sterne in Lagos. Das Magazin ließ offen, ob es sich dabei um Neubauten oder Renovierungen handelt.

 

Umweltschützer: „Auch vor Alentejo-Küste keine Ölsuche“

Mit einer in Lissabon eingereichten Petition haben 27 Umweltverbände und Bürgerinitiativen Portugals Ministerpräsident António Costa aufgefordert, die geplante Erkundung möglicher Öl- und Gasvorkommen im Meeresbecken zwischen südlichem Alentejo und nördlicher Algarve zu stoppen. Eine Konzession dafür will das Konsortium der Energiekonzerne ENI und Galp laut Medienberichten nutzen, um gegebenenfalls noch in diesem Jahr mit Bohrungen zu beginnen.

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Titelbild auf der MALP-Facebookseite

João Martins von der Bewegung „Algarve Livre de Petróleo“ (MALP), einer von 42.000 Unterzeichnern der Petition, verwies darauf, dass sich bei der Anhörung von Interessensvertretern im Parlament die politischen und gesellschaftlichen Kräfte gegen eine Erkundung und Ausbeutung von Kohlenwasserstoffen auf dem Land und auf dem Meer ausgesprochen hätten. Vor dem Parlament demonstrierten während der Anhörung rund 200 Umwelt- und Naturschützer.

 

Auf öffentlichen Druck hin hatte die Regierung in Lissabon bereits vergleichbare Konzessionsverträge mit dem Konsortium Repsol/Partex und auch mit dem Unternehmen Portfuel suspendiert. Diese bezogen sich auf Gebiete im Hinterland der Algarve wie auch vor deren Südküste.

In einer Pressemitteilung vom 23. Februar kritisierten speziell die in dem Bündnis C6 zusammengeschlossenen Umweltorganisationen die Regierung in Lissabon dafür, dass sie die Erkundung von Ölvorkommen vor der Westküste im südlichen Alentejo-Becken (rund 45 Kilometer nordwestlich vor Aljezur) nach wie vor ermöglichen wolle. Gleichzeitig hoben GEOTA, FAPAS, LPN, Quercus, SPEA und WWF (als Koordinator) das Ende der Verträge über Exploration und Ölförderung im Bereich der Algarve ausdrücklich als positiv hervor. Die Südküste sei eines der reichsten Ökosysteme Portugals, heißt es in der Pressemitteilung.

asmaa-logoAuch die Organisation Associação de Surf e Actividades Marítimas do Algarve (ASMAA) wendet sich gegen das noch verbliebene Projekt im Meeresgebiet zwischen Alentejo und Algarve. Schon vor einigen Tagen forderte die in Lagos beheimatete Organisation den Generalstaatsanwalt auf, eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Erkundungsmaßnahmen zu erlassen und für die Veröffentlichung des bestehenden Konzessionsvertrags zu sorgen. Es gelte, im öffentlichen Interesse das Auftreten irreparabler Schäden zu verhindern.

zero-logoBereits Anfang Februar hatte die Umweltschutzorganisation ZERO öffentlich die Frage nach den Kosten für eine Aufhebung des entsprechenden Vertrags über die private Nutzung des Atlantikabschnitts nordwestlich von Aljezur gestellt. Nach Auffassung des Verbands, der sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt, hat die Regierung in Lissabon die Gelegenheit verpasst, das Abkommen rechtzeitig zu kündigen. Wenn ein Schiedsgericht in der strittigen Angelegenheit vermittelnd tätig werde, könnten höhere Entschädigungsleistungen durch die Regierung fällig werden als die Vertragsstrafen bei schneller Kündigung betragen, vermutet ZERO. Die Organisation sieht Umweltrisiken schon bei der Suche nach dem richtigen Bohrloch-Standort auftreten.

 

Hacker kapern Webseite der regionalen Agentur für Energie und Umwelt

 

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Gehackte AREAL-Webseite

Der Streit um eine mögliche Suche nach Erdöl und Gas im Bereich der portugiesischen Südküste hat unterdessen eine kriminelle Wendung genommen: Hacker übernahmen am Mittwoch, 22. Februar, die Webseite der Agência Regional de Energia e Ambiente do Algarve (AREAL) und verbreiteten auf der Startseite ihre Botschaften. Darin spricht sich die Gruppe, die sich „Anon Ghost Portugal“ nennt, strikt gegen jegliche Erkundung von Öl- und Gasvorkommen aus. Sie werde mit allen ihren Mitteln kämpfen, erklärt die Gruppe, die zum portugiesischen Zweig des Hacker-Netzwerks Anonymous zu zählen ist.

Auch am Tag nach der Attacke hatte die regionale Energie- und Umweltagentur noch immer nicht die Kontrolle über ihre Internetseite zurückgewinnen können. Im Kurznachrichtendienst Twitter sowie im sozialen Netzwerk Facebook  verweisen die Eindringlinge auf ihr Kapern der AREAL-Webseite.

Algarve goes Hollywood…

Einen großen Auftritt plant Europas am häufigsten ausgezeichnetes Strandziel am 24. und 25. Februar in Kalifornien: In der Nacht vor der Oscar-Verleihung will die Algarve Party-Gesprächsthema in Beverly Hills sein. In einer luxuriösen Reise-Lounge auf einer der teuersten Einkaufsstraßen der Welt, dem Rodeo Drive, werden vom Promotion-Partner „Swanky Retreats“ Gutscheine für Aufenthalte in Spitzenhotels an Portugals Südküste verlost. Laut Veranstalter sollen bereits prominente Schauspieler wie zum Beispiel Viola Davis, Leonardo Di Caprio und Anthony Anderson ihre Teilnahme zugesagt haben.

ata-logoWie die Associação Turismo do Algarve (ATA) mitteilte, stellen sich diese Nobel-Herbergen der Algarve auf glamouröse Gäste aus der Filmbranche ein: Hilton Vilamoura, Hotel Rural Quinta do Marco in Tavira; Monte Santo Resort in Lagoa und Bela Vista Hotel in Portimão (zu sehen im Beitragsbild, Foto: Hans-Joachim Allgaier). Zusammen mit Swanky Retreats, einem US-Magazin für hochwertige Reise- und Lifestyle-Erlebnisse, will die ATA damit Interesse und Neugier an dem „attraktiven Ziel Algarve mit seinem vielfältigen Angebot auch an Luxus-Infrastruktur“ wecken.

Die Maßnahme soll zudem die Sichtbarkeit und internationale Wahrnehmung der portugiesischen Südküste verbessern. Der nordamerikanische Markt verzeichnete laut ATA 2016 ein Wachstum von 23 Prozent auf 125.000 Übernachtungen an der Algarve.

 

US-Website liefert zu Suchwort Algarve – nichts…

 

Doch, welche Überraschung: Tippte man am Tag der Bekanntgabe durch ATA auf der Website des US-Reisemagazins im Suchfeld das Stichwort „Algarve“ ein, erschien die Meldung: „Sorry, but nothing matched your search criteria. Please try again with some different keywords.“ Wer es daraufhin mit dem Suchwort „Portugal“ versuchte, dem lieferte die Swanky Retreats-Webseite kurioserweise nur diesen einzigen Beitrag „Letter from Europe: Windsor, England“!

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Das englische Adjektiv „swanky“ bedeutet im Deutschen so viel wie mondän, todschick. Aber auch angeberisch und protzig schwingen als Bedeutung mit. Die ATA sollte dringend prüfen, ob ihr Promotion-Partner Swanky Retreats nicht nur angibt, ein international ausgerichtetes Magazin für luxuriösen Rückzug zu sein. Und sich gegebenenfalls zurückziehen, um einen Partner zu finden, der sich etwas besser in Europa auskennt.

 

Deutsche Oscar-Hoffnung: „Toni Erdmann“

Die 89. Oscar-Verleihung findet am Sonntag, 26. Februar, im Dolby Theatre in Hollywood statt. In Deutschland kann die Gala in der Nacht zum Montag ab 2:30 Uhr MEZ verfolgt werden. Einer der heißen Favoriten ist der Musicalfilm „La La Land“, der allein für 14 Oscars nominiert ist. Die deutsche Hoffnung ruht auf dem Tragikkomödien-Streifen „Toni Erdmann“ von Regisseurin Maren Ade. Er ist im Rennen für den Auslands-Oscar. Es wäre der erste für Deutschland nach zehn Jahren. Wie schon bei der Verleihung der Golden Globes könnten Stars die Oscar-Verleihung in Hollywood nutzen, um Kritik an US-Präsident Donald Trump zu äußern. Die Gala wird erstmals moderiert von US-Komiker und Talkshow-Gastgeber Jimmy Kimmel (49). Im amerikanischen Fernsehen gehört die Oscar-Verleihung, die zur besten Sendezeit (Los Angeles: 17:30 Uhr, New York: 20:30 Uhr) über die Bühne geht, nach dem Superbowl zu den am meisten gesehenen Sendungen des Jahres.

Neues Klassik-Musikfestival wertet Algarve-Kulturangebot auf

Mit der Neuauflage eines internationalen Klassik-Musikfestivals reichert Portugals Südküste in den Frühlingsmonaten März bis Mai ihr kulturelles Angebot weiter an. Den Großteil der 20 Konzerte zwischen dem 18. März und 28. Mai bestreitet das „Orquestra Classica do Sul“ (OCS), das auch Veranstalter des zehnwöchigen Festivals geworden ist. Insgesamt 30 Orchester, Ensembles und Solisten aus Portugal, Spanien, Dänemark, Großbritannien, Israel und Frankreich musizieren in zehn Städten der Region und werten so das Rahmenprogramm „365 Algarve“ auf. Dessen Managerin Dália Paulo reagiert auf den Vorwurf der Erfolglosigkeit, den kürzlich der Hotelierverband AHETA erhoben hatte.

Der Titel der zehnwöchigen Veranstaltungsreihe, die nach rund achtjähriger Pause revitalisiert wird, lautet „Festival Internacional de Música do Algarve“ (FIMA). Künstlerischer Direktor ist Rui Pinheiro, der Chefdirigent des OCS, des Tournee-Orchesters für die Algarve und den Alentejo. Der 41-Jährige hat für die 32. Ausgabe eines der ältesten portugiesischen Musikfestivals ein vielfältiges Programm mit Orchester-, Kammer- und geistlicher Musik zusammengestellt. Tickets gibt es zu Preisen ab acht Euro bei den bekannten Vorverkaufsstellen und online auf der FIMA-Webseite.

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Festivaldirektor und Dirigent Rui Pinheiro (Mitte), eingerahmt von den beiden Kulturmanagerinnen Goncalves (links) und Paulo. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Zu den außergewöhnlichen Angeboten gehören diesmal ein Multimedia-Konzert des französischen Hornisten Laurent Rossi, das Ballett „Matrioska“ mit der Companhia de Dança do Algarve und ein musikalisches Abendessen unter dem Titel „Food Symphony“, das in einem Hotel von Quinta do Lago Ohren und Gaumen verwöhnen soll. Die stilistische Spannweite des gesamten FIMA-Programms reicht vom Barock (Vivaldi, Bach und Telemann) über Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven) und Romantik (Schubert, Brahms, Dvořák, Tschaikowsky, Mussorgsky) bis hin zu Komponisten der Moderne wie Debussy, Schönberg, Strawinsky, Prokofjew und Schostakowitsch.

 

Zum Auftakt die Ode an die Freude

 

Auch Werke zeitgenössischer portugiesischer Komponisten wie Eurico Carrapatoso und Luis Carvalho sind vertreten, ergänzt um Uraufführungen von Stücken von Luís Soldado und Sérgio Azevedo. Das Eröffnungskonzert am 18. März im Teatro das Figuras in Faro trägt den Titel „Ode to Joy“: Unter der Leitung von Festivaldirektor Rui Pinheiro spielt das Orquestra Classica do Sul (hier ein Aufführungsbeispiel als YouTube-Video) in einer Welturaufführung das Stück „Eu.Rope“ von Luis Soldado. „Darin reflektiert der Komponist darüber, was es bedeutet, ein Europäer in der globalisierten Welt zu sein“, erläutert Pinheiro. Sein Orchester führt an diesem Abend zusammen mit dem Coro Sinfonico Lisboa Cantat und den Solisten Carla Simões, Cátia Moreso, João Cipriano und Nuno Araújo Pereira auch Beethovens neunte Symphonie auf.

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Erkennungszeichen des Klassik-Festivals

„Die langjährige Pause war gut, um unser Klassikmusikfestival zu erneuern und aufzufrischen“, sagt Alexandra Gonçalves von der Regionaldirektion Kultur der Algarve. Das FIMA wolle sowohl den Bewohnern Berührungsängste im Kontakt mit Musikschaffenden nehmen, als auch Botschaften an die Touristen übermitteln. „Diese haben hier im Urlaub die große Chance, eine besondere musikalische Erfahrung zu machen“, ergänzt Goncalves.

Auch Dalia Paulo, Managerin des Kulturprogramms „365 Algarve“ pflichtet ihr bei. „Wir haben dem Wandel im kulturellen Leben der Algarve entsprochen und wollen mit dem Klassikfestival wieder besser die Bedürfnisse des Publikums stillen“, erläutert sie.

 

Festivalleiter möchte künftig noch mehr ausländische Musiker holen

 

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Freut sich auf ausverkaufte Häuser: Rui Pinheiro. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Festivalleiter Rui Pinheiro findet es einerseits sinnvoll, dass die Algarve den Vorteil nutzt, mit dem OCS ein eigenes professionelles Orchester einsetzen zu können, möchte andererseits aber vom kommenden Jahr an noch mehr Dirigenten und Solisten aus dem Ausland verpflichten: „Diesmal hatte ich – mal ganz abgesehen von den Budgetzwängen – nur einen Monat Zeit, um meine Kontakte spielen zu lassen und die Verfügbarkeit von Künstlern zu klären“, berichtet der Dirigent. Um noch mehr Internationalität zu gewährleisten, wollen Pinheiro und die anderen Verantwortlichen künftig auch den Kontakt zu Botschaften und Kulturausstausch-Institutionen der wichtigsten Herkunftsländer von Touristen verstärken.

Das Klassikmusikfestival gebe seinem Orchester, das im Durchschnitt ein- bis dreimal pro Woche im südlichen Portugal auftritt, die Chance, „das Profil unserer Konzerte zu schärfen, denn wir haben so mehr Möglichkeiten als sonst“, so Pinheiro. Der Maestro, dessen bewundertes Vorbild Carlos Kleiber ist und der das gesamte Repertoire deutscher Komponisten des 18. Jahrhunderts bevorzugt, rechnet beim FIMA überall mit ausverkauften Häusern. Der Anteil an ausländischen Residenten und Touristen hänge erfahrungsgemäß stark vom Spielort ab, es gebe aber in diesem Kreis von Klassikliebhabern eine treue Anhängerschaft.

Die Liste der Aufführungsorte umfasst Albufeira, Castro Marim, Faro, Lagoa, Lagos, Loulé, São Bras de Alportel, Silves, Tavira und Quinta do Lago. Portimão fehle, weil zu den gewünschten Zeitpunkten der am besten geeignete Veranstaltungsort Tempo nicht zur Verfügung stehe, hieß es.

 

365 Algarve: Programmchefin mahnt zu Geduld und verspricht Änderungen

 

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Dalia Paulo. Foto: 365 Algarve

Auf Kritik an dem von ihr verantworteten Rahmenprogramm „365 Algarve“ angesprochen, mahnt Kulturmanagerin Dália Paulo zu Geduld und Augenmaß: „Feedback ist immer gut. Aber die genauen Gründe, weshalb z.B. der Hotelierverband AHETA das Angebot bemängelt, kenne ich nicht im Einzelnen“, sagt die Mitarbeiterin des Kulturministeriums in Lissabon. Man müsse bedenken, dass es 2016 nur drei Monate Vorlaufzeit gegeben habe, bevor das umfangreiche Programm im Oktober gestartet worden sei.

Paulo verweist darauf, dass von Beginn an Experten der Universität in Faro Begleitforschung zu den Effekten von „365 Algarve“ durchführen – sowohl bei Veranstaltungsteilnehmern, als auch unter der einheimischen Wohnbevölkerung sowie unter ausländischen Residenten und Touristen. „Wir sollten diese Evaluierung durch die Universität, die noch etwas Zeit benötigt, abwarten, bevor wir unser Urteil fällen“, apelliert die Managerin.

Für die bevorstehende Neuauflage erwartet sie, dass das Programm im Juni feststeht und von Juli bis September erstmals intensiv im In- und Ausland beworben werden kann. „Wir werden die Verbindungen zwischen Kultur und Tourismus noch verstärken und das Programm zum Beispiel auch für Unternehmen aus beiden Bereichen öffnen, die auf beiden Feldern im Gebiet der Unterhaltung tätig sind“, kündigt Paulo an. Das Bindeglied zwischen allen Akteuren sei „die Region, unsere Identität, das heutige Schaffen“.

 

Residenten und Touristen sollen sich besser angesprochen fühlen

 

365 Algarve wolle in der Zukunft noch weit mehr ausländische Urlauber und Einwohner erreichen, kündigt die Programm-Managerin an. Im ersten Quartal der laufenden Periode lag deren Anteil an den Besuchern bei rund 25 Prozent. Allein schon durch das Klassikfestival FIMA werde dieser Prozentsatz wachsen, sagt Paulo voraus. Für den nächsten Zeitraum würden auf jeden Fall nur solche Angebote ins Programm aufgenommen, die für Ausländer zugänglich seien und zumindest zweisprachig kommuniziert würden.

Um eine persönliche Botschaft an alle nicht-portugiesischen Kulturinteressierten an der Algarve gebeten, sagt Paulo: „Bitte kommen Sie zu allen unseren Veranstaltungen, denn 365 Algarve ist ein Programm, durch das wir uns und unsere Kulturen gegenseitig kennenlernen können, zum Nutzen im Alltag“. Besonders empfehlenswert für Gäste aus dem Ausland findet sie solche Angebote, bei denen regionale Traditionen und Sprachliches auf der Tagesordnung stehen. „Wer den anderen und seine Kultur versteht, betrachtet die Welt einfach mit anderen Augen“, bringt Paulo den Nutzen auf den Punkt.

So putten Golfer am Algarve-Grün nicht mehr ins Blaue

April und Oktober sind die attraktivsten Monate für Golfsport auf den rund 40 Plätzen der Algarve, die zu den beliebtesten Ganzjahres-Destinationen auf der Welt gehören. Eine neue Software, die ein Hamburger Start-up vom 20. bis 24. März auf der CeBIT in Hannover präsentiert, könnte Golfern nun helfen, die rund 1,3 Millionen Runden pro Jahr an Portugals Südküste noch erfolgreicher zu beenden. Und ein weiteres deutsches Startup aus Weil am Rhein will als erste Plattform im Internet Komplett-Golfurlaub mit einem Klick anbieten.

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Umkämpft: der CeBIT Innovation Award. Foto: CeBIT

Entwickelt haben „PuttView“, so der Produktname, die Hamburger Unternehmensgründer Christoph Pregizer und Lukas Posniak – zusammen mit Software-Entwickler Niclas Schopf und weiteren Experten des Start-ups Viewlicity GmbH. Mit etwas Glück könnten die Jungunternehmer auf dem IT-Event in Hannover den mit insgesamt 100.000 Euro dotierten CeBIT Innovation Award gewinnen, in dessen Wettbewerbs-Finale sie stehen.

Ausgezeichnet werden mit dem seit vier Jahren vergebenen Preis herausragende Innovationen für größtmögliche Benutzerfreundlichkeit und intuitive Interaktion mit IT-Systemen.

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Das Kernteam für PuttView: Lukas Posniak, Christoph Pregizer und Niclas Schopf (v.l.n.r). Foto: Viewlicity

Mit ihrer Trainingsanwendung verschaffen die Hamburger Golf-Fans allen Spielern gute Aussichten für den perfekten Schlag. Ob in Innenräumen oder draußen, auf dem echten, so genannten Grün, unterstützt PuttView digital beim analogen Einlochen oder – wie die Golfer sagen – „Putten“.

„Wir ermöglichen es Golfspielerinnen und Golfspielern, während des Putt-Trainings die ideale Linie mit dem tatsächlichen Weg des gespielten Balls zu vergleichen“, sagt Jungunternehmer Posniak. Der Sportler erhalte so unmittelbares Feedback zur eigenen Schlagausführung, da die Putt-Linie in Ballgeschwindigkeit direkt im Sichtfeld des Spielers visualisiert wird.

Beim Putten, dem entscheidenden Teil des Golfspiels im Grünen, nicht mehr auf Verdacht ins Blaue schlagen – wer wollte das nicht gern. Immerhin macht das Putten rund 40 Prozent aller Schläge aus. Dank der Hamburger Entwickler helfen dabei jetzt verschiedene Interaktionsmöglichkeiten, spielerische Elemente und moderne Bildverarbeitungsalgorithmen. Mitgewirkt an der Entwicklung hat der Bereich Human Computer Interaction der Universität Hamburg.

„Trainierende versetzen wir mit PuttView erstmalig in die Lage, das Grün gewissermaßen zu ‚lesen‘ und intuitiv die richtige Dosierung des Schlags zu trainieren“, erläutert Posniak. Spiele und Ausführungstests sorgten für Vergleichbarkeit im Training und spornten die Spieler an, sich zu verbessern.

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Digitale Unterstützung durch PuttView beim Finden der Ideallinie. Foto: Viewlicity

Die Indoor-Version bedient sich einer senkrechten Beamer-Projektion direkt auf die Spielfläche. Sie wird nach Angaben der Gründer bereits auf mehreren deutschen Golfanlagen eingesetzt. „Die Trainingsinhalte wurden auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Studie entwickelt, die wir zusammen mit dem renommierten Golftrainer Paul Dyer und Prof. Frank Steinicke von der Universität Hamburg durchgeführt haben“, sagt Posniak. In einer neuen Outdoor-Version soll die Anwendung ab diesem Sommer durch Nutzung von Augmented Reality-Brillen auch unter realistischen Umwelt- und Spielbedingungen auf Golfplätzen zum Einsatz kommen.

Zukünftig wollen die Viewlicity-Gründer ihre Applikation zu einem intuitiven und umfassenden Trainingstool für das Putten, also zu einer Art digitalem Golftrainer, ausbauen, der den echten Trainer während der Übungsstunden unterstützt. Zunächst aber werden sie vom 20. März an dem CeBIT-Publikum am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Halle 6, Stand A34) ihre Lösung vorführen.

 

Golfrunden spülen mehr als 80 Millionen Euro in Algarve-Kassen

 

Zurück zum bislang rein analogen Golfspiel an der Algarve. Die im vergangenen Jahr, dem 50. des Golfsports an der Südküste Portugals, registrierten 1,3 Millionen Golfrunden sind das Ergebnis einer Zunahme um 10,5 Prozent. Allein durch Green Fees dürften so gut 80 Millionen Euro an die Algarve geflossen sein, schätzen Experten.

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Zehnjahresbilanz der an der Algarve gespielten Golfrunden. Quelle: Associacao Algarve Golfe

Die meisten Runden werden hier im Oktober (2016: 161.000) und im April (148.000) gespielt. Im Februar vergangenen Jahres (+23 Prozent) und im April (+19,8 Prozent) gab es die größten Zuwächse gegenüber 2015. Golf hilft der Tourismusbranche der Region besonders, ihre Abhängigkeit von der Badesaison im Hochsommer zu vermindern.

 

Zwei Golf-„Oscars“ für die Algarve zu Beginn des 51. Jahres

 

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Populäres Magazin in Europas Golfmarkt Nr. 1: Today’s Golfer

Das Golfjahr 2017 begann für die Algarve mit einer doppelten Auszeichnung durch das populäre britische Magazin Today’s Golfer: Die Leserinnen und Leser setzten die sonnenverwöhnte Destination mit weitem Abstand auf Platz 1 – sowohl als bestes Golf-Ziel, als auch als das mit dem besten Gegenwert („best value“) in Kontinentaleuropa. Die Auszeichnungen werden von Experten als so etwas wie die „Oscars“ der Golf-Branche angesehen.

Sie erfolgten unmittelbar im Anschluss an das gefeierte 50. Golfjahr der Algarve. Maria Manuel Delgado e Silva, Golf-Produktmanager des Tourismusverbands ATA, bedankte sich für die Awards. Sie seien eine „Quelle des Stolzes“.

ATA-Geschäftsführerin Dora Coelho verband ihren Dank mit der Versicherung, dass die Region auch weiterhin die Exzellenz liefern werde, welche die Golfer erwarten.

Auch in anderen Regionen Portugals ist der Golfsport erfolgreich. So meldete das größte Golfplatzmanagement-Unternehmen in Zentral-Portugal, Orizonte – Lisbon Golf, ein Buchungswachstum von mehr als 20 Prozent im Jahr 2016. Das sei schon das dritte Plus in Folge, hieß es. Vor allem mehr Gäste aus dem Vereinigten Königreich, aus Dänemark und Frankreich hätten in der Umgebung der portugiesischen Hauptstadt Golf spielen wollen – insbesondere im Frühling. Die Kunden können bei Orizonte an einer Stelle Runden auf sechs verschiedenen Golfplätzen buchen.

 

Digitalisierung des Golfmarkts schreitet voran

 

Für entspannteres Golfen, auch an der Algarve, will ein weiteres Start-up sorgen. Das Jungunternehmen golf4you aus Weil am Rhein plant die erste Web-Plattform für Komplett-Golfurlaub mit einem Klick. Am 14. Februar ging es auf der Crowdinvesting-Plattform Companisto an den Start. Das E-Commerce-Startup hat sich zum Ziel gesetzt, vom zweiten Quartal dieses Jahres an erstmals vollständige Golfreisen, also Flug, Hotel, Transfer und Golfplatzreservierung eingeschlossen, als Komplettpaket aus einer Hand anzubieten. Einzelheiten zu dem Projekt sind auf der Crowdinvesting-Plattform zu lesen.

Algarve-Golfer kennen die Herausforderung: Es ist mitunter sehr mühsam und zeitaufwändig, eine komplette Golfreise online zu buchen: In der Regel wird die Reise bei einem Anbieter gebucht und die Abschlagzeiten bzw. die Golfplatzreservierung bei einem anderen – oder das Ganze wird vor Ort geregelt. Da Algarve-Golfplätze gut besucht werden und dadurch nicht selten feste Start- bzw. Abschlag-Zeiten vergeben werden, kann man nicht spielen, falls man im Vorfeld keinen Termin reserviert hat. Die Plattform golf4you der Gründer Michael Brendel, Arnulf Pribas und Paul Smyth will nun dafür sorgen, dass Golfer zusätzlich zu ihrem Hotel und ihren Flügen in einem Vorgang auch die Abschlagszeiten buchen können.

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Aus der Selbstdarstellung des Gründerteams. Quelle: Golf4you

 

Deutschsprachiger Raum zweitgrößter Golfmarkt in Europa

 

Da es im deutschsprachigen Raum nach Angaben von golf4you etwa 800.000 aktive Golfer gibt, ist die D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) nach Großbritannien der zweitgrößte Golfmarkt in Europa. 2016 sollen rund 1,5 Millionen Golfreisen gebucht worden sein; das Start-up beziffert das Marktvolumen auf zwei Milliarden Euro.

„Doch bislang wird dieser Markt von etablierten Reiseanbietern, die rund 15 Prozent Marktanteil haben, sehr vernachlässigt“, so Brendel. Dabei sei das Nachfrage-Potenzial groß. Brendel verweist auf Ergebnisse einer Befragung unter 2.500 Golfern, wonach 70 Prozent der Antwortenden eine Reisebuchungsseite mit integrierter Golfplatzreservierung („One-stop Golf-Booking“) auf jeden Fall nutzen würden.

Nach Algarve-Eröffnung: IKEA will Shops in Portugal verdoppeln

Am 30. März eröffnet IKEA in Loulé sein erstes Haus in Süd-Portugal und das fünfte im Lande. Wie Direktor Abdelhak Ayadi (51) berichtet, plant das schwedische Möbelhaus bis 2025 sogar eine Expansion auf insgesamt zehn Shops im gesamten Land. Der Einzugsbereich der neuen Loule-Filiale, den IKEA mit knapp 760.000 Menschen bemisst, reicht bis dicht vor Sevilla, dem Nachbar-Standort in Spanien.

Der neue Algarve-Shop startet mit 200 Mitarbeitern. In der Hochsaison könnten es 250 Jobs werden. Als Mindestlohn zahlt IKEA seit Januar in Portugal 625 Euro für eine Vollzeitstelle. Bis Jahresende rechnet IKEA mit zwei Millionen Besuchern in Loulé. Ihnen sollen „qualitativ hochwertige Einrichtungsprodukte zu erschwinglichen Preisen“ angeboten werden.

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Infografik-Montage: Algarve-Entdecker

 

Großes Projekt mit hohen Erwarungen

 

Erst vor zwei Monaten sei er mit Verlobter und Hund an die Algarve gezogen, berichtet der IKEA-Chef, der die Geschicke des Outlets in dem riesigen Komplex steuern wird, der vom Flughafen Faro aus in fünf Minuten zu erreichen ist. Es sei ein recht großes Projekt und die Erwartungen seien hoch, sagt der Sohn algerischer Eltern, der neben Schweden auch Frankreich und Italien gut kennt.

Aber der Manager, der 25 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Positionen bei IKEA in Europa mitbringt, schätzt das Kundenpotenzial an der Algarve auch als „enorm“ ein.

„Ich weiß nach vielen Kontakten und Besuchen, dass die Kunden auf uns warten. Wir wollen ihnen nicht bloß Möbel und Einrichtungsstücke liefern, sondern Lösungen für ein besseres Leben zu Hause“, so der Vater von zwei Kindern, die bei ihrer Mutter in London leben, wie er beim Presse-Lunch erzählt.

 

Lange Verhandlungen, keine Sortiments-Beschränkungen

 

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Gefragter Interview-Partner: IKEA-Direktor Abdelhak Ayadi. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Sicher gebe es Ertragsziele, aber die werde er natürlich nicht verraten, schmunzelt Ayadi. Gezögert habe IKEA nicht damit, an die Algarve zu kommen. Vielmehr sei schon der Grundstückserwerb bei der Vielzahl an Eigentümern nicht leicht gewesen und die Gespräche mit den Behörden hätten ebenfalls ihre Zeit benötigt, verrät der frischgebackene Direktor.

Gefragt, ob IKEA zum Schutz des örtlichen Handels Einschränkungen beim Sortiment für Loulé auferlegt worden seien, verneint Ayadi. Die Erfahrung zeige, dass beim Markteintritt von IKEA in einer Region sich für die regionalen Anbieter eigene Nischenmärkte öffneten, die nicht mit der schwedischen Marke im Wettbewerb stünden. Insgesamt steige in diesen Gebieten sogar das Interesse an Möbeln und Konsum, so Ayadi.

Der Manager will in Loulé vor allem mit einem vielfältigen Service punkten: „Deutsche und Franzosen sind eher Heimwerker-Typen. Ich glaube, die Einheimischen und Touristen hier erwarten mehr Unterstützung, mehr Dienstleistung“. Laut Ayadi hat IKEA wachsende Ambitionen im Online-Vertrieb – verbunden mit direkter Anlieferung beim Kunden.

Wie aus anderen Unternehmenskreisen zu hören war, prüft IKEA, ob es in Europa vielleicht auch mehr kleinere Zentren in Innenstadtlagen statt ausschließlich riesige Shops „auf der grünen Wiese“ geben solle. Um sein Bemühen um Nachhaltigkeit zu demonstrieren, investierte IKEA nach eigenen Angaben allein rund eine Million Euro in die Installation von Photovoltaik-Solarzellen auf dem neuen Haus in Loulé. Damit solle einmal rund ein Viertel des Energiebedarfs gedeckt werden.

 

Gigantisches Shopping-Zentrum in der Zentral-Algarve

 

Der IKEA-Shop an der Algarve ist Anker-Projekt für einen gigantischen Shopping-Komplex an der Autobahn A22, der im Endausbau auch ein Einkaufszentrum, ein Designer Outlet und einen Freizeitbereich umfasst. IKEA arbeitet bei der Realisierung mit der österreichischen Gruppe Retail Outlet Shopping (ROS) aus Parndorf zusammen. Insgesamt versprechen die Betreiber 3.500 kostenfreie Parkplätze.

Vor allem diese vier Pluspunkte sollen Residenten und Urlauber anziehen:

  • Die IKEA-Filiale bietet Möbel und Einrichtungsgegenstände auf einer Fläche von 24.000 Quadratmetern auf zwei Etagen. Auch ein Restaurant gehört dazu.
  • Das benachbarte Einkaufszentrum wird 110 verschiedene Läden umfassen, die auf insgesamt mehr als 42.000 Quadratmetern Mode-und Lifestyle-Marken wie Zara, Massimo Dutti, Mango und Zara Home anbieten. Für das Lebensmittelangebot sorgt ein großer Pingo Doce-Supermarkt
  • Ein großer Freizeitbereich mit Wasserbrunnen, Spazierwegen, einer Berglandschaft und neuartigen Kinderspielplätzen soll mithelfen, den gesamten Komplex zu einem besonderen Einkaufserlebnis für Familien zu machen.
  • Weiteres Highlight ist das Designer Outlet Algarve, ein in zwei Phasen errichtetes Freiluft-Dorf mit moderner und traditioneller Architektur, in dem 110 Läden auf einer Fläche von 17.000 Quadratmetern untergebracht werden. Als Eröffnungstermin wird auf der Website der „Spätsommer 2017“ angegeben. Das Outlet soll ganzjährig internationale Designer- und Modemarken-Produkte mit Rabatten von bis zu 70 Prozent auf die empfohlenen Verkaufspreise bieten. Unter anderem werden die Bereiche Sport und Outdoor, Schuhe und Zubehör sowie Freizeit- und Kinder-Bekleidung in dem geplanten Mix eine wichtige Rolle spielen.

 

Markenbewusste Portugiesen, Spanier und Touristen im Fokus

 

Den Standort haben die Projektentwickler von IKEA und ROS mit Bedacht gewählt. Loulé ist wirtschaftliches Zentrum des so genannten goldenen Dreiecks der Algarve mit Quinta do Lago, Vale do Lobo und Vilamoura und damit des größten und finanzstärksten Bezirks der Algarve. Die gesamte Südküste gilt als die drittwohlhabendste Region in Portugal. In der Kreisstadt und den umgebenden 11 Gemeinden leben gut 70.622 Einwohner. Hinzu kommt, dass sich die Wirtschaftslage des Landes verbessert, die Arbeitslosigkeit zurückgeht und die Kaufkraft wieder wächst. Mit einem Durchschnittsalter von 41,2 Jahren sind die Portugiesen eine wichtige Zielgruppe für ein Outlet mit Modebekleidung. Sie gelten, wie die Spanier, als sehr markenbewusst.

Algarve-Stadt Silves feiert sich als Orangen-Hauptstadt Portugals

Rund um süße Apfelsinen geht es drei Tage lang in der Algarve-Kreisstadt Silves: Knapp ein Jahr, nachdem sie sich zur „Orangen-Hauptstadt“ ernannte, präsentiert die Kommune vom 17. bis 19. Februar Angebote aus den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie, Kunsthandwerk und Unterhaltung. So wetteifern zum Beispiel Barkeeper von Portugals Südküste den ganzen Samstag über um den besten Orangen-Cocktail. Auf einer Fachkonferenz informieren portugiesische und spanische Experten über zentrale Themen der Zitrusfrucht-Erzeugung. Abgerundet ist der Event an allen drei Tagen durch Konzerte sowie eine Ausstellung. Der Eintritt im Messe- und Ausstellungskomplex FISSUL ist jeweils frei.

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Veranstaltungsplakat. Quelle: Camara Municipal de Silves

Im April 2016 hatte sich die Stadt am Ufer des Flusses Arade im hügeligen Hinterland der Algarve ein grafisches Markenzeichen gegeben: eine aufgeschnittene Frucht mit zwei  grünen Blättern. Aussparungen an der Unterseite der Orangenscheibe zeigen den Umriss des lokalen Wahrzeichens, der Burg aus rotem Sandstein. Die Gemeinde und der Landkreis sind seit vielen Jahren Standort für die Produktion hochwertiger Zitrusfrüchte.

„Silves-Orangen“, wie sie oft genannt werden, sind bekannt für ihre besondere Süße, Saftigkeit, außergewöhnlichen Aromen und einen hohen Vitamin C-Gehalt. Mit der Erstellung und Eintragung der Marke wollte Silves die Bedeutung der Orangen für sein kulturelles und regionales Erbe betonen.

Nur wer nachweislich im Kreis Silves Zitrusfrüchte herstellt, darf die Marke verwenden. Er muss sich dabei an genaue Einsatzregeln halten.

Silves ist nach dem Bau des Arade Staudamms und anderer Einrichtungen für einfachere Bewässerung der größte portugiesische Produzent von Zitrusfrüchten geworden. Die Ursachen dafür liegen im sehr günstigen Mikroklima mit einer hohen Zahl von Sonnenscheinstunden, günstiger Bodenqualität und sauberem Wasser aus dem Arade-Fluss.

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Silves-Orangen beeindrucken durch besondere Saftigkeit. Foto: Camara Municipal des Silves

Aus der Gegend um Silves stammen rund 70 Prozent der gesamten nationalen Produktion. Insgesamt stellt Portugal jährlich mehr als 250.000 Tonnen Orangen her.

Zum Vergleich: Spanien produziert 3,5 Millionen Tonnen und Marktführer Brasilien 17,5 Millionen Tonnen. Die Orange, nach dem Apfel auf Platz zwei der weltweit am meisten konsumierten Früchte, hat eine lange Geschichte an der Algarve.

 

Wie die Orange an die Algarve kam

 

Der Ursprung der Bitterorange lag vor 7.000 Jahren im Gebiet zwischen Indien und Südostasien. Die Frucht war das Ergebnis einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse. Erste regelrechte Orangenhaine wurden in China angelegt. Im Gebiet von Europa waren wahrscheinlich die Römer die ersten, die über persische und äthiopische Händler mit Bitterorangen in Kontakt kamen. Zunächst war die Orange ein Luxusprodukt und wurde in oberen Gesellschaftsschichten auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt.

Vom ersten Jahrhundert nach Christus an errichteten römische Besitzer Orangenplantagen auch im Westen des Reichs und im Norden Afrikas zwischen Libyen und Marokko. Der Fall des Römischen Reichs und die Entstehung des islamischen Kalifats führten zunächst zu einem Niedergang des Obstanbaus. Doch in den goldenen Jahren der maurischen Besetzung, etwa im elften Jahrhundert, kehrten Orangen aus Persien wieder zurück nach Europa. Auf der iberischen Halbinsel entstanden neue Orangenkulturen mit neuen Sorten. So hatten zum Beispiel die Rautengewächse aus Sevilla eine dickere Schale und darin mehr Pektin. Beides wurde oft auch für die Herstellung von Spirituosen, Parfums und Konfitüren genutzt.

Im 16. Jahrhundert waren es portugiesische Händler, die süße Orangen aus Indien in Europa einführten – eine Folge der Entdeckung des Seeweges nach Südasien. Vasco da Gama berichtete zum Beispiel 1498, er habe in Mombasa viel bessere Orangen gesehen, als sie zu dieser Zeit in Portugal bekannt waren. In der Folge entstanden, besonders im Süden und Südosten Europas, überall „portugiesische Obstgärten“, wie sie vor allem auf dem Balkan genannt wurden. Hatten Orangenbäume in Asien und im Nahen Osten zunächst die Rolle eines Zierbaums gespielt – vor allem in der Nähe von Quellen- oder Seegrundstücken reicher Araber – setzte sich nun in Europa immer mehr die landwirtschaftliche Nutzung durch. Die Verbindung von süßen Orangen und Portugal schlug sich in etlichen Sprachen in der Namensgebung nieder: Griechen nannten sie „Portokali“, Türken „Portakal“, Rumänen „Portocala“ und Italiener „Portogallo“. Möglicherweise förderlich dafür war die Erzählung, dass der erste ursprünglich eingeführte Baum noch jahrhundertelang in Lissabon gestanden habe.

 

Warum Silves mehr als einen Besuch wert ist

 

Als die arabischen Mauren die Algarve beherrschten, war Silves die Hauptstadt der Region. Machtvoller Zeuge dieser Epoche ist die aus rotem Sandstein erbaute Burg auf einem Hügel der Stadt am Rande des Gebirges Serra de Monchique. Das Castelo gilt als das schönste und größte islamische Militärbauwerk an der Südküste Portugals. Von den Türmen und Mauern aus hat man einen weiten Blick über die fruchtbaren, mit Orangenbäumen bedeckten Felder im Tal des Arade-Flusses. Direkt der Burg gegenüber liegt eins der bedeutendsten Gotteshäuser der Algarve, die Kathedrale Sé, eine frühere Hauptmoschee. Die christliche Kirche wurde im gotischen Stil begonnen und im Barock fertiggestellt.

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Abendlicher Blick über den Arade auf das illuminierte Silves. Foto: Stadtverwaltung

Das Stadtzentrum hat sich das mittelalterliche Flair und die Atmosphäre alter arabischer Kultur erhalten. Mitte August jeden Jahres veranstaltet Silves, das heute gut 11.000 Einwohner hat, seinen Mittelaltermarkt Feira Medieval. Besichtigenswert sind auch die ehemalige Kork-Fabrik „Fabrica do Inglès“ mit dem Museum zur Weinkorken-Produktion und das Archäologische Museum. Darin befindetsich ein sehr tiefer Zisternenbrunnen aus islamischer Herrschaftszeit. Er ist über eine Wendeltreppe zu erreichen.

Der Fluss Arade, seit Jahrhunderten die wichtige, aber einst versandete Wasserstraße, die mit der Küste verbindet und früher Händler und Kreuzritter nach Silves brachte, kann heute mit einem der vielen Ausflugsboote befahren werden. Eine aus dem Mittelalter stammende Brücke überquert den Arade.

 

Jazz im Weinkeller

 

Mit einer neu aufgelegten Veranstaltungsreihe „Jazz in den Weinkellern“ verknüpft Silves auf interessante Weise Tourismus- und Kultur-Angebote. Wer zu den Jazz-Abenden ein Eintrittsticket für 7,50 Euro  erwirbt, kann das veranstaltende Weingut besichtigen, mit Winzern und Musikern diskutieren, erhält eine Flasche Wein gratis und zwei Gutscheine für den kostenlosen Besuch der Burg und des archäologischen Museums von Silves. So profitiert auch die eigene Marke „Vinhos de Silves“ von dem Programm „Jazz nas Adegas“, das zur Serie „365 Algarve“ gehört.

Infos und Reservierungen erhalten Jazz- und Wein-Liebhaber in der Stadtverwaltung: Tel.: 282 440 800, E-Mail: cultura@cm-silves.pt. Hier die nächsten Konzerte, die jeweils um 21 Uhr beginnen:

18. Februar: What about Sara – Quinta do Barradas – Sítio da Venda Nova

10. März: Hugo Antunes Standards Trio – Quinta do Francês – Dobra – Odelouca

17. März: Beatriz Cruz – Quinta Rosa – Pinheiro e Garrado

Algarve-Schauspielerin auf Berlinale ein Shooting Star

Algarve-Schauspielerin Victória Guerra (27, auf dem Gruppenbild ganz links) wird auf der Bühne des Berlinale-Palastes am Montag  mit dem European Shooting Stars Award 2017 ausgezeichnet. Die aus Loulé stammende portugiesische Künstlerin erhält den Preis zusammen mit neun weiteren Kolleginnen und Kollegen: Louis Hofmann (Deutschland, auf dem ESSA-Foto vorn neben Guerra), Esben Smed (Dänemark), Alessandro Borghi (Italien), Elīna Vaska (Lettland), Hannah Hoekstra (Niederlande), Zofia Wichłacz (Polen), Tudor Aaron Istodor (Rumänien), Maruša Majer (Slowenien) und Karin Franz Körlof (Schweden). Portugal präsentiert auf dem Berliner Filmfestival insgesamt sieben eigene Streifen.

Die Jury des Shooting Stars Awards hatte die zehn Preisträger aus 37 Nominierungen verschiedener Länder ausgewählt. Mit dem Preis soll die Wahrnehmung des jungen europäischen Kinos in der Welt verbessert werden. Es handelt sich um die 20. Auflage der Veranstaltung, auf der diesmal der britische Schauspieler Timothy Spall die Preise überreicht.

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Victoria Guerra (27), Schauspielerin aus Loule an der Algarve. Foto: European Shooting Star Award/Miguel Angelo

Guerra heißt mit vollem Namen Victória Deborah de Sousa Lark Guerra. Die 27-Jährige ist Tochter einer Engländerin und eines Portugiesen und besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. Im Alter von 15 Jahren wechselte sie von der Algarve auf ein von Nonnen geführtes Gymnasium in Lissabon. Danach studierte sie Journalismus. Bei einem Casting wurde sie 2006 für eine Rolle in der beliebten Fernsehserie „Morangos com Açúcar“ besetzt und widmete sich danach dem Schauspielerberuf.

Guerra wirkte bislang in Filmen (u.a. „Cosmos“, „Amor Impossível“ und „As Variações de Casanavova“) und Theaterstücken („8 Mulheres“) mit, aber auch in mehreren Fernsehserien, etwa der populären Telenovela „Dancin´ Days“ des Fernsehsenders SIC. Bekannt wurde Victória Guerra zum Beispiel auch durch ihre Rolle als Clarissa Warren in der internationalen Kinofilm-Produktion „Lines of Wellington – Sturm über Portugal“. Im November 2012 war sie auf dem Titelbild der portugiesischen Ausgabe des Männermagazins GQ. 2014 starb ihr Vater, ein Rechtsanwalt aus Loulé, an Krebs.

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Deutscher Preisträger: Louis Hofmann. Foto: European Shooting Star Award/Rolf Uhler (EFP)

Portugal ist auf der Berlinale außerdem durch Auftritte sowie Mario Patrocínio (Produzent und Regisseur) und Luis Campos (Regisseur) bei den „Berlinale Talents“ vertreten sowie – bei derselben Veranstaltung – durch das Medienfilm- bzw. Dokumentations-Projekt „A Short Film for the dead“ von Daniel Hui, Portugal /Singapur. Das Land präsentierte am 11. Februar zudem vor Fachpublikum sein Steueranreizsystems fürs Filmedrehen in Portugal.

Hier eine kurze Übersicht über die Produktionen mit portugiesischer Beteiligung oder in portugiesischer Sprache, die im offiziellen Berlinale-Programm laufen.

 

Berlinale-Wettbewerbsfilme

 

COLO – von Teresa Villaverde

  • Script und Drehbuch: Teresa Villaverde
  • Kamera: Acácio de Almeida
  • Schauspieler: João Pedro Vaz, Alice Albergaria Borges, Beatriz Batarda und Clara Jost
  • Ton: Vasco Pimentel
  • Länge: 136 Minuten

 

Zusammenfassung:

Ein Vater, eine Tochter, und eine Mutter im von der Wirtschaftskrise heimgesuchten Portugal heute. Der Film zeigt die Schwierigkeiten, die in innerfamiliären Beziehungen entstehen, wenn Arbeit und finanzielle Stabilität in einem schleichenden Prozess verschwinden, und die Unfähigkeit, diese Schwierigkeiten zu lösen. Es geht darum, wie die Familienmitglieder nach und nach ihre bisherigen Rollen hinter sich lassen. Nach einigen Monaten, kurz bevor er unmöglich würde, kommt es zu einem endgültigen Rollentausch.

Gala-Premiere am 15. Februar um 15:45 Uhr im Berlinale-Palast (Start Roter Teppich ca. 15:15 Uhr)

Weitere Vorführungen:

  1. Februar, 12:00 und 21:30 Uhr Friedrichstadt-Palast
  2. Februar, 18:00 Uhr Haus der Berliner Festspiele
  3. Februar, 19:15 Uhr 30 Uhr Friedrichstadt-Palast

 

JOAQUIM – von Marcelo Gomes

  • Produktion: Ukbar Filmes, Rec Produtores Associados
  • Drehbuch: Marcelo Gomes
  • Kamera: Pierre de Kerchove
  • Schauspieler: Julio Machado, Isabél Zuaa, Diogo Dória, Nuno Lopes, Rômulo Braga und Welket Bungué
  • Länge: 97 Minuten

 

Zusammenfassung:

Achtzehntes Jahrhunderts. In der Kolonie Brasilien, Teil des portugiesischen Reichs, geht die Goldproduktion zurück. Eine Minderheit der portugiesischen Administratoren beherrscht autoritär, korrupt und in Vetternwirtschaft eine Gesellschaft, die sich meist aus afrikanischen Sklaven, Einheimischen und Mestizen zusammensetzt. Joaquim José da Silva Xavier alias Tiradentes, ein bekannter Nationalheld, hofft, durch das Ergreifen von Goldschmugglern mit einem höheren militärischen Rang belohnt zu werden und will die Freiheit einer Sklavin erkaufen, in die er verliebt ist. Doch die Beförderung erfolgt nicht. Joaquim verzweifelt. Jetzt wird er einer riskanten Mission zugewiesen: Es gilt, neue Goldadern im gefürchteten Hinterland zu finden. Diese Mission zu erfüllen, ist der einzige Weg, um die Beförderung doch noch zu erreichen. Doch seine Zweifel werden immer größer. Auch seine Geliebte macht ihm klar, dass er Überzeugungen und Haltungen überdenken sollte.

Gala Premiere am 16. Februar um 19:00 Uhr im Berlinale-Palast (Start am Roten Teppich ca. 18:30 Uhr)

  1. Februar: 12:00 und 18: 30 Uhr, Friedrichstadt-Palast
  2. Februar: 09:30 Uhr, Zoo-Palast
  3. Februar: 22:30h, International

 

Kurzfilm-Wettbewerb der Berlinale

 

Os Humores Artificiais – von Gabriel Abrantes

  • Produktion: Herma Films
  • Drehbuch: Gabriel Abrantes
  • Kamera: Jorge Quintela
  • Schauspieler: Amanda Duarte; Gilda Nomacce; Ivo Müller; Jeann Segundo; Mateus Rolim Rodrigues; Rafaela Rocha
  • Länge: 30 Minuten
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Szene mit künstlichem Humor – aus dem Kurzfilm von Gabriel Abrantes. Foto: Berlinale/Herma Films

Zusammenfassung:

Die außergewöhnliche Odyssee einer Romanze zwischen Jo, einer jungen indigenen Frau, die in Begleitung des Anthropologen Claude Laroque aus ihrem Dorf im Amazonasbecken nach São Paulo wegläuft, und Coughman, einem intelligenten Roboter, der sogar in der Lage ist, Witze über die Rechte der Ureinwohner und über politischen Aktivismus zu machen. Coughman verliebt sich in Jo. Ihre Liebe übersteht jeden Neustart.

Premiere: 15. Februar, 16:00 Uhr, CinemaxX 5

  1. Februar, 21:30 Uhr, City Kino Wedding
  2. Februar, 22:00 Uhr, CinemaxX 3
  3. Februar, 17:00 Uhr, Colosseum 1
  4. Februar, 17:00 Uhr, Colosseum 1

 

Coup de Grace – von Salomé Lamas

  • Produktion: O Som e a Fúria
  • Drehbuch: Salomé Lamas, Isabel Pettermann
  • Kamera: Rui Xavier
  • Schauspieler: Miguel Borges, Clara Jost, João Pedro Bénard
  • Länge: 26 Minuten

 

Zusammenfassung:

Leonor kehrt eines Tages von einer Reise zurück, als ihr Vater Francisco, der im Tagebau arbeitet, schon nicht mehr damit gerechnet hat. In 24 Stunden erleben sie zusammen absurde Situationen. Leonor erkennt in wachsender Unruhe scheinbare Normalität.

Premiere: 13. Februar, 16:00 Uhr, Cinemaxx

  1. Februar, 22:00 Uhr, Cinemaxx, 17. Februar, 17:00 Uhr, Colosseum

 

Cidade Pequena – von Diogo Costa Amarante

  • Hersteller: Curtas Metragens C.R.L.
  • Drehbuch: Diogo Costa Amarante
  • Kamera: Diogo Costa Amarante
  • Montage: Diogo Costa Amarante
  • Ton: Diogo Costa Amarante, Miguel Cordeiro
  • Haupt-Schauspieler: Frederico Costa Amarante Barreto, Mara Costa Amarante
  • Länge: 19 Minuten

 

Zusammenfassung:

Eines Tages lernt Frederico (6) in der Schule, dass die Menschen Kopf, Rumpf und Gliedmaßen haben und dass sie sterben, wenn das Herz aufhört zu schlagen. In dieser Nacht kann er nicht schlafen. Er weckt die Mutter mehrmals früh am Morgen und sagt ihr, dass er sich an der Brust verletzt hat. Sie geht am nächsten Tag zum Lehrer, um nachzufragen: Muss man Kindern unbedingt die Wahrheit sagen?

Premiere: 13. Februar, 22:00 Uhr, Cinemax

  1. Februar, 17:00 Uhr, Colosseum, 16. Februar, 16.00 Uhr Cinemaxx

 

Altas Cidades De Ossadas – von João Salaviza

  • Schauspieler: Karlon, Xama, Maria do Céu Magalhães, Leonor Ferreira
  • Drehbuch: João Salaviza, Renée Nader Messora, Karlon
  • Kamera: Vasco Viana
  • Ton: Rafael Cardoso
  • Produktion: Terratreme Filmes
  • Länge: 19 Minuten

 

Zusammenfassung:

Karlon, geboren in einem Slum am Stadtrand von Lissabon und ein Pionier des kapverdisch-kreolischen Rap, flieht aus dem Viertel, das ihm zugewiesen wurde, in Zuckerrohrfelder der Umgebung. Er verbringt fiebrige, schlaflose Nächte in der tropischen Hitze. Im Zuckerrohr rumort es, aber Karlon hört nicht auf zu singen. Hohe Städte aus Totengebein machen ihn neugierig und lassen ihn durch seine Erinnerungen tasten – über vergangene Geschichten aus einer dunklen Zeit.

Premiere: 14. Februar, 22:00 Uhr, Cinemaxx

Februar, 17:00 Uhr, Colosseum, 17. Februar, 16:00 Uhr, Cinemaxx

Februar,14:00 Uhr, CUBIX Cinema (Programm „Power To The People“)

Februar, 07:30 Uhr, Zoo-Palast (Programm „Power To The People“)

 

Berlinale-Kurzfilme Generation KPLUS

 

Odd é um ovo – von Kristin Ulseth

  • Beruht auf dem Buch von: Lisa Aisato
  • Drehbuch: Maria Avramova, Kristin Ulseth
  • Produktion: Sparkle Animation e Qvisten Animation AS

 

Zusammenfassung:

Basierend auf dem Kinderbuch von Lisa Aisato, dessen Titel übersetzt lautet „Odd ist ein Ei“, ist dies ein herzerwärmender und origineller Kurzfilm darüber, wie man aus dem eigenen Schneckenhaus herauskommt.

Premiere: 14. Februar, 10:00 Uhr, HKW – Haus der Kulturen der Welt

  1. Februar, 15:00 Uhr, CinemaxX 1
  2. Februar, 09:30 Uhr, Filmtheater am Friedrichshain

 

Berlinale Forum

 

Spell Reel – von Filipa César

  • Produktion: Filmes do Tejo II, Spectre Productions
  • Drehbuch: Filipa César
  • Kamera: Jenny Lou Ziegel
  • Schauspieler: Flora Gomes, Aissatu Seidi, Sana na N’Hada, Suleimane Biai
  • Länge: 96 Minuten

 

Zusammenfassung:

Im Jahr 2011 tauchte in Bissau audiovisuelles Archivmaterial wieder auf. Stark gealtert, zeugen die Bilder von der Geburt des guineischen Kinos als Teil der Entkolonialisierungs-Vision von Amilcar Cabral, dem 1973 ermordeten Führer der Befreiung. In Zusammenarbeit mit den Filmemachern Sana in N’Hada und Flora Gomes aus Guinea und mit vielen anderen Verbündeten stellt Filipa César eine Reise in die Vergangenheit vor, an die Orte, an denen die Filme entstanden waren. Digitalisiert und live vorgeführt sowie in Berlin von den Filmemachern kommentiert, provoziert das Archivmaterial Diskussionen, Erfahrungsberichte und Zukunftsprognosen. Man kann einem Archiv bei der Arbeit, bei der Produktion von Gegenwart, zusehen.

  1. Februar, 09:30 Uhr, CinemaxX 6 (Presse und Filmwirtschaft, Englisch)
  2. Februar, 19:00 Uhr, Delphi
  3. Februar: 15:00 Uhr, Arsenal 1
  4. Februar, 16:30 Uhr, Akademie der Künste, Hanseatenweg
  5. Februar, 17:00 Uhr Zoo-Palast 2 (Engl.)

 

Berlinale Panorama

 

Vazante – von Daniela Thomas

  • Drehbuch: Beto Amaral und Daniela Thomas
  • Kamera: Inti Briones
  • Schauspieler: Adriano Carvalho, Luana Tito Nastas, Sandra Corveloni
  • Ton und Mischung: Vasco Pimentel
  • Produktion: Ukbar Filmes
  • Coproduktion: Dezenove und Cisma Produções
  • Länge: 116 Minuten
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Szene aus „Vazante“ von Daniela Thomas. Foto: Berlinale/Ricardo Teles

Zusammenfassung:

Vazante, erster „Alleinflug“ der preisgekrönten Regisseurin Daniela Thomas, untersucht den Wandel in den Beziehungen der Rassen und Geschlechter im gewaltbereiten kolonialen Brasilien 1821, dicht vor der Unabhängigkeit. Schwarze, Weiße, Einheimische und Neuankömmlinge aus Afrika leiden in den Hügeln, einem Gebiet, dessen Boden der Diamantenabbau im frühen neunzehnten Jahrhundert zerstört hat, an ihrer Unfähigkeit zu kommunizieren. Eindrucksvoll komponierte Schwarz-Weiß-Bilder rücken charismatische Darsteller in den Mittelpunkt und machen das Schicksal der Ahnen spürbar.

Premiere war am 10. Februar, um 21:30 Uhr im Zoo Palast 1. Eine Aufführung gab es auch am 11. Februar um 12:30 Uhr im CinemaxX 7.

Weitere Möglichkeiten, den Film zu sehen, gibt es am 12. Februar um 14:00 Uhr im Cubix 9 und am 17. Februar um 22:00 Uhr im Zoo Palast 2.

 

Klimawandel: Worauf sich die Algarve einstellt

Auf welche lokalen Folgen des globalen Klimawandels sollten sich die Städte und Bewohner der Algarve einstellen? Die portugiesische Umweltorganisation Quercus hat jetzt darauf hingewiesen, mit welchen Veränderungen zum Beispiel Loulé in der Zentralalgarve bis zum Ende dieses Jahrhunderts und darüber hinaus zu rechnen hat. Die entsprechenden Prognosen, die aussagekräftig für die gesamte Südküste sein dürften, sind auf dieser Internetseite veröffentlicht – zu Loulé und 25 weiteren Orten in ganz Portugal.

Zusammengefasst hier die grundlegenden Ergebnisse, bezogen auf Jahresdurchschnittswerte:

  • Die Niederschlagsmengen verringern sich
  • Die Temperaturen – vor allem die Höchstwerte – nehmen zu
  • Der Meeresspiegel steigt an
  • Extreme Regenfälle werden häufiger.

Niederschläge

Stärker ausgeprägte Rückgänge der durchschnittlichen Niederschlagsmengen pro Jahr dürfte es in Loulé und an der Algarve nach diesen Angaben gegen Ende des Jahrhunderts geben. In dem entsprechenden Zeitraum könnten sie im Mittel zwischen 6 und 44 Prozent des bisherigen Werts liegen, ist einer Übersichtstabelle zu entnehmen. Danach könnte die Regenmenge im Winter zwischen 1 und 30 Prozent, im Frühling zwischen 13 und 61 Prozent und im Herbst zwischen 7 und 53 Prozent des gegenwärtig Üblichen liegen. Gemäß diesen Prognosen wird sich die Zahl der Regentage pro Jahr vermindern auf 10 bis 28. Bereits 2013 hatte der Weltklimarat die Wahrscheinlichkeit häufigerer und intensiverer Dürren für den Süden Europas betont.

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Hatte Loule an der Algarve bislang 752 mm Niederschlag im Jahr, sinkt die Durchschnittsmenge – je nach Modellrechnung – künftig deutlich. Quelle: ClimAdaPT.Local

 

Temperaturen

Gegen Ende des Jahrhunderts dürfte – so die Auswertung – die jährliche Durchschnittstemperatur in Loulé und an der Algarve zwischen 1 und 4 Grad Celsius höher liegen. Stärker noch sollen die Höchsttemperaturen zunehmen: im Sommer zwischen 1 und 4 Grad, im Frühling zwischen 1 und 5 Grad und im Herbst zwischen 2 und 5 Grad. Ganz allgemein wird eine Zunahme der Zahl von sehr heißen Tagen (mit Höchsttemperaturen über 35 Grad) und von tropischen Nächten (mit Minimumtemperaturen über 20 Grad) vorhergesagt. Hitzewellen, so der Bericht, würden häufiger und intensiver.

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Die blaue Kurve zeigt die jetzigen Temperaturen von Loule im Jahresverlauf, die rote und die grüne Linie geben Prognosen laut Modellrechnungen wieder. Quelle: ClimAdaPT.Local

Meeresspiegel

Bis 2050 prognostizieren die Weltklimarats-Experten eine Erhöhung des Meeresspiegels um 17 bis 38 Zentimeter. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird weltweit sogar mit einem Anstieg um 26 bis 82 Zentimeter gerechnet. Andere Wissenschaftler sehen im Jahr 2100 sogar eine Erhöhung um 110 Zentimeter für möglich an. Der Weltklimarats-Bericht von 2013 verweist ferner darauf, dass das Anwachsen des Wasserspiegels der Ozeane mit Meeresstürmen verbunden sein könnte.

Extreme Klimaphänomene

Was extreme Klimaphänomene anbetrifft, rechnen portugiesische Experten, die 2015 ihren Bericht vorlegten, insbesondere mit starkem oder sehr starkem Niederschlag. Und laut Weltklimarat ist weltweit mit intensiveren Winterstürmen zu rechnen, begleitet von Regen und starkem Wind.

 

Pionierprojekt in Portugal abgeschlossen

 

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Logo von ClimAdaPT.Local

Die Veröffentlichung der Dokumente zu den örtlichen Anpassungsnotwendigkeiten angesichts des globalen Klimawandels bildet den Abschluss eines zweijährigen Pionierprojekts in Portugal. Vertreter von 26 Kommunen, Techniker und Wissenschaftler hatten in dem Projekt „ClimAdaPT.Local“ laut Organisation Quercus einen Leitfaden für die Ausarbeitung von Anpassungsstrategien entwickelt. Jede Kommune sei nun etwa in der Lage, die Betroffenheit ihres Wohnungsbestands von den Auswirkungen des Klimawandels zu bewerten und dazu Workshops mit örtlichen Vertretern durchzuführen. Das Projekt habe die Fähigkeit verbessert, die Anpassung an den Klimawandel in lokale politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen, Planungsinstrumente zu schaffen und notwendige Steuerungsmaßnahmen einzuleiten.

 

quercus-logoBeteiligt waren unter anderem Informatiker der Universität Lissabon sowie Institutionen aus Portugal (z.B. der Naturschutzverband Quercus) und Norwegen. Unterstützt und finanziert wurde das Projekt von der portugiesischen Umweltagentur und dem Portugal Carbon Fund sowie durch EU-Mittel, die auf Initiative Islands, Liechtensteins und Norwegens flossen.

Dies sind die portugiesischen Teilnehmer-Orte des ClimAdaPT.Local-Projekts: Amarante, Barreiro, Braga, Bragança, Castelo Branco, Castelo de Vide, Coruche, Évora, Ferreira do Alentejo, Figueira da Foz, Funchal, Guimarães, Ilhavo, Leiria, Lissabon, Loulé, Montalegre , Odemira, Porto, São João da Pesqueira, Seia, Tomar, Tondela, Torres Vedras, Viana do Castelo und Vila Franca do Campo.

Deutsche Studenten in Portugal: Sebastian (24) berichtet aus Coimbra

Was zieht Studierende aus Deutschland speziell in den Südwesten Europas? Was erleben sie, wenn sie das akademische Leben in Portugal, das Land als solches und die Mentalität seiner Menschen kennenlernen? Sebastian Rehfeldt, der in Potsdam den Informatik-Studiengang „IT-Systems Engineering“ am renommierten Hasso-Plattner-Institut (HPI) absolviert, teilt seine Erfahrungen mit uns – als Teilnehmer des europäischen Erasmus-Austauschprogramms, das gerade 30 Jahre alt geworden ist. Im Juni kommt er an die Algarve und will erneut über seine Eindrücke berichten.

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HPI-Masterstudent Sebastian Rehfeldt aus Bad Wilsnack im Nordwesten Brandenburgs. Foto: privat

Der große Vorteil von Erasmus ist: geringerer bürokratischer Aufwand als bei selbst organisiertem Auslandsaufenthalt und ein attraktives Stipendium. In meinem Fall beträgt es rund 250 Euro im Monat. Als Gegenleistung reicht es, eine bestimmte Anzahl an Kursen erfolgreich zu bestehen. Den Stipendiumsbetrag verwende ich für die Monatsmiete. Ich lebe in einer Wohngemeinschaft, wie die meisten anderen Studenten hier auch. Mir persönlich ist die WG mit fünf Mitbewohnern (was hier eher als klein gilt) schon fast zu groß. Unser Haus ist, wie so viele andere hier, schlecht bis gar nicht isoliert und verfügt über keine Heizungen. Den Winter – mit fünf Grad Celsius nachts bis 15 Grad tagsüber – empfinde ich hier sogar noch kälter als in Deutschland.

 

Der Kleidungsstil erinnert an Harry Potter

 

Von allen Wahlmöglichkeiten hatte mich die Universität Coimbra am meisten angesprochen, einerseits wegen der Sonne und des relativ warmen Klimas und andererseits aufgrund der Nähe zum Atlantik. Der nahe Ozean eignet sich nämlich perfekt zum Surfen. Coimbra, die alte Königsstadt und ehemalige Hauptstadt Portugals, wirkt auf mich wie ein gelungener Kompromiss aus Kultur, Geschichte und Moderne.

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Traditionsreiche Tracht in Coimbra. Foto: Wikimedia

Letztere ist vor allem dank der Universität spürbar. Insgesamt leben hier in Coimbra 140.000 Menschen, wovon 30.000 studieren. Die Universität, im Jahre 1290 gegründet, ist die älteste Portugals und eine der ältesten in ganz Europa.

Ihre lange Geschichte spiegelt sich auch heute noch im Alltag wieder. So trägt ein großer Teil der Studenten die typische Kleidung. Wer sie sieht und dabei direkt an Harry Potter erinnert wird, liegt genau richtig: Die Erfinderin der Roman-Figur, die Schriftstellerin J.K. Rowling, studierte lange Zeit in Porto und ließ sich bei ihren Besuchen in Coimbra von der hiesigen Kleidung inspirieren.

 

Fado, Feste, Feiern

 

Neben der Kleidung spielen auch die Fado-Musik und studentische Feste und Rituale eine große Rolle in Coimbra. So findet im Oktober das „Festa das Latas“, eine rund viertägige Studenten-Feier, statt. Deutlich bekannter ist aber noch das „Queima das Fitas“, das von bis zu 60.000 Studenten besucht wird – ein absolutes ‚must-go‘ für alle Studenten! Nachts gibt es große Partys. Tagsüber finden Karneval-ähnliche Umzüge und große Dinners statt; wobei man in Portugal bei allem eher sehr spät loslegt.

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Coimbras Studenten feiern gern Feste. Foto: Sebastian Rehfeldt

Insbesondere Erst- und Zweitsemester-Studenten erleben die Traditionen hautnah. So sieht man während der ersten Monate unzählige Studentengruppen singend und in den wildesten Kostümen durch die Stadt ziehen. Hierbei bekommen die Neuen von ihren älteren Kommilitonen verrückte Aufgaben gestellt und dürfen sich zwei Semester lang (!) zum Clown machen. An dieser Stelle war ich sehr froh, dass uns als Erasmus-Studenten so etwas erspart blieb – und ich auch aus Deutschland nichts Vergleichbares kenne… Dennoch ist es interessant, diese vielen Traditionen als Zuschauer zu beobachten. Und es ist definitiv eine Erfahrung, die das Studium hier bereichert und die man außerhalb Portugals nicht in dieser Form machen wird.

 

Wenn Portugiesen schnell sprechen

 

Von den vielen Traditionen nun zum Studium. Ich besuche einen Portugiesisch-Kurs und nehme an Master-Veranstaltungen im Bereich Informatics Engineering teil. Diese werden glücklicherweise auf Englisch durchgeführt, sobald internationale Studenten im Kurs sind. Das Portugiesisch ist ja sehr verschieden vom Deutschen und da es sehr schnell gesprochen wird, erschwert dies mir das Verständnis zusätzlich. Allerdings sind die Portugiesen sehr hilfsbereit und freundlich – vor allem wenn ich versuche, mit ihnen in ihrer Sprache zu kommunizieren.

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Portugiesisch-Vorkurs bei 40 Grad in Coimbra. Foto: Sebastian Rehfeldt

Vorbereitet habe ich mich in Deutschland einige Monate lang per Duolingo-Webseite, um zumindest die wichtigsten Grundlagen zu lernen. Vorort in Coimbra belegte ich vor Semesterbeginn bereits einen Intensiv-Kurs. Wir büffelten in der altehrwürdigem Fakultätsgebäude bei 40 Grad Celsius und stahlblauem Himmel.

Mit dem Vorkurs war ich allerdings nicht sehr zufrieden: Er war teuer und nicht so gut organisiert. Wer nicht unbedingt die Landessprache lernen will, kommt in größeren Städten Portugals sehr gut mit Englisch aus. In kleineren Städten und auf dem Land wird das allerdings schwierig.

 

Studienorganisation? Sehr entspannt…

 

Meine fachlichen Kurse an der Universität sind recht aufwändig – auch wenn ich von Kommilitonen anderer Fakultäten ganz anderes höre. Mit der Organisation bin ich nicht immer hundertprozentig zufrieden. Wahrscheinlich bin ich da vom Hasso-Plattner-Institut etwas zu verwöhnt.

Jedoch spiegeln die Kurse die portugiesische Mentalität gut wieder: Man lässt gern alles einfach auf sich zukommen. Und eine Deadline ist nicht wirklich ein Abgabeschluss. Einen konkreten Plan gibt es häufig nicht. Auch wenn man das akademische Viertel beachtet und 15 Minuten später als im Vorlesungsverzeichnis angegeben im Raum erscheint, verbringt man oft noch viel Zeit mit Warten. Klausuren starten ebenfalls manchmal deutlich verspätet. Das ist am Anfang sehr anstrengend, aber wenn man sich darauf einlässt, auch eine interessante Erfahrung. Die Portugiesen sind generell sehr entspannt und lassen kaum Hektik aufkommen. Zudem fällt mir auf, dass sie etwas introvertierter zu sein scheinen als ihre spanischen Nachbarn. Das empfinde ich jedoch als sehr angenehm.

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Selfie mit internationalen Studierenden, unterwegs im Zug nach Figueira da Foz. Zweiter von rechts: Sebastian. Foto: privat

Als Austauschstudent ist es schwer, in die portugiesischen Studentengruppen hinein zu kommen, vor allem dann, wenn man die Sprache nicht perfekt beherrscht. Deshalb verbringe ich eher Zeit mit anderen ausländischen Studierenden. Diese kommen hauptsächlich aus Europa (über Erasmus) und aus portugiesischsprachigen Ländern wie Brasilien. Auffällig in Coimbra ist, dass besonders viele deutsche, spanische und italienische Studenten anzutreffen sind. Auch die bleiben häufig in ihren nationalen Gruppen, was aber jeder für sich selbst entscheiden kann. Mit Studenten aus den anderen Ländern kommt man aber auf jeden Fall dank der vielen Events und Feiern leicht in Kontakt.

 

Wo das große Bier 1,40 Euro kostet

 

Vor allem während des ersten Semestermonats, aber auch im gesamten Verlauf des Vorlesungsbetriebs finden täglich bzw. wöchentlich Feiern, Ausflüge oder auch kulturelle und sportliche Veranstaltungen statt. Besonders gut gefallen mir die Events, die vom Erasmus Student Network (ESN) organisiert werden. Dank des ehrenamtlichen Einsatzes dieser örtlichen Studenten ist das Kennenlernen von Land und Leuten sehr leicht. Neben kostenfreien Veranstaltungen wie Fußballspiele organisiert das ESN auch Trips innerhalb des Landes, die allein kaum günstiger zu organisieren wären.

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Bock auf ein Bier: Sebastian mit Kommilitonen am Erasmus Meeting Point. Foto: privat

Ein Platz in Coimbra ist mein Lieblingsort geworden, an dem ich mit meinen Erasmus-Kommilitonen den einen anderen Abend verbringe – der Praca da Republica mit unserer Stamm-Kneipe “What’s up Doc”. Uma caneca, also ein halber Liter Bier, kostet hier nur 1,40 Euro.

Deutlich besser noch als die portugiesische Biermarke Sagres schmeckt mir das hiesige Super Bock. Auch für kritische deutsche Zungen ist das ein leckeres Bier. Anschließend ziehen wir häufig weiter in den NB-Club, sofern die Vorlesungen es zulassen. Die meisten Partys im Lauf der Woche starten erst sehr spät; um 23 Uhr in den Bars und um 2 Uhr in den Clubs.

 

Nachts meist Stöpsel in den Ohren

 

Das Zentrum Coimbras mit der Universtität, den Bars und Clubs ist nicht groß. Alles kann zu Fuß erreicht werden. Das Leben hier hat den Vorteil der kurzen Wege, ist aber extrem laut. Deshalb habe ich mehr Nächte mit Stöpseln in den Ohren verbracht als ohne sie. Derjenige Campus von dreien, an dem ich studiere, ist vom Stadtzentrum am weitesten entfernt und nur per Bus zu erreichen. Die Fahrt dauert meist eine halbe Stunde, ist aber häufig eine Lotterie: Busfahrer halten durchaus gern zwischendurch zum Rauchen oder Telefonieren an und kümmern sich kaum um die Bedürfnisse der Gäste. Verspätungen sind in Coimbra dann vorprogrammiert. Zwischen den größeren Städten verläuft der öffentliche Personenverkehr aber zuverlässig und preiswert.

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Auch auf Reisen lässt sich Sebastian Portugals Küche schmecken. Foto: privat

Die Preise in Portugal sind niedriger als in Deutschland, sodass wir viel Zeit in Cafés, Restaurants und Bars verbringen. Das Leben findet ohnehin eher draußen statt, was auch an dem schönen Klima liegt. Ein Essen in einem Restaurant ist in Coimbra bereits ab sechs Euro zu bekommen. Vor allem Fischgerichte wie Bacalhau com Natas, also portugiesischer Stockfisch in Sahne-Soße, sind sehr zu empfehlen.

Leider ist das Mensa-Essen nicht besonders gut und kaum gewürzt sowie sehr eintönig: So gibt es fast jeden Tag Fleisch mit Pommes frites und Reis – dazu keine Soße und wenig oder kein Gemüse. Aber was soll man auch bei einem Mensapreis von 2,40 Euro für ein Hauptgericht mit Brot, Suppe, Dessert und Getränk erwarten?

 

Die Vielseitigkeit Portugals überrascht

 

Neben den eigenen Sehenswürdigkeiten bietet die Universitätsstadt Coimbra aufgrund ihrer günstigen Lage zwischen Lissabon und Porto viele Ausflugsmöglichkeiten an. Die Vielseitigkeit des Landes hat mich angenehm überrascht; das hätte ich so nicht ganz erwartet. Neben den vielen Stränden und tollen Küstenabschnitten bietet Portugal auch Gebirge, National-Parks, Schlösser und moderne wie historische Städte. Das Land ist sehr viel grüner als vermutet. Die Palmen vermitteln mir ein permanentes Urlaubs-Feeling.

 

Wo ich überall schon war

 

Porto, zweitgrößte Stadt Portugals und nur 150 Kilometer von Coimbra entfernt, ist bislang meine Top-Empfehlung für einen kurzen Städte-Trip. Eine Bus- oder Zugfahrt dorthin kostet nur rund zehn Euro und dauert etwa eineinhalb Stunden.

Lissabon. In der Hauptstadt, die viel bietet, habe ich, wie manche anderen Kommilitonen, leider schlechte Erfahrungen gemacht: ein Taschendieb klaute mir mein Smartphone. Deshalb “musste” ich Lissabon noch ein zweites Mal besuchen und neue Fotos machen. Von Coimbra aus erreicht man Portugals größte Stadt in zwei Stunden.

Figueira da Foz. Die Küstenstadt, einer der beliebten Surf-Spots Portugals, ist von Coimbra aus in weniger als einer Stunde zu erreichen. Die Zugfahrt kostet 2,70 Euro pro Strecke. Der gefragte Ausflugsort ist perfektes Ziel, um einen Nachmittag am Atlantik zu verbringen.

Sintra. Beim Besuch dieser für ihre zahlreichen Schlösser und Parks bekannten Stadt nahe Lissabon habe ich extrem schlechtes Wetter erwischt. Ich will aber unbedingt noch einmal hinfahren, um vor allem den Pena Palace mit seinem vielseitigen Architekturstil näher zu besichtigen.

Nord-Portugal. Um mit genügend Zeit die historischen Städte Guimaraes und Braga sowie den Nationalpark Peneda-Gerês zu besuchen, sollte man sich als Student des ESN bedienen oder zu mehreren Personen einen Wagen mieten.

Azoren. Dank Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet sind die Azoren vom Festland aus in zwei Flugstunden günstig zu erreichen (je 30 Euro für beide Flüge). Die Gruppe von neun Inseln mitten im Atlantik beeindruckt durch den vulkanischen Ursprung und ihre unberührte Natur. Hier gibt es zum Beispiel die einzige Tee-Plantage Europas.

Die Algarve im Süden steht noch ganz oben auf meiner persönlichen „bucket list“. Wenn ich im Juni dort sein werde, berichte ich für den Algarve-Entdecker gerne darüber.

 

Warum in Portugal studieren – mein Fazit

 

  • Portugal ist ein sehr vielseitiges Land und hat für jeden Geschmack etwas zu bieten
  • Die Menschen hier sind freundlich und hilfsbereit
  • Besonders die vielen universitären Traditionen sind eine Erfahrung wert
  • Dank der vielen Angebote über das Erasmus-Studentennetzwerk wird einem nie langweilig und man sieht viel vom Land
  • Der Atlantik und das warme Klima sind weitere Pluspunkte für Portugal und besonders für Reise- und Surf-Begeisterte interessant
  • Bei mir herrschte während des gesamten Semesters Urlaubsstimmung, selbst wenn die Kurse durchaus etwas mehr Zeit in Anspruch nahmen.
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Daumen hoch: Ein Auslandssemester im Portugal ist sehr empfehlenswert, sagt Sebastian, hier mit seinem  Kommilitonen Joao. Foto: privat

Wer als Studierender also wärmeres Klima bevorzugt, eine etwas andere Mentalität kennenlernen, zwischendurch auf richtigen Atlantik-Wellen und nicht nur im Internet surfen sowie durch ein sehr vielseitiges Land reisen möchte, ist in Portugal richtig aufgehoben.

 

Das Wichtigste zum Erasmus-Programm

 

Das Erasmus-Programm der Europäischen Union wurde 1987, noch vor dem Fall des so genannten eisernen Vorhangs, ins Leben gerufen, um den Austausch von Studierenden zu fördern. Nur 657 deutsche Studentinnen und Studenten hatten damals den zeitweisen Schritt ins Ausland gewagt. Inzwischen sind es fast 1,3 Millionen, die über Erasmus eine Zeit lang in einem anderen EU-Mitgliedsland studiert haben.

Das Förderangebot wurde nach und nach für Auszubildende, Schülerinnen und Schüler, für die Erwachsenenbildung und die außerschulische Jugendarbeit ausgeweitet. Mit Erasmus+ besteht nun seit 2014 ein gemeinsames EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport. Bis 2020 werden europaweit mehr als vier Millionen Menschen aus Hochschule, Schule, Berufsbildung, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und Sport mit diesem Programm Auslandserfahrung in Europa gesammelt haben.

Erasmus+ ist für die Laufzeit von 2014 bis 2020 mit einem Etat in Höhe von rund 14,8 Mrd. Euro ausgestattet. Das Programm will Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern helfen und dazu beitragen, dass die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Kinder- und Jugendhilfe zeitgemäß und international ausgerichtet sind.

 

Algarve-Hotels erwarten weiteren Tourismus-Höhenflug

Gut 13 Prozent mehr Umsatz, eine um sieben Prozentpunkte höhere Auslastungsrate und zehn Prozent mehr Golfrunden: zauberhafte Zahlen für 2016, mit denen die Algarve-Hoteliers jetzt jonglieren konnten. Auch nach dem erneut goldenen Tourismusjahr erwarten sie weitere Zuwächse. So rechnen sie für 2017 mit einem Einnahmeplus von sechs Prozent und einer um drei Prozentpunkte höheren Belegungsquote. Ihr Verband AHETA kalkuliert mit einem durchschnittlichen Preisanstieg um drei Prozent.

In einer Pressemitteilung heißt es, 2017 könnte zum ersten Mal seit der Jahrhundertwende die durchschnittliche jährliche Auslastung der Algarve-Hotels wieder bei 65 Prozent liegen. Das sei der Preispolitik und dem Investitionsverhalten zuzurechnen. Die Region sei der Hauptnettozahler im portugiesischen Reise- und Tourismus-Sektor mit seinen Erträgen von 12,6 Milliarden Euro im Berichtsjahr. Allein die Algarve habe für rund die Hälfte dieser Summe gesorgt. Über amtliche Zahlen hatte der Algarve-Entdecker schon am 24. Januar hier berichtet.

 

Fast elf  Millionen Touristen, gut 53 Millionen Übernachtungen

 

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Angelt sich einen Tourismusrekord nach dem anderen: die Algarve. Unser Bild zeigt den Strand im Ortskern von Carvoeiro. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Für die guten Ergebnisse seien 2016 in erster Linie Touristen aus dem ferneren europäischen Ausland, vor allem dem Vereinigten Königreich, verantwortlich gewesen, während der portugiesische und spanische Markt Rückgänge um jeweils rund zehn Prozent verzeichneten, so AHETA. Laut Verband registrierten die behördlich erfassten Betriebe rund 3,9 Millionen Touristen – davon etwa eine Million aus Portugal – und mehr als 19,5 Millionen Übernachtungen. Hinzurechnen müsse man rund 6,8 Millionen Touristen, die in nicht offiziell registrierten Unterkünften wie Zweitwohnungen, Einfamilienhäusern oder Wohnungen von Freunden untergekommen seien. Das entspreche rund 34 Millionen Übernachtungen.

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Kritisiert: höhere Flughafengebühren. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Begünstigt habe die Entwicklung vor allem das „Klima der Instabilität“ in anderen Tourismusregionen, vor allem in der Türkei, weiteren Destinationen des Mittelmeerraums und des Maghreb.

Zu den negativen Aspekten des zurückliegenden Tourismusjahrs zählen die offiziell registrierten Beherbergungsbetriebe die Erhöhung der Flughafengebühren und den Anstieg der Treibstoffkosten.

Aber auch die illegale Vermietung von Unterkünften sowie die „Unfähigkeit der zuständigen Behörden, sich mit dieser Realität zu befassen“, wird bedauert. Zudem fehlt es nach den Angaben des Verbands in der Tourismussaison nach wie vor oft an genügend qualifizierten Arbeitskräften.

 

Kritik am „Misserfolg“ des Kulturprogramms 365 Algarve

 

365-algarve-logo-weisDeutliche Kritik üben die Hoteliers am „Misserfolg“ des Animationsprogramms 365 Algarve, das für fast jeden Tag des Jahres ein kulturelles Angebot machen will. Die klaren Worte kamen just an dem Tag, als die Bewerbungsphase für die zweite Auflage des Programms für die Phase Oktober 2017 bis Mai 2018 startete.

Noch bis 31. März können Anträge auf Aufnahme von Veranstaltungen gestellt werden. Es muss sich aber um solche außerhalb der üblichen Hochsaison-Angebote rund um Strand und Sonne handeln.

365-algarve-kulturprogrammErst am 20. Januar hatten die Programm-Verantwortlichen eine eigene Zwischenbilanz der ersten drei Monate mit ihren 191 Angeboten in fast allen Algarve-Städten gezogen. 19.300 Besucher, darunter ein Viertel ausländische Touristen, seien gezählt worden. Das Programm war im Oktober 2016 aufgelegt worden.

Dalia Paulo, die Programmchefin, betonte den Umfang und die Vielfältigkeit der Inhalte, die nicht auf traditionelle Bereiche beschränkt seien. 64 Standorte und 19 Partner seien bislang in die Zusammenarbeit eingezogen gewesen. Die Intensivierung des kulturellen Angebots habe es geschafft, die Saisonalität zu reduzieren, so Paulo.

Inzwischen hat die Kulturmanagerin eine Partnerschaft zwischen dem Tourismus-Regionalverband der Algarve (RTA), dem Städtetag der Region (AMAL) und der Universität in Faro herbeigeführt. Ziel ist es, den an der Algarve Studierenden, etwa im Rahmen des Erasmus-Austauschprogramms, Land und Leute mit ihrer kulturellen Identität nahezubringen und sie zu Botschaftern der Region zu machen. Rund 1.200 Studentinnen und Studenten sollen so angesprochen werden. Kulturelle Besuchsprogramme werden dazu vor Ort mit gastronomischen und touristischen Angeboten verknüpft. Den Anfang machte im Januar eine Begegnung in Vila do Bispo mit dem Jazz-Trompeter Hugo Alvez und dem Akkordeon-Spieler João Frade. Beide Algarve-Musiker treten mit ihren sehr unterschiedlichen Instrumenten und neuen Stücken unter dem programmatischen Titel „Morphosis“ als Duo auf.

 

Unser Kommentar: Ziel ist richtig,
aber Ausführung sollte verbessert werden

 

Dass die Algarve sich ein Kulturprogramm gegeben hat, das praktisch an jedem Tag des Jahres Residenten und Touristen etwas Schönes, Animierendes liefern soll, ist zunächst einmal ein lobenswertes und richtiges Ziel. Wer jetzt – wie der Hotelverband AHETA – vorschnell ein Versagen konstatiert, sollte in Rechnung stellen, dass es zum Programmbeginn am 1. Oktober 2016 keine Chance mehr gab, noch die wichtigsten Quellmärkte für Touristen zu bewerben. Das wird bei der zweiten Auflage anders sein.

Doch die Verantwortlichen sollten gleichzeitig darauf achten, dass die Künstler und Themen so ausgewählt werden, dass sie auch für ausländische Veranstaltungsbesucher attraktiv sind. Sonst nutzen Werbung und Promotion im Ausland kaum etwas. Die bisherige Selbstbeschränkung auf Kulturschaffende aus der Algarve könnte ein Hindernis für großen Erfolg sein, denn dieser Kreis von Personen ist nur wenigen Eingeweihten bekannt.

Sicher, aus örtlicher Sicht wirkt es zunächst wie ein (Preis-)Vorteil, wenn das Programm von Kulturverbänden und Gemeinden der Algarve komplett selbst erstellt wird. Das ist anders als bei dem Wirtschaftsministerium finanzierten „Allgarve“-Programm der Jahre 2007 bis 2010 und tut daher der breiten Partizipation gut. Das Angebot beruht somit sicher auf der Identität dieser Region und ihrer zeitgenössischen Kunst. Aber das sind Ziele aus der spezifischen Inlandssicht einer portugiesischen Kulturpolitik. Wer hingegen die Algarve-Städte ganzjährig zu einer interessanten Gegend auch für ausländische Residenten und Touristen machen will, sollte sich ambitioniertere Ziele setzen.

In Deutschland kennt man die Redensart „Nicht kleckern, sondern klotzen!“ Statt die 1,5 Millionen Euro Fördergelder aus dem Tourismus-Budget der Regierung in Lissabon wie mit einer Gießkanne nur über viele kleine Projekte zu schütten, sollten auch attraktive große Anlässe konzipiert werden; solche, die Interessierte wirklich zum Anlass für zusätzliche Algarve-Reisen nehmen können. Das darf zulasten von Veranstaltungen gehen, die vielleicht hauptsächlich dem regionalen Proporz geschuldet sind.

Die Kulturinstitutionen und Botschaften Großbritanniens, Frankreichs, der Benelux-Staaten und der deutschsprachigen Länder sowie anderer Nationen helfen sicher gern bei der Vermittlung von hochkarätigen Events. Und vermögende Privatpersonen, die hier leben, ließen sich sicher für ein Sponsoring begeistern, denn schließlich wollen auch sie Renommee für die Algarve.

Der Puls der Region, den die „365 Algarve“-Verantwortlichen die Besucher fühlen lassen wollen, sollte einer sein, der kosmopolitisch schlägt. Wer nur herzeigen will, was man an Selbstgemachtem anbieten kann, wird nicht unbedingt immer das Beste für Algarve-Bewohner und -Besucher bieten. Unser Rat: Schafft Ereignisse, über die auch die reichweitenstarken Medien der wichtigsten Herkunftsländer der Residenten und Urlauber berichten können. So etwas spricht sich herum und macht neugierig. Und kommuniziert das jetzige Angebot doch so, dass viel mehr Ausländer davon Kenntnis bekommen.

Wenn die Algarve-Hoteliers sowie einige Medien und Institutionen das Programm mit seinem bemüht modernistisch klingenden Titel schon falsch bezeichnen („Algarve 365“ statt 365 Algarve), zeigt das auch, wie viel dem Ganzen noch an Bekanntheit und Beliebtheit fehlt…

Hans-Joachim Allgaier

Algarve-Immobilien: So entwickelt sich der Markt

Der Wohnimmobilien-Markt der Algarve, so unterschiedlich wie die sonnenverwöhnte Küstenlandschaft selbst, verzeichnete 2016 starke Nachfrage bei Käufern und Mietern. Die Kaufpreise, die nach der Finanzkrise noch günstig waren, stiegen. Das berichten vom Algarve-Entdecker befragte Makler. Wie die Entwicklung weitergehen wird, an welchen Fakten man sich als Immobilieninteressent orientieren sollte und woran man gute Makler erkennt, schildert dieser Report.

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Eine der besonders eleganten Top-Immobilien an der Algarve. Foto: Engel & Völkers

Noch prägt nach der Brexit-Entscheidung des Vereinigten Königsreichs Gelassenheit die Gemüter der Branchenexperten. Aber falls durch die Ergebnisse der anstehenden Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland Verbraucher zusätzlich verunsichert würden, könnte sich das auch negativ auf die Kaufbereitschaft bei Auslandsimmobilien auswirken, ist zu hören.

Übereinstimmend verweisen die antwortenden Immobilienexperten darauf, dass sich der starke Zustrom von hunderttausenden Ersturlauber aus Europa im vergangenen Jahr fortsetzte. Das habe das Interesse für Algarve-Wohnimmobilien weiter stimuliert. Bei Mietwohnungen etwa gebe es in allen Preisklassen beträchtlich mehr Nachfrage für langfristige Nutzung, sagt Stefan Humpenöder von Yellow Homes.

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Susanna Gross. Foto: Togofor-Homes

Seine Kollegin Susanna Gross von Togofor-Homes ergänzt, dass vor allem viele Deutsche erst mieten und dann eventuell kaufen wollten. Gängig sei im Winter eine Langzeitmiete von maximal sechs Monaten: „Mehr ist schwierig an der Algarve und da ist auch keine Änderung in Sicht.“ Das hänge vor allem damit zusammen, dass Wohnungen in den Sommermonaten kurzfristig und zu überdurchschnittlichen Preisen bevorzugt an Feriengäste vermietet werden. Das bringe wesentlich mehr Umsatz. Das Langzeit-Vermietgeschäft sei äusserst schwierig: „Die Objekte sind fast alle überteuert und viele in nicht gutem Zustand“.

Generell sei bei ihren deutschsprachigen Kunden vor allem der Westen der Algarve sehr beliebt, so die Maklerin. Es gebe auch für die Costa Vicentina viele Anfragen. Gross empfiehlt Kaufinteressenten, sich für vier bis sechs Wochen zunächst einmal an der Algarve einzumieten und in dieser Zeit in Ruhe die Region von Ost nach West zu erkunden, um Kriterien für eine geeignete Immobilie zu entwickeln: „Sind diese ‚Hausaufgaben‘ gemacht, haben es Kunde und Makler einfacher, denn die Algarve ist so unterschiedlich“, sagt Gross.

Zur positiven Gesamtentwicklung des Immobilienmarkts an Portugals sonniger Südküste tragen nach übereinstimmender Beobachtung mehrerer Makler zudem staatliche Programme wie Golden Visa oder die Vergabe des „Non-Habitual Residence“-Status (NHR) bei. Das werde auch 2017 anhalten. Vor allem Skandinaviern bescheinigen die Experten großes Interesse daran, dank des NHR-Status für zehn Jahre von der Einkommenssteuer befreit zu werden und einen Zweitwohnsitz, eine Ferienimmobilie oder einen Altersruhesitz zu erwerben.

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Stefan Humpenöder. Foto: Yellow Homes

Nach Humpenöders Beobachtung stiegen die Preise für Algarve-Wohnimmobilien 2016 um rund neun Prozent, hätten aber immer noch etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Niveau vor der Finanzkrise 2008/2009 gelegen. Viele seit Jahren unverkaufte Immobilien seinen mittlerweile an den Mann gebracht worden und die Nachfrage steige, was die Preiserholung erkläre.

Andernorts ist zu hören, hauptsächlich Eigentümer aus dem Vereinigten Königreich hätten nach der Krise die Preise erhöht. Diese würden aber unter Druck geraten, wenn klar werde, wie viele Briten nach den Brexit-Verhandlungen noch Algarve-Immobilien kaufen könnten und wollten. Es gebe gleichzeitig viele Eigentümer, die auch heute noch ihre Preise reduzierten, heißt es ergänzend.

“Die Zinsen sind sehr niedrig geblieben”, erinnert Humpenöder.  Die Banken vergäben zwar mehr Kredite als früher, aber der Anstieg sei nicht außergewöhnlich stark. Laut seinen Aussagen ist es derzeit im Prinzip sehr preiswert, zum Beispiel eine portugiesische Festzins-Hypothek für die Laufzeit von fünf Jahren zu bekommen. Er erwartet, dass sich die Bankmargen durch verbesserte Kapitalausstattung der Institute auch in Portugal bald der Marke von einem Prozent annähern dürften.

 

Barzahler greifen schnell zu

 

Skeptiker befürchten allerdings, dass es mit der tatsächlichen Vergabe von Krediten, vor allem an Ausländer, nicht so einfach werden könnte. Manche Kunden warteten sehr lange auf die offizielle Bewilligung des beantragten Kredits und müssten gelegentlich erleben, dass Barzahler in der Zwischenzeit die Immobilie schon erworben hätten. Zudem neigten Verkehrswert-Ermittler in Lissaboner Bankenzentralen derzeit dazu, Immobilien abzuwerten. Wenn der Verkaufspreis zu hoch sei, gebe es nur geringe Chancen.

Aufmerksam gemacht wird ganz allgemein auch darauf, dass einige Banken wegen Kreditausfällen aufgrund der Krise noch über ein großes Immobilien-Portfolio verfügen. Oft seien diese Objekte aber entweder viel zu teuer oder entsprächen nicht den Wünschen der Käufer oder beides sei der Fall.

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Togofor-Homes in Vilamoura

Für 2017 zeigen sich die Fachleute verhalten optimistisch. „Ich rechne mit vielen Transaktionen. Unsere Kunden erkennen, dass sie eine sehr gute Chance haben, nun eine Qualitätsimmobilie oder ein Haus an der Küste zu kaufen. Wer als Interessent zu lange wartet, kann Pech haben, denn die besten Objekte werden schnell verkauft sein“, sagt Gross.

Sie freut sich über den „besten Januar seit 14 Jahren“. Es gebe auch sehr viele
junge Käufer, die aus Investitionsgründen ein Apartment erwerben wollten. Zudem kauften wesentlich mehr portugiesischsprechende Kunden an der Algarve.

Gross rechnet mit zwei Jahre dauernden Verhandlungen zwischen London und Brüssel über den so genannten „Brexit“, den Austritt Großbritanniens aus der EU. „Viele Briten, die große Algarve-Liebhaber sind, werden in dieser Zeit noch kaufen. Was danach geschieht, hängt vom Ergebnis der Verhandlungen ab“, erklärt Gross.

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Yellow Homes in Boliqueime

Ihr Kollege Humpenöder sieht das Transaktionsvolumen 2017 leicht zurückgehen – bei voraussichtlich weiter steigenden Preisen. Er rechnet mit einem Plus von etwa fünf Prozent. „Wie wir sehen, hinterlassen der Brexit und die Regierungspolitik von US-Präsident Trump ihre Spuren, die wirtschaftliche Erholung in Europa werden sie aber nicht aufhalten können“, mutmaßt er.

Immobilien in Portugal sind nach Humpenöders Worten “eine hervorragende Anlagemöglichkeit, auch für viele Investoren, die aufgrund überhitzter Preise im Heimatland und der andauernden Niedrigzinspolitik nach Alternativen suchen”.

Nicht frei von einigen Sorgenfalten auf der Stirn geht gleichzeitig mancher Makler-Blick hin zu den in diesem Jahr anstehenden Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Vermutet wird, dass Immigrations- und Globalisierungs-Gegner unter Umständen gestärkt aus den Urnengängen hervorgehen. Dass könne manchen Verbraucher verunsichern und zur Zurückhaltung veranlassen. Und das würde sich vielleicht dann auch auf einen Immobilienkauf im Ausland auswirken, hört man hinter vorgehaltener Hand.

 

Wie Immobilien-Portale die Entwicklung sehen

 

Aber was sagen zum Beispiel Immobilienportale im Internet zur Situation in Portugal und an der Algarve? Einen interessanten Markteinblick aus spezifisch portugiesischer Sicht vermitteln die Experten des Portals Imovirtual. Sie messen, wie sehr sich die durchschnittliche Zeitspanne verändert, in der eine auf dem Marktplatz angebotene Immobilie veräußert wird. 2016 verringerte sich diese Dauer laut Imovirtual bei Kaufimmobilien von fast elf auf gut acht Monate und bei Mietimmobilien von 3,4 auf 3,1 Monate gegenüber dem Vorjahr. Die kürzeste Verkaufsspanne seit Einführung der Analyse vor gut vier Jahren sei mit 6,7 Monaten im November 2016 gemessen worden.

imovirtual-logoEinbezogen in seine Anfang Januar durchgeführte Analyse hatte Imovirtual mehr als 130 Maklerunternehmen. Sie sind meist im unteren Preissegment tätig. Ein Viertel der Befragten habe von einer zunehmenden Zahl von Immobilien-Transaktionen im Jahr 2016 berichtet, gut die Hälfte von einer Stagnation und fast ein Fünftel von Rückgängen. Jeweils rund 50 Prozent der Immobilienvermittler hätten nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr neue Angebote aufnehmen und Besichtigungen durchführen können sowie steigende Preise registriert. 30 Prozent der Makler hätten eine positive Geschäftsentwicklung in ihren Aktivitäten festgestellt, so der Imovirtual-Bericht.

Haupthindernisse für eine noch bessere Entwicklung sähen die einheimischen Makler vor allem in der Instabilität des Arbeitsmarkts und somit der Einkommen, im Kaufkraft-Rückgang und in der Tatsache, dass vorhandene Immobilien-Angebote der Nachfrage oft nicht entsprächen, so die Experten des Portals.

idealista-logoDas Portal Idealista berichtete Anfang Januar, der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Hauskäufe an der Algarve habe Ende 2016 bei 1.457 Euro gelegen. Den höchsten Landeswert gibt das Portal für Lissabon an: im Schnitt koste der Quadratmeter dort 1.779 Euro.

Hier regional gestaffelte Quadratmeter-Preisangaben von Idealista für die Algarve, alphabetisch gelistet:

  • Albufeira 1.674 Euro
  • Castro Marim 1.813 Euro
  • Faro 1.233 Euro
  • Lagoa 1.292 Euro
  • Lagos 1.755 Euro
  • Loulé 1.789 Euro
  • Olhão 951 Euro
  • Portimão 1.248 Euro
  • Silves 1.173 Euro
  • São Brás de Alportel 959 Euro
  • Tavira 1.389 Euro
  • Vila Real de Santo Antonio 1.274 Euro

 

Durchschnitts-Angaben berücksichtigen Ausreißer bei Luxus-Immobilien nicht

 

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Reinhild Schulte Guerra. Foto: Engel & Völkers

Maklerin Reinhild Schulte Guerra vom Immobilien-Büro Engel & Völkers für das Gebiet Quinta do Lago und Vale do Lobo warnt jedoch vor einer Überbewertung solcher statistischer Durchschnitts-Angaben: „Dabei werden hauptsächlich Angebote aus dem unteren Preissegment ausgewertet. Da ist vollkommen klar, dass dabei unrealistisch niedrige Quadratmeter-Preise für den Gesamtmarkt herauskommen“.

Sie unterstreicht die extrem großen Unterschiede in den Algarve-Regionen an einigen Beispielen: „Ein Haus, das im Gebiet Quinta do Lago und Vale do Lobo einen Kaufpreis von zehn Millionen Euro erzielt, würde in Vilamoura für sechs bis acht Millionen Euro und in Albufeira und Lagos für rund drei bis vier Millionen Euro verkauft“. Und in Almancil und dessen hügeligem Hinterland könne man Villen mit bester Ausstattung und Aussicht erwerben, die in den luxuriösen Resorts direkt am Atlantik das Doppelte oder Dreifache kosten würden.

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Erich Gibson. Foto: Engel & Völkers

Erich Gibson, bei Engel & Völkers der Lizenznehmer für die Luxusvillen-Region Quinta do Lago und Vale do Lobo, bezeichnet die Entwicklung der vergangenen drei Jahre in diesem Segment als atemberaubend: „2013 litten wir hier noch massiv unter den Finanzkrisen-Folgen, aber 2014 ging schon wieder die Jagd auf preiswerte Schnäppchen los. 2015 war dann ein Wahnsinnsjahr. Alles was zu bekommen war, wurde gekauft“, erinnert sich der Makler. 2016 habe sich die Situation dann normalisiert und für 2017 komme es darauf an, ob  die weiterhin hohe Nachfrage mit genügend Zweitwohnsitz-Objekten zu reellen Preisen bedient werden könne.

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Engel & Völkers-Büro für Quinta do Lago und Vale do Lobo

Gibson beobachtet auch den Vermietmarkt in seiner Gegend sehr genau. Nach seinem Eindruck kann die Hoffnung aufgeben, wer seine Ferien in diesem Sommer in einer luxuriösen Ferienvilla in der Region Quinta do Lago und Vale do Lobo verbringen will und noch nicht gebucht hat.

„Das Gute ist praktisch schon komplett vergeben“, sagt er.

 

Zehn Merkmale eines guten Immobilien-Maklers

 

Wer eine Auslands-Immobilie kaufen oder mieten will, braucht in der bevorzugten Region einen qualifizierten Partner, dem er vertrauen kann. Woran Sie zum Beispiel einen guten Vermittler erkennen, hat die Redaktion des Algarve-Entdeckers hier einmal in einer Art Checkliste zusammengefasst – möglichst viele Fragen sollten Sie mit „Ja“ beantworten können:

  1. Macht das Maklerbüro deutlich, in welcher Region und mit welcher professionellen Erfahrung es arbeitet?
  2. Gibt der Vermittler klar an, in welchem Marktsegment (Kaufen, Mieten, Preiskategorie usw.) er schwerpunktmäßig tätig ist?
  3. Ist zu erkennen, ob der Makler im exklusiven Kundenauftrag tätig ist oder der Verkäufer/Vermieter des Objekts auch mit anderen Partnern arbeitet?
  4. Nimmt sich Ihr Gesprächspartner Zeit, Ihre individuellen Kriterien für eine Immobilie ganz genau zu erfragen?
  5. Sind die Mitarbeiter bestens informiert über Objektzustand, Verkäufer- bzw. Vermieter-Interessen usw.?
  6. Werden Sie zu sehr vielen verschiedenen Besichtigungen eingeladen oder konzentriert man sich auf einige passende Objekte, die präzise Ihren Wünschen entsprechen?
  7. Erscheint der Agent pünktlich zur Besichtigung?
  8. Ist eine Objekt-Besichtigung gut organisiert – oder fehlen etwa z.B. Schlüssel?
  9. Ist auch die anschließende Kommunikation gut, oder müssen Sie tagelang auf Telefonanrufe oder E-Mails warten?
  10. Kann das Maklerbüro bei Bedarf auch die Vertragsabwicklung begleiten (z.B. Finanzierung, Behördenangelegenheiten, Juristisches)?

 

Goldene Visa bringen Portugal 2,5 Milliarden Euro ein

Mit 2,5 Milliarden Euro von privaten Auslands-Investoren hat Portugal seit 2012 die Folgen der Finanzkrise etwas mildern können. Bürger Chinas, Brasiliens, Russlands, Südafrikas und des Libanons erkauften sich mit diesem Geld die meisten „goldenen Visa“ des EU-Landes. Entsprechende Zahlen dazu lieferte jetzt dessen Ausländer- und Grenzbehörde SEF. Ein weitaus stärkerer Investitionstreiber ist aber die zügige Vergabe von EU-Fördermitteln in Portugal, schreibt „Germany Trade and Invest“ (GTAI) in seiner neusten Stärken-/Schwächenanalyse.

Voraussetzung für goldene Visa für Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern ist ein Kapitaltransfer von mehr als 500.000 Euro nach Portugal, zum Beispiel für den Kauf einer Immobilie. Auch die Schaffung von zehn Arbeitsplätzen oder der Einsatz einer Million Euro in einem portugiesischen Unternehmen führen zum Anspruch auf eine derartige Aufenthaltsgenehmigung, die zudem Reisefreiheit in den „Schengen“-Ländern verschafft.

Insgesamt stellte Portugal bislang 4.202 goldene Visa aus. In Portugal werden sie ARI genannt: AUTORIZAÇÃO DE RESIDÊNCIA PARA ATIVIDADE DE INVESTIMENTO. Auf Chinesen entfielen 73 Prozent, auf Brasilianer sechs Prozent. Russen, Südafrikaner und Libanesen haben unter den Begünstigten einen Anteil von jeweils weniger als drei Prozent.

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Zum Teil recht große Handelsgeschäfte wie das Casa China prägen zum Beispiel das Straßenbild hier in Portimao. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Kein Wunder also, dass überall in Portugal mittlerweile tausende von chinesischen Restaurants und Basaren auffallen. Mit ihren umfangreichen Sortimenten und sehr niedrigen Preisen sind die China-Geschäfte ortsansässigen portugiesischen Händlern jedoch manchmal ein Dorn im Auge.

Die Zahl der erworbenen Visa stieg seit der Einführung jährlich stark an – von zwei im Jahr 2012 auf 1.414 in 2016. Die spezielle Visa-Regelung, die zum Überwinden der Finanzkrise Investitionen nach Portugal ziehen sollte, erlaubte weiteren 6.637 Ausländern den befristeten Aufenthalt im Rahmen der Familienzusammenführung.

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Webseite der SEF für Golden Visa

Nach SEF-Angaben beliefen sich die Investitionen, die den Visaerteilungen zugrunde lagen, auf 2,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 2,3 Milliarden Euro auf Immobilienkäufe und rund 251 Millionen Euro auf Kapitaltransfer.

Anträge für die goldenen Visa können bei der SEF in Portugal online gestellt werden. Sind die notwendigen Unterlagen und die Bearbeitungsgebühr eingegangen, wird innerhalb von drei Tagen eine Entscheidung getroffen. Zahlen die Interessenten dann noch eine weitere Gebühr, bekommen sie ihre „Autorização de Residência para Investimento“ ausgestellt. Sie ist zunächst ein Jahr gültig, kann aber verlängert werden. Nach sechs Jahren kann die Einbürgerung beantragt werden.

 

2014 Affäre um käufliches Bleiberecht in Portugal

 

Vor gut zwei Jahren erlebte Portugal einen Schmiergeldskandal um das käufliche Bleiberecht, in dessen Verlauf hohe Beamte des Grenzschutzes und des Justizministeriums festgenommen wurden. Der Innenminister trat im November 2014 in Folge der Affäre zurück.

Übrigens verkauft nicht nur Portugal Aufenthaltsrechte. Auch in anderen Ländern der europäischen Union wird mit Visa gehandelt (laut FAZ-Recherche Spanien, Griechenland, Belgien, Niederlande, Großbritannien, Kroatien und Lettland) und zum Teil auch mit Pässen (Malta, Bulgarien, Österreich) – nicht unbedingt zur Freude von Parlament und Kommission der EU. Die EU kann dagegen nichts unternehmen, denn die Verleihung der Staatsangehörigkeit und eines Aufenthaltsrechtes fällt ausschließlich in die Kompetenz der Mitgliedsländer.

 

Portugal lockt vermögende Privatleute auch mit Steuervorteilen

 

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Illustration aus einer portugiesischen Broschüre zum NHR-Status. Quelle: AT

Portugal versucht inzwischen zudem mit einer speziellen Steuervorteils-Regelung, vermögende Privatpersonen aus dem Ausland anzulocken. „Non-habitual Resident“ heißt das Stichwort. Wer diesen Status als „nicht gewohnheitsmäßiger Einwohner“ zuerkannt bekommt, weil er seinen Wohnsitz nach Portugal verlegt, hat diverse Vorteile.

Solche Personen werden unter bestimmten Bedingungen für zehn Jahre von der Einkommenssteuer auf Altersbezüge wie Renten und Pensionen sowie auf Tantiemen, Dividenden und Zinsen befreit, die aus dem Ausland kommen.

Das portugiesische Steuerspar-Programm ist vor allem für solche Ausländer attraktiv, die zum Beispiel an der sonnigen Algarve von den derzeitigen Preisen für Immobilien profitieren wollen, die nach der Finanzkrise immer noch etwas preiswerter gehandelt werden als vorher. Der Markt profitiert von diesen Käufern, weil sie einen starken Anreiz haben, erworbenes Eigentum während der zehnjährigen Zeit der Steuerbefreiung zu halten. Experten beobachten, dass besonders viele Nordeuropäer die Vorteile des NHR-Status nutzen.

Und dies sind weitere wichtige Vorteile der portugiesischen Steuerregelung für Ansässige ohne ständigen Wohnsitz:

  • Für zehn Jahre Besteuerung mit einem fixen Lohnsteuersatz von 20 Prozent auf die in Portugal verdienten Einnahmen
  • Keine Doppelbesteuerung bei Einkommen aus Renten und selbstständiger oder abhängiger Beschäftigung im Ausland

 

GTAI: Mehr als 25 Milliarden Euro EU-Mittel können nach Portugal fließen

 

Beim Investitionsmotor aufs Gas drückt Portugal zudem durch beschleunigte Vergabe von Fördermitteln der Europäischen Union. So können Unternehmen und Gemeinden bis 2022 mehr als 25 Mrd. Euro abrufen – für Modernisierung in der Land- und Entsorgungstechnik, für Kläranlagen, für effiziente Heizung/Kühlung und Gebäudeenergietechnik sowie Produkt- und Prozessinnovationen in Unternehmen.

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Wird auf dem Genfer Autosalon vorgestellt: Neuer Kompakt-SUV von VW aus Portugal. Modellbild: Hersteller

„Diese Ausrichtung schafft Chancen auch für deutsche Anbieter, da die Ausrüstungsinvestitionen Portugals einen hohen Importanteil haben“, sagt GTAI-Expertin Miriam Neubert. Wachsen sieht ihre Institution zum Beispiel die Kfz-Produktion an vier Standorten in Portugal sowie in Autowerken des benachbarten Spaniens. Nur 2016 sei die Herstellung von Automobilen vorübergehend zurückgegangen, weil das Volkswagenwerk Autoeuropa seine Produktionstechnik bei Modellen mit quer eingebauten Motoren und Getrieben auf ein neues modulares Baukastensystem umgestellt habe. Im zweiten Quartal soll in Setubal nun die Produktion eines kompakten SUV starten.

Stärken Portugals

Schwächen Portugals

  • Motivierte Arbeitnehmer, gutes, zum Teil sehr gutes akademisches Niveau
  • Hohe Produktivität in modernen Betrieben bei niedrigen Lohnkosten
  • Gute Straßeninfrastruktur
  • Hohe Lebensqualität und Sicherheit
  • Unkomplizierte Unternehmensgründung
  • Verschuldungsgrad des öffentlichen und privaten Sektors
  • Strukturelle Wachstumsprobleme und im EU-Vergleich niedrigere gesamtwirtschaftliche Produktivität
  • Periphere Lage
  • Noch unbefriedigendes Schul- und berufliches Ausbildungswesen
  • Niedrige Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben

Quelle: GTAI

 

Niedrigste Arbeitskosten Westeuropas nach wie vor in Portugal

 

Zwar ist der Mindestlohn Anfang Januar auf 557 Euro angehoben worden, doch nach GTAI-Angaben sind die Lohnkosten die niedrigsten in Westeuropa. Das Engagement ausländischer Unternehmen gehe inzwischen über die Produktion hinaus und umfasse Investitionen in Entwicklungs- und Dienstleistungszentren. Portugal sei zwar technologisch aufgeschlossen, doch bestehe – um die Gesamtwirtschaft produktiver zu machen – Nachholbedarf bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung und für Innovationen.

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Für Portugals sauberen Strom muss der Weg nach Europa erst noch geebnet werden. Foto: GTAI/Amprion

Seine Randlage in Südwesteuropa suche Portugal durch die Verbindungen nach Afrika (besonders Angola und Mosambik), den Ausbau und die bessere Anbindung der Hafeninfrastruktur in ein Plus umzumünzen, ist in dem jüngsten GTAI-Bericht zu lesen. Dank der durch die Atlantikinseln Azoren und Madeira zehntgrößten Meereswirtschaftszone der Welt sehe Portugal die Chance, mit Hilfe von EU-Mitteln sein maritimes Potenzial nachhaltiger zu nutzen. Die bessere Nutzung der reichlich vorhandenen natürlichen Ressourcen Sonne und Wind sehen die deutschen Experten für Außenhandel und Investitionen mit dem Ausbau der Interkonnektivität zwischen Spanien und Frankreich. Dann sei auch Portugals Strom der Weg nach Europa geebnet.

Hier der GTAI-Blick auf die Chancen und Risiken des Landes:

Chancen Portugals

Risiken Portugals

  • Leistungsfähige Zulieferer und Auftragsfertiger
  • Kooperation bei Forschung und Entwicklung mit technologischen Start-ups
  • Wachsende Kfz-Produktion auf der iberischen Halbinsel macht Portugal für Zulieferer interessant
  • Hohes Potenzial bei erneuerbaren Energien, sobald ausreichende Interkonnektivität gegeben
  • Große Zahlen an mit EU-Mitteln geförderten Projekten zu Umwelttechnik, Effizienz, Meereswirtschaft
  • Liquidität durch Europäische Zentral-Bank hängt am Investment-Grade einer einzigen Ratingagentur
  • Hohe Abhängigkeit von der Zinsentwicklung
  • Zunehmender Anteil notleidender Unternehmenskredite
  • Strukturelle Arbeitslosigkeit
  • Unsicherheiten über den politischen Kurs hinsichtlich nötiger Reformen

Tesla sagt „Ola“ in Portugal

Der US-Elektroautobauer Tesla verkauft seine sportlich-eleganten S- und X-Wagen seit dem 27. Januar auch direkt in Portugal. Ob Eigentümer und Milliardär Elon Musk zudem die Produktion von Lithium-Batterien in das Land an der Südwestspitze Europas vergibt, steht aber noch nicht fest. Rund 50.000 Personen engagieren sich unterdessen in einer Facebook-Gruppe „Bring Tesla Gigafactory to Portugal!“ dafür, dass die Fabrik ins Land kommt. Konkurrenten sind allerdings zum Beispiel Deutschland, Spanien, Frankreich, die Niederlande und einige osteuropäische Staaten.

Mehrere portugiesische Gemeinden sähen sich als idealer Standort für die Produktionsstätte für Tesla-Batterien, hatte schon kurz vor Weihnachten die Deutsche Welle berichtet. Die ersehnte Fabrik solle bis zu 17.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Portugal schaffen und dem Land rund fünf Milliarden Euro an Investitionen einbringen.  Wirtschaftsminister Manuel Caldeira Cabral wurde mit den Worten zitiert „Die Regierung verfolgt den Prozess und hat auch schon Kontakte geknüpft“.

 

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Dürften bald häufiger auf Portugals Straßen fahren: Elektromobile von Tesla. Foto: Tesla

Es dürfte um Steuergeschenke, Finanzhilfen, kostenlose Infrastrukturmaßnamen sowie Unterstützung durch EU-Zuschüsse gehen. Für Portugal spräche, dass seine Zulieferindustrie europäisches Niveau hat, aber deutlich günstigere Lohnkosten als andere Länder und eine moderne Hafen- und Straßen-Infrastruktur bieten kann. Das Land ist sechstgrößter Produzent des Metalls Lithium, das für die Batterien verwendet wird.

Die größte Mine für den Lithiumabbau liegt in Guarda, in der Mitte Portugals. Aber auch in der Nähe der Küstenstadt Viana do Castelo im Norden Portugals will ein ausländisches Unternehmen nach dem Erz graben. Derzeit nimmt eine Arbeitsgruppe des Lissaboner Energie-Ministeriums die Bestände des Rohstoffs im Lande auf und prüft, wie die Lithiumvorkommen in Portugal zu dem Metall für die Batterien verarbeitet werden könnten.

 

Mitbewerber auch aus Norddeutschland und Holland

 

Portugal den Rang ablaufen wollen jedoch die deutschen Kommunen Dörpen und Papenburg im Emsland. Zudem sind Bremerhaven und Wilhelmshaven als mögliche Produktionsstandorte für Tesla ins Rennen gegangen. Als Favorit sieht sich derzeit allerdings der Norden der Niederlande – die Provinzen Drenthe, Friesland und Groningen: In Tilburg werden bereits Monks Elektromobile für Europa montiert. Ins Gespräch gebracht haben sich aber auch Eemshaven im Norden der Niederlande sowie Eindhoven, Rotterdam und Born. Die europäische Tesla-Zentrale ist bereits in Amsterdam ansässig.

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal liebäugelt mit dem Atomkraftwerks-Standort Fessenheim im Elsass als Tesla-Produktionsstätte. Wegen der für 2018 vorgesehenen Schließung des pannenanfälligen Atommeilers benötigen in der Region rund 2.000 Beschäftigte eine neue Arbeitsstelle. In Spanien brachte sich die bei Valencia gelegene Stadt Paterna ins Gespräch. Sie verweist auf viele Automobilzuliefer-Betriebe in der Umgebung des dortigen Ford-Werks. Wer von den insgesamt rund 300 Bewerbern den Zuschlag Musks erhält, soll dem Vernehmen nach Mitte des Jahres entscheiden werden.

 

Rund 100 Tesla-Besitzer in Portugal?

 

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Spanien hat bereits einige normale (schwarz) und ultraschnelle Ladestationen (rot) für Teslas. Das Nachbarland Portugal zieht demnächst nach. Illustration: Tesla/Google Maps

In Portugal hatten sich einige Elektromobil-Enthusiasten bislang dafür entschieden, das Tesla-Modell selbst zu importieren. Nachteil: Sie hatten so keinen Zugriff auf die Garantie des Herstellers. Bei der Ersatzteil-Beschaffung mussten die Tesla-Besitzer die Versandkosten selbst übernehmen und hatten auch zusätzliche Belastungen für Überführung und Anmeldung. So gründeten sie eine Tesla-Eigentümergemeinschaft und drängten den kalifornischen Autohersteller dazu, eine Präsenz in Portugal zu errichten und Wartungsdienste anzubieten. Chef Elon Musk teilte seine Zustimmung mit einer Ein-Wort-Antwort auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit: „OK“.

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Bald auch in Lissabon: Showroom für kalifornische E-Autos. Foto: Tesla

Nunmehr verfügt Tesla also über einen Verkaufsrepräsentanten in Lissabon (Telefon ++351 800 180 430). Ein Showroom und ein Servicezentrum sollen bald folgen. Erste Lieferungen sind für das zweite Quartal geplant. Vorbei sind somit die Zeiten, in denen portugiesische Autofahrer ihre Tesla-Karossen noch in anderen Ländern kaufen und dann importieren oder zur Inspektion in die nächstgelegenen Werkstätten nach Marseille oder Bordeaux fahren mussten. Geschätzt wird, dass es derzeit rund 100 Tesla-Besitzer in Portugal gibt.

 

Ultraschnelle Ladestationen in Nord-, Mittel- und Süd-Portugal

 

Von der zweiten Jahreshälfte an sollen die Tesla-Fahrer mit ihren Modellen S und X auch auf ein Netz an Ladestationen im Norden, in der Mitte und im Süden des Landes zurückgreifen können. Vorarbeiten werden in den nächsten Wochen beginnen. Später im Jahr 2017 soll in Portugal auch das Model 3 eingeführt werden. Derzeit bringt Tesla es gerade in Taiwan, Südkorea und Neuseeland auf den Markt.

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Auch in Portugal geplant: schnelle Supercharger-Ladestationen. Foto: Tesla

Auf der Internetseite von Tesla Portugal ist es möglich, Testfahrten zu vereinbaren und Kaufaufträge zu platzieren. Die Preise beginnen knapp über 76.000 € Euro für die Basisversion des Model S mit einer Batterie von 60 kWh (maximale Reichweite von 400 km). Die Preise im portugiesischen Online-Shop von Tesla liegen unter denen in Spanien, aber über denen in Frankreich. Für das Modell 3, bei dem weltweit bereits mehr als 400.000 Aufträge vorliegen sollen, gibt es noch keine Preisangaben für den europäischen Markt. In den USA liegt der Preis bei 35.000 Dollar.

 

Gebrauchte Teslas schon auf dem portugiesischen Markt

 

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Gebrauchte portugiesische Teslas im Angebot. Screenshot: Standvirtual

Am Tag des ersten offiziellen Marktauftritts von Tesla in Portugal meldete sich gleich die Auto-Plattform Standvirtual zu Wort. Sie wies darauf hin, dass über sie schon seit März 2016 fünf gebrauchte Tesla-Modelle zu Preisen ab 65.615 Euro erworben werden könnten.

Ausstellungswagen seien in Barcelos und Lissabon zu besichtigen.

Teppiche weben aus Kork: Portugal macht immer mehr aus der Eichenrinde

 

Portugal kombiniert neuerdings zwei traditionelle Herstellungstechniken – die von Kork und von gewebten Teppichen wie Beiriz oder Arraiolos. Heraus kommen die ersten gewebten Kork-Teppiche der Welt. Treibende Kraft hinter der neuen Produktidee sind Designerin Susana Godinho und Manager Sónia Andrade. Beide haben in Mozelos, südlich der Stadt Porto, das Start-up TD Cork – Tapetes Decorativos com Cortiça, Lda., gegründet. Gefördert wird es von Amorim Cork Ventures (ACV). Dabei handelt es sich um den weltweit einzigen Inkubator, also eine Art Unternehmens-„Brutkasten“, der sich ausschließlich dem Geschäft mit Kork widmet. Der Rohstoff wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, die in Portugal vor allem an der Algarve und im Alentejo verbreitet ist.

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So wird der Kork aus der Eichenrinde gewonnen. Foto: Amorim

„Die einzigartigen Eigenschaften von Kork gaben mir die Möglichkeit, ein innovatives Produkt zu entwickeln und einen Korkteppich in Kombination mit anderen Materialien herzustellen“, erläutert Susana Godinho. 2014 brachte sie die Idee in einen Wettbewerb des Wagniskapitalfonds Amorim Cork Ventures ein. Die neue Herstellungsmethode ist mittlerweile patentgeschützt und die Produktmarke unter dem Namen SUGO CORK RUGS® eingetragen.

Den Mehrwert der neuen Teppichmarke sieht die portugiesische Designerin vor allem in den natürlichen Merkmalen des Korks, der Vielzahl von Mustern und Farben und dem neuartigen kreativen Konzept. Produktvorteile seien zudem Haltbarkeit, Wärme- und Schall-Dämmung, Feuchtigkeitsresistenz und vermindertes Allergie-Risiko.

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Kork-Teppich im Außeneinsatz. Foto: Sugo Cork Rugs

Neben Kork werden für die vielseitigen und funktionellen Teppiche auch portugiesische Wolle und Baumwolle, recycelt aus großen Industrieproduktionen, verarbeitet.

Die Kollektion kombiniert einfache und stilvolle Arbeiten mit kühneren Lösungen, welche die natürliche Farbe des Korks mit einer oder mehreren Farben der verwendeten Textilfasern ergänzen.

 

Kork-Teppiche haben großes Potenzial im Weltmarkt

 

„Wir haben sofort erkannt, dass die Idee ein großes Potenzial für den Weltmarkt hat“, stellt Nuno Barroca, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Corticeira Amorim Ventures fest: „Ein mit einem Webstuhl hergestellter Korkteppich ist eine ganz besondere Innovation“. Als Erfolgsgaranten sieht er die „ästhetische Vielseitigkeit der Kollektion“ und die Tatsache, dass Kork mit anderen nachhaltigen Materialien kombiniert werde. „Das erfüllt einen der wichtigsten Ansprüche für den  Erfolg im Innenarchitekturmarkt“, so der Geschäftsmann.

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Dieser Teppich-Webstuhl kann Kork verarbeiten. Foto: Amorim

Zusammen mit dem Start-up investierte der portugiesische Wagniskapitalgeber nach der Inkubationsphase in entsprechende Produktionsanlagen und in die Markteinführung der ersten gewebten Korkteppiche. Portugal gilt bei beidem als Weltmarktführer: bei der Kork-Produktion und der Herstellung von Teppichen. Bekannt sind vor allem Beiriz- oder Arraiolos-Teppiche. Beide sind auf das mittlere und obere Marktsegment ausgerichtet, in dem sich auch SUGO CORK RUGS (www.sugocorkrugs.com) positioniert haben. Vorrangige Vertriebskanäle für die gewebten Kork-Teppiche sind spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte sowie Partnerschaften mit Designfirmen und Architekturstudios in den wichtigsten Zielmärkten. TD Cork als neu gegründetes Unternehmen ist bereits international zertifiziert von Pending BCorp. Diese Organisation bewertet Unternehmen auf Basis deren ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Leistungen.

 

Erstes Kork-Start-up Portugals ging 2016 mit neuartigen Flipflops in den Markt

 

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Seit 2016 auf dem Markt: portugiesische Kork-Flipflops. Foto: Asportuguesas

Schon im Frühjahr 2016 hatte mit Ecochic im knapp 30 Kilometer südlich von Porto gelegenen Mozelos ein anderes von Amorim Cork Ventures gefördertes Start-up seine Geschäftstätigkeit aufgenommen. Es vertreibt unter dem Markennamen ASPORTUGUESAS eine Kollektion von 11 neuartigen Kork-Flipflop-Modellen als vielseitige, anspruchsvolle Fußbekleidung, die gleichzeitig lässig und umweltfreundlich ist.

Die portugiesischen Flipflops zeichnen sich nicht nur durch ihre organische und komfortable Korksohle aus, sondern auch durch eine Palette an frohen Farben. Laut Ecochic-Gründer Pedro Abrantes bietet das innovative Design der Flipflop-Sohlen mehr Komfort beim Gehen, ergonomischere und komfortablere Riemen, eine widerstandsfähigere Verbindung zwischen Riemen und Sohle sowie bessere Griffigkeit auf nassen Wegen.

Abrantes nennt die innovativen Produkte „egofriendly footwear“: „Sie richten sich an Männer und Frauen, die Wert auf Design und Qualität der Rohstoffe legen – und darüber hinaus noch Spaß haben wollen. Diese Flipflops sind für den Strand geeignet, aber auch an die städtischen Bedingungen angepasst“. Die ASPORTUGUESAS sind in Concept-Läden und Multimarken-Filialen des Schuhhandels erhältlich sowie online unter www.asportuguesas.shoes.

 

Wissenswertes über Kork

 

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Portugal liefert rund die Hälfte der Welt-Korkproduktion. Foto: Amorim

Die Korkeiche (lat. Quercus suber) ist ein immergrüner Laubbaum, der stark im westlichen Mittelmeerraum beheimatet ist, insbesondere in Portugal. Dort gibt es, vor allem im Hinterland der Algarve und im Alentejo, mehr als 720.000 Hektar Korkeichenwälder, die für hochwertigen, nachwachsenden Rohstoff sorgen. Die Korkindustrie hat erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für das Land im Südwesten Europas. Der Produktionsanteil Portugals liegt bei rund 50 Prozent. Spanien erzeugt 30 Prozent, Marokko, Algerien und Tunesien zwischen sechs und vier Prozent, Italien drei Prozent und Frankreich zwei Prozent des Korks in der Welt.

Korkeichenbestände gelten als widerstandsfähig bei Waldbränden, mindern die Erosion, speichern gut Wasser und helfen sehr mit, die Bildung von Wüsten zu vermeiden. Ferner binden die Korkeichenbestände in der Mittelmeerregion so viel Kohlendioxid, dass damit der jährliche Ausstoß von deutlich mehr als drei Millionen Autos neutralisiert werden kann.

Eine ausgewachsene Korkeiche erreicht rund zwei bis fünf Meter Stamm-Umfang und bis zu 30 Metern Höhe. Wird sie gut gepflegt und bewirtschaftet, kann sie bis zu 250 Jahre alt werden. In Portugal und Spanien dient der Korkeichenwald einigen Tieren wie etwa dem Pardelluchs, dem spanischen Kaiseradler und der Grosstrappe als Lebens- und Rückzugsraum. Er ist hier auch das Überwinterungsgebiet von mehr als 50.000 Kranichen aus ganz Europa.

Rund 30 Jahre nach seiner Pflanzung wird ein solcher Baum interessant für die Korkgewinnung: Erst dann kann die Rinde erstmals vom Stamm geschält werden. Danach ist das alle acht bis zwölf Jahre möglich. Geschält wird höchstens ein Drittel der Rinde eines Baums. Bei jeder Schälung liefert ein Stamm zwischen 50 bis 150 Kilogramm. Schäden erleidet die Korkeiche beim Schälen nicht, sondern es wird dadurch die Neubildung der Rinde angeregt. Denn als einer der wenigen Bäume ist die Korkeiche in der Lage, die Rinde immer wieder neu zu bilden. Sie ist stark elastisch und besteht hauptsächlich aus Zellulose. Die ungewöhnliche Robustheit der Rinde schützt die Korkeiche gut vor Dürren, Feuersbrünsten und mechanischen Beschädigungen.

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Sogar als strapazierfähiger Ersatz für Sitzbezüge in Straßenbahnen kann Kork eingesetzt werden. Foto: Siemens

Hier die wichtigsten Vorteile der Korkeichen-Rinde: sehr leicht, elastisch und komprimierbar, undurchlässig für Flüssigkeiten und Gase, sehr gute Wärme- und Schall-Dämmung, feuerhemmend, hoch abriebfest, allergiehemmend und mit angenehmer Oberfläche.

Die Korkeiche wird in Portugal häufig als Symbol eingesetzt. So führen viele Städte den charakteristischen Baum in ihrem Wappen geführt. Aus Anlass der EU-Präsidentschaft Portugals ließ das Land 2007 eine Zwei-Euro-Gedenkmünze mit dem Symbol der Korkeiche prägen

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Neues Allzeithoch für Algarve- und Portugal-Tourismus in 2016

Mehr und mehr Menschen genießen die touristischen Vorzüge der Algarve und Portugals. Der Flughafen Faro, dessen 35 Millionen Euro teurer Umbau im Juli beendet sein soll, konnte deshalb jetzt für 2016 neue Rekordzahlen vermelden: 7,63 Millionen Passagiere und gut 53.000 Flugbewegungen – jeweils ein Plus von gut 18 Prozent. Und in ganz Portugal hat laut amtlicher Statistik die Zahl von Touristen und Übernachtungen allein von Januar bis November 2016 bereits um jeweils zehn Prozent zugenommen. Die Erträge wuchsen in diesem Zeitraum sogar noch stärker – um 17 Prozent. Nach frühzeitigen EU-weiten Schätzungen, die sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisen beinhalten, kam Portugal hingegen im Gesamtjahr 2016 auf ein Übernachtungsplus von 1,7 Prozent. Das läge knapp unter dem Durchschnitt der Europäischen Union (zwei Prozent).

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Die Algarve-Hotels rüsten sich derzeit für die Saison 2017. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Laut einem am 16.Januar veröffentlichten Bericht der Statistikbehörde INE allerdings registrierte ganz Portugal bis November 2016 bereits rund zehn Prozent mehr Gäste (18 Millionen) und Übernachtungen (51 Millionen) in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahrs. Die daraus resultierenden Gesamterträge stiegen in diesen elf Monaten um mehr als 17 Prozent auf über 2,7 Milliarden Euro. Inwieweit die unterschiedlichen Einschätzungen auf die Erhebungsmethode (Ein- oder Ausschluss von Geschäftsreisen bzw. bestimmten Beherbergungsbetrieben) zurückgehen, blieb zunächst unklar.

 

Die Übernachtungen von Portugiesen nahmen nach den INE-Angaben im Land um fünf, die von Ausländern um elf Prozent zu. Die Algarve verzeichnete in den von INE ausgewerteten elf Monaten des vergangenen Jahres einerseits ein kleines Übernachtungs-Minus von knapp einem Prozent bei Inländern, andererseits aber ein großes Plus von fast zwölf Prozent bei Touristen aus dem Ausland. Um vor allem mehr Gäste aus den USA und Brasilien an die Algarve bringen zu können, kündigte die  Fluggesellschaft TAP Portugal an, ab 10. Juni acht mehr Flüge Lissabon-Faro pro Woche durchzuführen. Damit werde häufig geäußerten Wünschen der Region entsprochen.

 

Deutlich mehr Amerikaner, Polen und Franzosen, aber weniger Portugiesen übernachten

 

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Veränderungen in der Gäste-Struktur der Algarve 2016 (gelbe Balken). Quelle: AHETA

Bei den Zuwachsraten der ausländischen Gäste lagen diesmal im gesamten Land Portugal Amerikaner und Polen mit je 20 Prozent mehr Übernachtungen vorn, noch vor Franzosen (+ 18), Schweizern (+ 15), Niederländern (+ 13) sowie Italienern, Iren und Brasilianern (jeweils rund + 11). Die Zahl der Übernachtungen von belgischen, deutschen und britischen Gästen in Portugal wuchs jeweils um fast 10 Prozent. Spanier sorgten im Nachbarland für neun Prozent mehr Übernachtungen, Schweden für ein Plus von knapp sechs Prozent.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Gäste verminderte sich um fast ein halbes Prozent auf 2,8 Übernachtungen. An der Algarve hingegen lag der Wert höher – bei 4,2 Nächten, was einem Wachstum um gut vier Prozentpunkte im Vergleich mit der gleichen Periode 2015 entspricht. Die Bettenauslastung gibt die portugiesische Statistikbehörde mit 50 Prozent an (plus 2,4 Prozentpunkte). Auffällige Steigerungsraten gab es zudem vor allem bei der Zahl ausländischer Gäste auf portugiesischen Campingplätzen (plus 12 Prozent) sowie in Feriendörfern und Hostels (plus 20 Prozent).

 

Gut 25 Prozent höhere Erträge der Algarve-Hotellerie

 

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So stark sind in der Algarve-Hotellerie seit Januar 2012 (= 100 Prozent) die Gesamterträge (blaue Linie) und die Erträge nur aus Übernachtungen (rot gestrichelte Linie) gewachsen. Quelle: INE

Kein Wunder, dass sich die Einnahmen von klassischen Hotels, Appartement-Hotels, Pousadas, Touristen-Appartements, Touristen-Dörfern und anderen Beherbergungs-Betrieben in Portugal von Januar bis November 2016 positiv entwickelten. Während die Gesamterträge in ganz Portugal um 23,6 Prozent anwuchsen, lag der entsprechende Wert an der Algarve sogar noch um rund zwei Prozent höher. Es konnte im gesamten Land ein Durchschnittsertrag pro Zimmer von gut 44 Euro erzielt werden (plus 14 Prozent). An der Algarve lag das Ertragsplus pro vermietetem Raum sogar bei gut 24 Prozent.

 

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Auslastungsrate der Zimmer von Algarve-Hotels im Jahr 2016. Die grünen Balken geben die prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr an. Quelle:

Zahlen des Algarve-Hotellierverbands AHETA (sie Grafik oben) ist zu entnehmen, dass 2016 die durchschnittliche Zimmerauslastung in jedem Monat über dem Vorjahreswert lag. Am stärksten übertroffen wurden die Auslastungswerte im März und November und am schwächsten im Hochsaison-Monat August. Die AHETA-Statistik weist hinsichtlich der Herkunftsländer die größten Veränderungen beim Anteil von Touristen aus dem Vereinigten Königreich (plus 2,3 Prozentpunkte) und den Niederlanden aus (plus 0,7 Prozentpunkte). Zum Vergleich: Der Anteil deutscher Gäste erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte, während der von portugiesischen Urlaubern um einen Prozentpunkt sank.

 

Auch weltweit wuchs der Tourismus 2016 robust

 

Wie die Welt-Tourismusorganisation UNWTO kürzlich mitteilte, registrierten die Zielorte 2016 mit 1,2 Milliarden Reisenden fast vier Prozent mehr Urlauber. Das entspricht einer Zunahme von 46 Millionen Touristen (Übernachtungsgästen) gegenüber dem Vorjahr. 2016 sei seit der jüngsten weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise das siebte Jahr in Folge mit nachhaltigem Wachstum im Tourismus gewesen. Eine vergleichbar solide und stetige Entwicklung habe es zuletzt in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegeben, so die Organisation in Madrid, die sich auf vorläufige Zahlen und Schätzungen stützt. Gegenüber dem Vorkrisen-Rekord von 2008 seien im vergangenen Jahr rund 300 Millionen mehr Touristen in der Welt unterwegs gewesen, hieß es.

unwtoIn Europa habe es unterschiedliche Entwicklungen gegeben, steht im Welt-Tourismus-Barometer der Unterorganisation der Vereinten Nationen. Einige Ziele seien von „Herausforderungen in Sachen Sicherheit“ betroffen gewesen. Ankünfte internationaler Gäste in Europa hätten 2016 die Zahl von 620 Millionen erreicht, mit 12 Millionen mehr als 2015 waren das plus zwei Prozent.  Während Nordeuropa auf ein Wachstum von sechs und Mitteleuropa von vier Prozent kam, nahmen die internationalen Ankünfte im Mittelmeerraum Südeuropas – zu dem auch Portugal gehört – nur um ein Prozent zu. Westeuropa konnte laut UNWTO 2016 kein Wachstum verzeichnen.

 

EU: Frankreich und Vereinigtes Königreich büßten erheblich an Übernachtungen ein

 

Für die Europäische Union meldete die Luxemburger Statistikbehörde Eurostat am Dienstag, 24. Januar, ein Wachstum von zwei Prozent bei den Übernachtungen im Jahr 2016. Damit hält der stetige Zuwachs seit 2009 an. Spanien (plus 7,8 Prozent) baute seine Spitzenposition bei den Übernachtungen aus. Es folgten Frankreich (minus 4,6 Prozent) und Italien (plus 0,5 Prozent) sowie Deutschland (plus 2,8 Prozent) und das Vereinigte Königreich (minus 4,5 Prozent).

Die größten Zunahmen bei der Zahl der Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben konnten osteuropäische Länder wie Bulgarien und die Slowakei verbuchen, gefolgt von Polen und Zypern. Für Portugal meldete EUROSTAT ein Übernachtungsplus von 1,7 Prozent im Gesamtjahr 2016, hauptsächlich verursacht von Ausländern (plus vier Prozent). 2,7 Prozent weniger Portugiesen übernachteten in Beherbergungsbetrieben des Landes.

 

Portugal für Start-up-Förderung im Tourismus ausgezeichnet

 

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UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai bei der Ehrung in Madrid. Foto: UNWTO

Mit seinem Programm „Tourismus 4.0“ ist Portugal am 18. Januar beim Innovationspreis-Wettbewerb der Welt-Tourismusorganisation UNWTO als „First Runner-Up“ ausgezeichnet worden. Die Organisation Turismo de Portugal nahm die Ehrung auf einer Gala in Madrid entgegen. Sieger in der Kategorie Forschung und Technologie wurden die Niederlande mit einem Rechner für den CO2-Ausstoß bei Pauschalreisen. Ins Finale war auch Spanien mit einer Enzyklopädie des Tourismus gekommen. Das Nachbarland wurde damit Drittplatzierter.

In seiner Tourismus 4.0-Initiative bündelt Portugal sechs Aktivitäten zur Förderung junger, innovativer Firmenneugründungen im Bereich Fremdenverkehr. Es handelt sich dabei um Lisbon Challenge, Discoveries Travel & Tourism Startup Accelerator, Smart Open Lisboa, Tourism Creative Factory, Lisbon Investment Summit und Tech Tour.

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Weitere drei Kategorien für den Innovationspreis, der zum 13. Mal vergeben wurde, waren Politik und Verwaltung, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen. Insgesamt 12 Finalisten, die aus dem Kreis von 150 Bewerber aus 55 Ländern hervorgegangen waren, hatten am Rande der Messe FITUR 2017 um die Gunst der Juroren in Madrid gewetteifert.

In der Kategorie „Innovation in Forschung und Technologie“ zeichnet die UNWTO-Jury stets solche Initiativen aus, bei denen eine wegweisende Vision zu erkennen ist und welche durch Einsatz moderner Technologie helfen, Chancen für nachhaltigen Tourismus zu verbessern. Es müssen Beweise für die Umsetzung neuer Ansätze in die Praxis und für messbare Auswirkungen auf den Tourismus vorgelegt werden.

 

2017: Jahr des nachhaltigen Tourismus‘

 

unwto-nachhaltigkeitsjahr-logoZwei Tage nach der Preisauszeichnung eröffnete die UNWTO offiziell das Internationale Jahr für nachhaltigen Tourismus im Dienst der Entwicklung. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte schon im Dezember 2015 den Schwerpunkt für dieses Jahr festgelegt.

Algarve: Deutsche Fußball-Fans waren heiß auf Wintertrainingslager

Vier deutsche Fußball-Klubs – von der ersten bis zur vierten Liga – haben ihre Wintertrainingslager an der Algarve, im Land des Europameisters, erfolgreich beendet. „Perfekte Bedingungen“ ist das am häufigsten gehörte Urteil  im Gespräch mit Spielern, Trainern und Fans vor Ort. Aber hier und da gab es auch interessante Nuancen in der Bewertung durch Leipziger, Stuttgarter, Duisburger und Lübecker, die zwischen dem 4. und 20. Januar im sonnigen Süden weilten – und zum Abschluss sogar noch ein paar leichte Schneeflocken bestaunen konnten, die eine außergewöhnliche Kältewelle an die Ostalgarve blies… – Am Ende des Beitrags finden Sie die Ergebnisse der deutschen Testspiele sowie Links zur Berichterstattung der Vereine.

Die Abneigung deutscher Fußball-Klubs, 2017 wieder in das zur Wintertrainings-Hochburg aufgestiegene Belek in der Türkei zu reisen, hätte dem Süden Portugals die Chance geboten, den bereits erlittenen Rückstand gegenüber Konkurrenz-Destinationen wie Spanien, Florida oder Golfstaaten wieder wettzumachen. Aber warum scheint das nicht gelungen zu sein? Der Algarve-Entdecker fragte direkt bei der ATA nach, der Associação Turismo do Algarve. Sie kümmert sich unter anderem auch um die Förderung von Natur-, Gesundheits- und Sport-Tourismus.

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Der Verband in Faro leitete die Anfrage an seine deutsche PR-Agentur in München weiter. „…Detaillierte Informationen über die Entwicklung dieses Marktsegments sind gegenwärtig für uns nicht verfügbar“, hieß es zunächst bedauernd. Das allerdings wäre erstaunlich, da doch die ATA erst Ende September 2016 auf der „SOCCEREX“ in Manchester vertreten war, der größten Fachveranstaltung im internationalen Fußballgeschäft. Mit dieser Beteiligung wollte sich die Algarve als einer von 150 Ausstellern und gegenüber 3.000 Teilnehmern als Hauptregion („região privilegiada“) für die Nutzung von Sportstadien positionieren, wie es auf der ATA-Webseite heißt. Als wir nachhakten, bestätigte ATA, dass offenbar „die Nachfrage nach Trainingscamps gerade wächst“ und die Algarve-Hotelliers darauf mit dem „Angebot von mehr Infrastruktur und mehr Services“ reagierten.

Doch Nachbar Spanien, der allein neun deutsche Erstligisten erfolgreich zu Wintertrainingslagern ins sein Land locken konnte, scheint dabei derzeit erfolgreicher zu sein. Denn nach Algarve-Entdecker-Recherchen war Bundesliga-Überraschungself RB Leipzig leider der einzige deutsche Erstligist, der diesmal zur Rückrunden-Vorbereitung an die portugiesische Südküste kam – ins Cascade Wellness & Lifestyle Resort in Lagos. Trainer Ralph Hasenhüttl sparte nicht mit Lob: „Wir haben hier tolle Sportplätze und ein tolles Hotel, dass ein bisschen ruhiger, ein bisschen kleiner ist. Es ist uns sehr recht, dass es hier nicht so viel Trubel gibt. Ja, und dann ist da noch die schöne Steilküste und das Meer, wo man schnell abschalten kann. Das ist alles sehr angenehm.“

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RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl fachsimpelt mit mitgereisten Fans. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Wenn zudem dann noch das Wetter so sensationell sei, könne es einem hier auch ohne Arbeit gut gefallen, witzelte der Coach. Ob er mit seinem jungen Team 2018 wiederkommen wolle? „Abwarten! Wenn wir die Rückründe gut spielen, spricht nichts dagegen“, sagte Hasenhüttl. Sein Stürmer Yussuf Poulsen räumte ein, dass der 28-köpfige Kader nicht viel von Land und Leuten gesehen habe, weil das Training so intensiv gewesen sei. „Aber wir waren wenigstens kurz mal auf dem Golfplatz“, schmunzelte der 22-jährige Däne.

„Schon beim Landen in Faro hatte ich das Gefühl, wieder in der Heimat anzukommen, wo jeden Tag die Sonne scheint“.

Ajax Amsterdam-Profi Heiko Westermann, der früher auch in Sevilla spielte, nach dem Testspiel gegen RB Leipzig

Nach Faro waren die Leipziger Rasenballprofis mit einer Linienmaschine von Berlin-Tegel aus geflogen, zurück ging es per Charterflug zum Airport Leipzig/Halle.

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Leipziger Fan-Schal hinterlassen: Lokal in Lagos. Foto: Karsten Schalla

33 mitgereiste Fans, von Leipzig aus über Düsseldorf an die Algarve gejettet, nutzten den hautnahen Kontakt, um ihre Mannschaft auf Schritt und Tritt zu beobachten.

Zwei Vereinsangestellte, Enrico Hommel und Benjamin Jank, betreuten die in einem Nachbarhotel untergebrachen Fans – im Hintergrund und „als Mutti für alles“, wie Hommel formulierte.

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RB Leipzig-Fan Christiane Schlecker. Foto: Hans-Joachim Allgaier

RB-Anhängerin Christiane Schlecker, die sich mit ihrem Mann die vom Verein organisierte Fanreise zu Weihnachten geschenkt hatte, fand die Algarve „super, traumhaft schön“. Die Leute erlebte sie alle als „sehr nett, sehr gastfreundlich“.

Als Dankeschön für den guten Service beim Abendessen im Restaurant Adega da Marina hinterließen die Leipziger Anhänger einen Fan-Schal. Er ergänzt jetzt die vielen anderen Fußball-Andenken dort im Lokal.

Oliver Hartmann vom Sportmagazin „Kicker“, sonst auch mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unterwegs, begleitete den sächsischen Klub und seine Fans ins Wintertrainingslager-Neuland der Algarve. „Wenn die Bedingungen überall so phantastisch sind wie hier, verstehe ich eigentlich nicht, weshalb nicht mehr Bundesligisten an die Algarve gekommen sind“, sagte der Reporter. Die Leipziger Fans hätten sich recht vergnügt gegeben und seien, wie auch zu Hause, „ein ganz angenehmes Völkchen“, stellte er fest.

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MDR-Hörfunkreporter Jan Günther. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Seine Kollegen Guido Schäfer von der Leipziger Volkszeitung und Jan Günther vom MDR stimmten zu. Es sei von der Vereinsspitze ausdrücklich so gewünscht, dass sich die Fans ordentlich benähmen – im eigenen Stadion und auch auswärts: „Da gibt es null Toleranz“, weiß Schäfer. In der Tat geht es sehr zivil, ja freundlich-familiär unter den Fans zu. Algarve-Liebhaberin Dorothee Schmidt, eine der ältesten Teilnehmerinnen der Reise, betonte: „Wir sind keine Herden-Truppe, sondern ganz individuell. Aber wenn’s drauf ankommt, halten wir zusammen“.

Sprach’s und stimmte in den Schlachtgesang ein „Auf geht’s Leipziger Jungs, schießt ein Tor für uns!“ Für die akustische „Choreographie“ bei den RB-Auftritten sorgt meist Chris vom Fanclub Sportfreunde Leipzig. Er war es auch, der neben dem Trainingsplatz in Lagos in fließendem Englisch portugiesischen Fernsehreportern Rede und Antwort stand.

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Chris vom Fanclub Sportfreunde Leipzig informierte das portugiesische Fernsehen über die Reise der Anhänger an die Algarve. Foto: Hans-Joachim Allgaier

50 Fans aus Schwaben…

 

Im selben Resort, ein paar Tage nach dem Abflug der Leipziger, startete Zweitligist VfB Stuttgart seine Vorarbeit für die zweite Saison-Hälfte und den angepeilten Wiederaufstieg. 45 Personen umfasste die Delegation, davon 22 Spieler. 1,5 Tonnen Ausrüstung hatte ein LKW aus der Schwaben-Metropole an die Algarve nach Lagos gebracht. „Wir sind von daheim nach Lissabon geflogen und von dort aus mit dem Bus nach Lagos gefahren. Das war gut zu organisieren“, berichtete Pressesprecher Tobias Herwerth.

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Aufstiegs-Vorbereitungen beim Zweitligisten VfB Stuttgart in Lagos: Foto: Cascade Resort

Trainer Hannes Wolf, früher schon als Urlauber an der Algarve gewesen, lobte die Infrastruktur ebenfalls in höchsten Tönen: „Platz, Hotel, Essen, Kraftraum, Wetter – alles perfekt“. Rund 50 Fans reisten mit, vor Ort betreut von einem Ansprechpartner des Vereins.

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Tuchfühlung beim Fanabend im Hotel. Foto: VfB Stuttgart

„Letztes Jahr waren wir auch mit, damals in Belek“, erzählte Frank Raith. Hier in Lagos sei zwar der Rasenplatz ebenso gut wie die in der Türkei, aber wer zugucken wolle, müsse „hinterm Zaun herumstehen“.

In Belek hingegen hätten die Fans auf einer Tribüne sitzend zuschauen und sich etwas zu essen und zu trinken kaufen kaufen können, lobt der Stuttgarter Anhänger.

…plus 50 Fans aus dem Ruhrgebiet…

 

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Duisburger Fans kiebitzen hinter dem Ballfangnetz. Foto: MSV/Linda Kleine-Nathland

Fußballverrückte Fans begleiteten auch den Drittligisten MSV Duisburg, der sein Winter-Hauptquartier ins Ria Park Hotel & Spa am Vale do Lobo bei Almancil verlegt hatte. Die Herberge unterbrach ausschließlich für die 27 Spieler und die Vereinsoffiziellen aus dem Ruhrgebiet ihre Winterpause. Ein Großteil der rund 50 mitgereisten Anhänger gehört zu den besonders treuen Algarve-Liebhabern, seit ihr Team Portugal als Wintertrainingslager wählte.

„2004 hat sich dann ein offiziell beim MSV registrierter Fan-Club Portugal gegründet“, berichtete dessen Präsidentin Ingrid Gerlach. Und Mitglied Detlef Schulte fügte hinzu: „Viele von uns sind so angetan von der Algarve, dass sie hier auch Urlaub machen“.

Rentner Hartmut Steuer, der bei jedem Trainingslager wie eine Klette an der Mannschaft klebt, war wichtig zu betonen, dass von den Fans kaum jemand mitgeflogen wäre, hätte sich der MSV wie im Vorjahr wieder für Belek entschieden. Vereinspräsident Ingo Wald machte einen „Preisvorteil von 60 bis 80 Prozent gegenüber der Algarve“ für die Türkei-Entscheidung im vergangenen Jahr verantwortlich.

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MSV-Präsident Ingo Wald (l.) und Sportdirektor Ivica Grlic in Lagos. Foto: Hans-Joachim Allgaier

„Die Fans waren aber immer todtraurig, wenn der MSV nicht an die Algarve geflogen ist“, gab der Klubchef zu. Er war mit anderen Offiziellen von Weeze aus eingeflogen, die Spieler von Eindhoven. „Die Flüge an die Algarve sind keinesfalls überteuert“, freute sich der auf den Euro schauende MSV-Präsident. Er regte Gegenseitigkeitsabkommen zwischen Algarve-Hotellerie und Sportvereinen an, die den Ausgleich von gewährten Rabatten durch Werbeleistungen der Teams regeln: „Die Hotels hier sollten verstärkt darauf schauen, welchen Mehrwert sie durch die Anwesenheit der Fußballklubs und ihrer Anhänger schaffen können“.

 

…und 40 Fans aus Lübeck

 

Den Euro vor dem Ausgeben ein paarmal herumdrehen muss auch Viertligist VfB Lübeck, den es nach sechsjähriger Wintertrainings-Pause diesmal ins Ausland zog – ins Alfamar Beach & Sport Resort von Olhos de Água bei Albufeira. Fast 50 Personen aus Vereinsführung und Mannschaft umfasste die Reisegruppe aus der Hansestadt. Dazu hatten sich noch fast 40 Fans gesellt.

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Bengalo gezündet: anfeuernde VfB Lübeck-Fans. Foto: Hans-Joachim Allgaier

„Die Entscheidung für die Algarve war allein schon wegen des Wetters richtig“, strahlte Sven Theißen, im Management verantwortlich für Marketing und Vertrieb. Die Bedingungen, vor allem auf den Rasenplätzen, seien optimal, der 23-köpfige Kader habe alles vorgefunden, was er benötige und sei vollkommen zufrieden, so Theißen. Angebote aus Spanien hätten vorgelegen, seien aber „noch ein wenig teurer gewesen als solche hier von der Algarve“. Allerdings sei das Vier-Sterne-Hotel, das vor zehn und mehr Jahren sogar Erstligisten als Gäste hatte, nicht mehr das Neuste, stellte der Marketingmann fest. Deshalb sollten solche Hotels jetzt die Chance nutzen, „ein wenig nachzuinvestieren“, regte Theißen in diplomatischen Worten an.

„Die Vielfalt hier ist extrem schön. Ich möchte im nächsten Jahr wiederkommen!“

VfB Lübeck-Marketingmanager Sven Theißen

Die Lübecker Fans jedenfalls, aus Hamburg per Direktflug nach Faro angereist, waren richtig „heiß auf Wintertrainingslager“ und feuerten ihre Elf entsprechend an. Betreuer Horst Jahnke: „Die Anhänger hat die Abwechslung, das Erlebnis gereizt. Deshalb sind sie in einer Zahl angereist, die für unsere Verhältnisse groß ist“. Mit Christian vom Fanprojekt habe er sich ein Auto gemietet und drei Tage lang Sehenswürdigkeiten besichtigt, so Jahnke: „Ich bin begeistert und überlege jetzt, hier privat auch mal Urlaub zu machen, denn die zerklüftete Küste ist wahnsinnig interessant und die Menschen hier sind nicht so aufdringlich wie manche andere“.

Algarve-Wintertrainingslager: Ergebnisse
der Testspiele deutscher Fußballklubs

 

Datum Ort Spiel Ergebnis
7. Januar Albufeira Ajax Amsterdam : RB Leipzig 5 : 1
11. Januar Lagos RB Leipzig : SC Farense 6 : 0
15. Januar Lagos VfB Stuttgart : MSV Duisburg 0 : 0
19. Januar Huelva VfB Stuttgart : FC Lausanne-Sport 1 : 0
19. Januar Guia MSV Duisburg : VfB Lübeck 3 : 0

Links zu weiteren Informationen über
Algarve-Wintertrainingslager:

 

Trainingslager-Tagebuch von RB Leipzig-Fan Katarina

Website des Fanclubs Sportfreunde Leipzig

RB Leipzig Trainingslager-Ticker

VfB Stuttgart-Berichte über Wintertraining

VfB Stuttgart-News über Trainingslager-Abschluss

MSV Duisburg-Webseite mit Algarve-Berichten

VfB Lübeck-News über Algarve-Testspiel

Überwintern an der Algarve: Wandernd auf wunderschönen Wegen

Die sonnige Algarve erwandern? Na klar, zum Beispiel an der Westküste ist das ein großartiger Genuss für Natur-Touristen – und dies nicht bloß im Winter, sondern sogar das ganze Jahr über. Unser Autor und seine Frau haben im Januar den Tourentipp Nr. 1 (Schwierigkeitsgrad: „leicht“) aus dem viel gelobten Algarve-Wanderführer von Claus-Günter Frank getestet. Lesen Sie selbst, was die beiden auf dem dreistündigen Rundweg der „Rota Vicentina“ nördlich von Aljezur erlebt habenzu einem Zeitpunkt, an dem Mitteleuropäer daheim bei Minusgraden und im Schnee bibbern.

Es sind perfekte 16 Grad Celsius bei wolkenlosem, stahlblauen Himmel, als wir von Süden kommend in die 3.400-Einwohner-Stadt Aljezur hineinfahren. „Der Wanderführer beschreibt, dass wir vom Campingplatz aus losgehen sollen“, erklärt mir meine beifahrende Gattin. Doch in der portugiesischen Patenstadt der unterfränkischen Gemeinde Kürnach (Landkreis Würzburg) weist kein einziges Straßenschild auf die Anlage für Camper hin. Stattdessen fallen uns unter den vielen portugiesischen Autokennzeichen auch einige deutsche, zum Beispiel aus Oberhausen, Kleve und dem Oberallgäu, auf.

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Ausgangspunkt: der schmucke Campingplatz hinter Aljezur. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Vorzügliche Wegweisung im Tourismusbüro

 

Unser Navi versteht die im Wanderführer angegebenen Koordinaten leider nicht. Oder wir den Eingabemodus nicht… Also erst einmal hinein ins Tourismusbüro von Aljezur. Die Papier-Landkarte, die uns die vorzügliches Englisch sprechende Mitarbeiterin überreicht, weist den richtigen Weg: Wir müssen noch zwei Kilometer Richtung Lissabon fahren und dann links abbiegen.

Am Ausgangspunkt schließlich angelangt, empfängt uns rund 110 Meter über dem Meeresspiegel ein spürbarer Wind, der mit Stärke 2 aus Nordost bis Nord bläst. Wir schützen wir uns jeweils mit einer Jacke, setzen die Sonnenbrillen auf und marschieren gegen 12 Uhr los. Der Parkplatz des Camping do Serrão (www.campingserrao.com) bleibt zurück und mit ihm neben unserem Potsdamer Auto ein Wagen aus Waldshut im südlichen Baden-Württemberg.

Links taucht als erstes ein schilfumstandener großer Teich auf. „In dem gibt es himbeerrote Krebse“, verrät uns jemand vom Campingplatz. Etwas kleiner als normal seien sie. Zu beiden Seiten des Weges öffnet sich eine karge, trockene und vor allem mit Macchia bewachsene Ebene. „Da läuten doch irgendwo Kuhglocken“, meint meine Frau und stellt die Ohren schräg. Ich höre nichts. Wir laufen stumm weiter.

Nichts für Gehbehinderte

 

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Vorbei an einem verfallenden Gehöft. Foto: Hans-Joachim Allgaier

An einer Gabelung rät meine Frau, den Blick ins das handliche Buch gesenkt, zum Linkshalten. Es geht hinab in eine Schlucht, der Weg wird weniger gangbar, wir passen auf, wohin wir treten. Bisweilen hat sich Wasser in ausgefahrenen Rinnen gesammelt und wir müssen, um die Schuhe nicht zu ruinieren, gewagt balancieren. Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer kämen hier erst recht nicht durch.

Plötzlich ein kurzes mopedähnliches Geräusch – aber nein, das war nur ein dicht an uns vorbeisummendes Insekt. Ansonsten ist nur ganz selten ein leises Zischen und Rauschen zu hören von den Transatlantik-Fliegern, die in gut zehn Kilometern Höhe über uns kurze weiße Kondensstreifen in Südwest- und Nordost-Richtung hinter sich her schleppen.

Die Landschaft verändert sich, wird grüner. Von Lackzistrosen und Mastixsträuchern schreibt der Wanderführer. Als halbgebildetes Stadtkind kann ich aber lediglich ein paar Eichen, hohe Eukalyptusbäume und Wacholder erkennen. Es taucht ein verfallenes großes Gehöft auf: Amoreira. Ein Schild verweist auf einen Hundetrainingsplatz. War da nicht tatsächlich kurz etwas Gebell zu hören? Das Gesicht meiner Frau zeigt, dass diesmal sie diejenige ist, die nichts vernommen hat.

Nicht nur nachts parkt hier kein Wohnmobil

 

An der Einmündung in die Zufahrtstraße zur Praia da Amoreira angekommen, bestaunen wir einen völlig leeren Parkplatz. Laut Beschilderung dürfen Wohnmobile hier nicht übernachten, aber auch tagsüber steht hier keins. Gänseblümchen in rauen Mengen säumen die asphaltierte Straße zum Strand. Hier, am Ende der Sackgasse, sind sie nun zu bestaunen, die zum Teil recht großen Wohnmobile.

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Bis 3. März geschlossen: das Paraiso do Mar am Strand von Amoreira. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Die Hälfte davon trägt ein gelbes niederländisches Kennzeichen. Aber auch rollende Kleinwohnungen aus Bremen, Nürnberg, Pinneberg und Bochum haben vom Parkplatz Besitz ergriffen. Vier Portugiesen mittleren Alters pellen sich aus ihren Surfer-Anzügen aus Neopren. Sie haben es offenbar über sich gebracht, mittags bei 16 Grad Wassertemperatur in die Fluten zu steigen.

Ein Paar kommt auf einem mit Tarnfarbe bemalten Quad aus dem brandenburgischen Kreis Barnim angerauscht, dreht aber nach kurzem Verweilen wieder ab. Zwei Briten rufen ihrem hundeähnlichen Riesen-Wollknäuel zu: „Go running!“ Das lässt sich das Tier nicht zweimal sagen und rennt vor Freude hüpfend auf die einzige Touristin auf dem Strand zu. Die reagiert kurz und kühl, wendet sich dann wieder dem bizarren Fels-Ensemble in der Strandmitte zu, das so aussieht wie eine überdimensionale Träufelburg.

Geschlossenes Paradies

 

Weil das Restaurant „Paraiso do Mar“ nach Angaben eines Plakats an der Eingangstür bis 3.März geschlossen hat, müssen wir ein paar mitgebrachte Mandeln kauen, die wir mit Wasser aus der eigenen Trinkflasche herunterspülen. So gestärkt, trauen wir uns auf den 1,6 Kilometer langen Klippenweg, der hinter dem Strandparkplatz ziemlich steil ansteigt, oben aber einen berauschenden Weitblick auf den Atlantik sowie die Fels- und Dünenlandschaft bietet.

„Der Sandweg geht aber ganz schön in die Beine“, stellt meine Frau fest. In der Tat: Mal ist der Sand tief, mal fest, mal geht es über Geröll, mal über Fels. Ganz schön unterschiedlich; so vielfältig wie der gesamte Rundweg. In regelmäßigen Abständen informieren uns insgesamt acht Tafeln sehr anschaulich über die große Biodiversität in dieser Südwestecke Portugals und Kontinentaleuropas.

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Großartiger Fernblick. Foto: Marion Allgaier

So lernen wir, dass in den Dünen hier die Heimat der „Burnet Moth“ ist, eines schwarzen Insekts mit sechs roten Punkten auf den Flügeln. Allerdings soll sie am besten im April zu sehen sein. Überhaupt seien Schmetterlinge und Motten an der Algarve-Küste gut vertreten, erfahren wir, zusammen mit einigen Libellen und Heuschrecken und unzähligen Käfern.

Spinnen und Skorpione gehörten zu den anderen reichlich vorhandenen wirbellosen Tieren im südlichen Portugal, berichten die Tafeln. Sie verweisen Interessierte auf www.tagis.pt und www.flora-on.pt, um dort mehr Informationen über Flora und Fauna von Algarve und Alentejo zu erhalten.

 

Leuchtendrot und knatschblau

 

Müde vom Staken durch den Sand, ersparen wir uns den Abstieg zum zweiten Strand an diesem Rundweg, dem Praia da Carriagem. Stattdessen biegen wir rechtwinklig ins Landesinnere ab. Es geht durch einen im Wind rauschenden Pinienwald, der an einigen Stellen so dicht ist, dass kaum Licht durchdringt. Wir kommen zunächst an einem leuchtendroten Ziegelschuppen vorbei, kurz danach an einer verfallenden, knatschblauen Hausruine, in deren Innerem große Bäume gewachsen sind.

„Hab‘ ich doch richtig gehört!“, ruft meine Frau, als sie in der Ferne rund 20 Stück braunes Vieh entdeckt, das dort grast und seinen Standort durch Kuhglocken-Geläut verrät. Natürlich, jetzt sehe und höre ich es auch. Ein paar Minuten später, wir passieren gerade ein schmuckes, gepflegtes Wohnhaus mit Algarve-typischem Anstrich, gesellt sich eine ältere Österreicherin zu uns, begleitet von ihrer Schäferhündin Bella.

Sie überwintere seit Jahren hier an der Algarve und liebe die Freundlichkeit der Portugiesen und die Ruhe hier, berichtet die Witwe aus der Nähe von Wien. Und mag sich nicht vorstellen, wie laut es hier auf dem Campingplatz wird, wenn im Sommer 3.000 Gäste im Schatten der hohen Eukalyptusbäume ihre Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile aufstellen. Im März komme ihre Enkelin an die Algarve. Dann wollten sie zusammen ihren Wohnwagen über Spanien, Frankreich und die Schweiz wieder zurück nach Österreich bringen, freut sich die Dame, als wir uns am Ende des Rundwegs von ihr verabschieden.

Drei Stunden Naturerlebnis pur

 

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Prädikat empfehlenswert: Tourentipp Nr.1 im handlichen und gut illustrierten Algarve-Wanderführer von Claus-Günter Frank. Foto: Hans-Joachim Allgaier

2,20 Stunden gibt der Wanderführer als Laufzeit für die gut neun Kilometer lange Strecke an, drei Stunden sind es bei uns geworden. Wir haben uns aber Zeit fürs Genießen der Natur und der Ruhe genommen. Und das war gut so. Denn außer der Österreicherin sind wir unterwegs praktisch keiner anderen Menschenseele begegnet – wenn man mal von der handvoll Leute am Strandparkplatz absieht. Die Tour an der Südwestküste Portugals bekommt von uns das Prädikat „Empfehlenswert“!

Weitere nützliche Links:

Deutsche Website des Fernwanderwegs Rota Vicentina

Website der Stadt Aljezur

Verlags-Website zum Algarve-Wanderführer

Facebook-Seite Estacaoes da Bioversidade

 

Algarve-Strand: 90 Tonnen erstarrtes Pflanzenöl östlich von Faro beseitigt

90 Tonnen eines öligen Pflanzenstoffes, der als wassergefährdend gilt, sind vom 5. bis 10. Januar an der Algarve-Küste im Raum zwischen Faro und Olhão eingesammelt worden. Wie Portugals nationale Meeresbehörde (AMN) berichtet, handelt es sich offenbar um Palmöl in fester Form. An der Säuberungsaktion beteiligten sich insgesamt 500 Personen.

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Erste Proben wurden bereits ab 3. Januar analysiert. Foto: AMN

An dem rund 20 Kilometer langen Strandabschnitt bei Ilha da Armona, Calutra und Deserta waren die Verunreinigungen nach Angaben der AMN bereits am 3. Januar entdeckt worden. Zwei Tage später begannen Umwelt-Experten mehrerer Behörden, Zivilschutzeinrichtungen, Verbände, der Feuerwehr und der Marine mit der Reinigungsaktion.

Die Säuberung bekam den Titel „Sauberes Meer“. Auch viele Freiwillige stellten sich laut AMN spontan zur Verfügung.

In 3.000 Säcken abtransportiert

Zum Schluss zählten die Verantwortlichen 3.000 Säcke, in denen die Pflanzenölbrocken abtransportiert wurden. Gefährdungsstufe 2, die am 3. Januar vorsichtshalber ausgerufen worden war, konnte beendet werden. Unmittelbar nach Entdeckung der Verunreinigung waren Proben der gefundenen Substanz zur Analyse an die portugiesische Umweltagentur APA gesandt worden. Diese bestätigte am späten Nachmittag des 6. Januar, dass es sich bei dem Schadstoff um ein Pflanzenöl handelte, höchstwahrscheinlich Palmöl.

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90 Tonnen des pflanzlichen Öls wurden von 500 Helfern in 3.000 Säcke gepackt. Foto: AMN

Es gehört zur Kategorie solcher flüssigen Stoffe, die den Bedingungen des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe unterliegen. Einen konkreten Verdacht über die Herkunft des Schadstoffes äußerte die portugiesische Meeresbehörde jedoch nicht.

Möglicherweise Schiffs-Ladung oder -Treibstoff?

Schifffahrtsexperten weisen allerdings darauf hin, dass Reedereien, die wirtschaftlich oft sehr unter Druck stehen, Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung der Abgase suchen. Zwar gilt verflüssigtes, tief gekühltes Erdgas (LNG) als Brennstoff der Zukunft, aber unabhängig davon nimmt bei den Brennstoffen die Vielfalt weiter zu. Einige speziell dafür ausgelegte Motoren fahren etwa auch mit Biobrennstoffen wie Palmöl.

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Der betroffene Strandabschnitt der Sandalgarve ist wieder rein. Foto AMN

Es gibt aber auch Tankschiffe, die Palmöl transportieren – ein Stoff, der zu Speisefett (Margarine), Seife, Kerzen sowie in der Kosmetik und für pharmazeutische Zwecke verarbeitet wird. Palmöl ist auch ein wichtiger Rohstoff in der Fettchemie (Oleochemie).

Seine Farbe ist dunkelgelb bis gelbrot. Es wird durch das Auspressen bzw. Auskochen des Fruchtfleisches der Ölpalme erzeugt. Palmkernöl wird hingegen aus den Steinkernen der Ölpalme gewonnen.

Herkunft meist aus Afrika und Asien

Wichtigste Herkunftsregionen flüssigen Palmöls sind West- und Ostafrika sowie die asiatischen Länder Indien, Indonesien und Malysia. Eine entscheidende Rolle beim Transport von Palmöl spielt seine Erstarrungstemperatur. Der Erstarrungsbereich liegt zwischen 41 und 31 Grad Celsius. In gemäßigten Breiten kann Palmöl deshalb schnell fettartig werden, so dass es beheizt werden muss. Bei unsachgemäßer Erwärmung besteht zum Beispiel die Gefahr des Ranzigwerdens.

Algarve will dreimal mehr Kreuzfahrt-Touristen

Der einzige Kreuzfahrt-Hafen der Algarve, Portimão, will bis 2030 die Zahl der Schiffspassagiere mehr als verdreifachen. Dafür soll die gemeinsame Hafenverwaltung mit Sines wieder entflochten und bis 2020 ein Betrag von rund 30 Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur fließen – hauptsächlich in Portimão, aber auch in Faro. Das gab Ministerin Ana Paula Vitorino bekannt. In der Vergangenheit zugesagte Investitionen in Höhe von rund 10 Millionen Euro zur Verbesserung der Hafen-Infrastruktur in Portimão waren mehr als drei Jahre lang ausgeblieben.

Wenn die Arade-Flussmündung und das Hafenbecken nun tatsächlich ausgebaggert sowie die Pier und das Terminal ausgebaut werden, sollen im bedeutendsten Algarve-Hafen moderne Kreuzfahrtschiffe von bis zu 272 Metern Länge anlegen können. Es wird in einer ersten Stufe mit bis zu 140 Ankünften pro Jahr und einem Passagiervolumen von mehr als 165.000 Personen gerechnet. Zum Ende des Jahres 2016 hatten rund 60 Kreuzfahrtschiffe den Hafen an der Südküste Portugals angelaufen.

Infrastrukturausbau in Portimão soll 2019 starten

 

In den nächsten beiden Jahren soll der Ausbau durch „Studien und Projekte“ vorbereitet werden. Die Bauarbeiten selbst sind für 2019 und 2020 vorgesehen. Außer für Kreuzfahrtschiffe soll sich Portimão auch für mehr Warenumschlag rüsten und so seine Eignung als Handelshafen der Algarve ausbauen.

Hafen von Portimao

Muss der wachsenden Nachfrage angepasst werden: das winzige Kreuzfahrt-Terminal in Portimao. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Verbunden mit der Ausbau-Ankündigung teilte die Ministerin mit, dass die neue Regionalverwaltung „Portos do Algarve“ genannt werden und auch die Verantwortung strategische Planung und Investitionen übertragen bekommen soll. An der Vorbereitung und Steuerung der neuen Einheit sollen alle 16 Stadtverwaltungen der Algarve, der Fischereihafenverband Docapesca und die bisherige Behörde mitwirken, so die Ministerin. Die beiden Algarve-Häfen beschäftigen insgesamt rund 30 Mitarbeiter, machten bislang aber nur einen verschwindend geringen Umsatzanteil von 0,5 Prozent des gemeinsamen Volumens mit Sines aus.

Kürzlich war bekannt geworden, dass der einzige verbliebene Frachtkunde des Hafens von Faro, eine Zementfabrik aus Loulé, keine Produkte mehr auf dem Seeweg nach Nordafrika transportiert, weil dort die Nachfrage eingebrochen ist. Jetzt wird darüber diskutiert, ob Faros überholungsbedürftiger Hafen mit Schiffsreparaturen und – unterbringung oder im Bereich der Freizeit-Schiffahrt eine wirtschaftliche Zukunft haben könnte.

Fahrrinne und Hafenbecken müssen für größere Kreuzfahrer tiefer werden

 

In Portimao sollen allein 20 Millionen Euro verwandt werden, um z.B. die Fahrrinne für Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 10 Metern auszubaggern und das Hafenbecken für die Wendemanöver der Kreuzfahrer von 485 auf 500 Meter zu verbreitern. Der Zugangskanal soll von 230 auf 250 Meter Breite wachsen. Zudem sollen die zwei Kais auf 180 bzw. 330 Meter verlängert werden.

Kreuzfahrtschiff vor Portimao

Vor dem Algarve-Hafen abgedreht: die Sevens Seas Explorer. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Am letzten August-Freitag des Jahres 2016 hatte der Kapitän des 224 Meter langen neuen Luxus-Kreuzfahrtschiffs „Seven Seas Explorer“ (Tiefgang laut Planangaben: 7,10 Meter) sich kurzfristig dafür entschieden, den Algarve-Hafen an der Mündung des Arade-Flusses  nicht wie geplant erstmals anzulaufen.

Wie damals mehrere Medien berichteten, stützte er seine Entscheidung unter anderem auch auf Zweifel an der Bereitschaft der Hafen-Logistik von Portimão. Laut damaliger Aussage von Hafenchef João Franco haben aber Schiffe ähnlichen Ausmaßes wie die Seven Seas Explorer auch dann schon problemlos in Portimão festgemacht, wenn sie acht oder neun Zentimeter weniger als den maximal zugelassenen Tiefgang von 8,50 Metern gehabt hätten.

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Für die kleinen „Pötte“ reichen die Kais, für die großen müssen sie verlängert werden. Foto: Hans-Joachim Allgaier

61 große Kreuzfahrtschiffe besuchen 2017 die Algarve

 

2017 könnte nach Angaben von Kreuzfahrt-Blogger Antonio Silva ein neuer Meilenstein für den Kreuzfahrttourismus im Algarve-Hafen Portimão werden, denn bislang wurden 61 geplante Schiffsankünfte gemeldet. Zahlen der griechischen Louis Cruise Line könnten eventuell noch hinzukommen, hatte es im Herbst geheißen. Zudem wolle Variety Cruises, ein Anbieter von so genannten Boutique-Kreuzfahrten, mit seinen luxoriösen „Yath Cruisers“ und jeweils gut 40 Passagieren an Bord mehr als ein Dutzend Mal die Algarve anlaufen.

Eine zunächst für den 11. Januar geplante Ankunft der MINERVA steht nun doch nicht mehr auf dem Fahrplan des Algarve-Hafens. Große Schiffsgäste werden daher erst ab März 2017 in Portimão begrüßt. Dazu gehört zum Beispiel die Antrittsbesucherin SILVER MUSE von Silversea (29. August), außerdem die SEABOURN ENCORE von Seabourn (10. August, 9. September), die Midnatsol des norwegischen Betreibers Hurtigruten (20. April) und die AEGEAN ODYSSEY der Reederei Voyages to Antiquity (30. April). Die ARCADIA der britischen Gesellschaft P & O wird am 9. August das größte aller Schiffe sein, die 2017 an die Algarve kommen.

Das P&O-Schwesterschiff ADONIA, das zuletzt unter dem Namen FATHOM und bereedert von Carnival Cruises in der Karibik unterwegs war, wird dreimal an der Algarve zu Gast sein: am 8. und 28. August sowie am 20. September. Mit je vier Besuchen noch häufiger vertreten sein werden die STAR PRIDE und die SILVER SPIRIT. Die THOMSON CELEBRATION wird fünfmal kommen. An der Spitze liegt jedoch die CORINTHIAN mit allein acht Algarve-Visiten im Jahr 2017. Besondere Aufmerksamkeit dürfte aber das ZDF-„Traumschiff“ bekommen, die AMADEA. Sie ist am 13. Oktober zu Gast an der Algarve.

Geplante Ankünfte von Kreuzfahrtschiffen in Portimão 2017

(Stand: Januar 2017)

 

März

24.: CORINTHIAN

April

12.: THOMSON CELEBRATION

13.: CORINTHIAN

14.: SILVER SPIRIT

15.: PACIFIC PRINCESS, CORINTHIAN

18.: SEABOURN QUEST

20.: MIDNATSOL

22.: STAR PRIDE

24.: STAR LEGEND, THOMSON MAJESTY

25.: ROYAL CLIPPER

26.: BOUDICCA

27.: THOMSON CELEBRATION

28.: SEADREAM I

30.: AEGEAN ODYSSEY

Mai

05.: CORINTHIAN

09.: STAR BREEZE, THOMSON CELEBRATION

24.: ALBATROS, SILVER WIND

28.: SILVER CLOUD

Juni

03.: STAR PRIDE

13.: SILVER SPIRIT

15.: STAR LEGEND

Juli

07.: ISLAND SKY

08.: SILVER SPIRIT

09.: STAR BREEZE

11.: STAR BREEZE

August

08.: ADONIA

09.: ARCADIA (größtes Schiff 2017 in Portimão)

10.: SEABOURN ENCORE

26.: STAR LEGEND

28.: ADONIA

29.: SILVER MUSE (Antrittsbesuch)

September

09.: SEABOURN ENCORE, HEBRIDIAN SKY

11.: STAR PRIDE

20.: ADONIA

22.: ISLAND SKY

24.: CORINTHIAN, SILVER WIND

Oktober

09.: CRYSTAL SHIMPHONY

11.: THOMSON CELEBRATION

13.: AMADEA (bekannt als ZDF-„Traumschiff“)

14.: CORINTHIAN

15.: BRAEMAR

16.: Le LYRIAL, CORINTHIAN

17.: SEABOURN ODYSSEY

18.: CLUB MED 2

22.: SEADREAM II

25.: THOMSON CELEBRATION

27.: SILVER SPIRIT

November

03.: STAR BREEZE

05.: CORINTHIAN

08.: STAR PRIDE

09.: STAR LEGEND

14.: BRAEMAR

17.: BLACK WATCH

Dezember

02.: SAGA PEARL II

 

Hafen von Portimão – eine Nachtfahrt von Lissabon entfernt

 

Keuzfahrtschiffe

Eines der seltenen Zusammentreffen von zwei Kreuzfahrtschiffen in Portimão. Fot0: Hans-Joachim Allgaier

Der Hafen von Portimão, einziges Algarve-Ziel für Kreuzfahrtschiffe, liegt strategisch günstig zwischen den Atlantik- und den Mittelmeer-Routen. Schiffe können ihn von der portugiesischen Hauptstadt Lissabon aus zum Beispiel in einer Nachtfahrt erreichen. Die Vorteile des Portimão Cruise Terminal liegen in der Nähe zum Stadtzentrum, zu einigen der schönsten Strände der Südküste und im schnellen Zugang zu Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen, etwa am Praia da Rocha. Auch das nahe gelegene Monchique-Gebirge, einer der Naturschätze von Portugal, macht die Hafenstadt so besonders.

Das Terminal bietet Schiffen und Passagieren verschiedene Services, zum Beispiel Check-in und Zollkontrolle, Bar, Terrasse, Geschäfte, Informationsschalter für Ausflüge, Bargeldautomat, Minibus zum Stadtzentrum und Tour-Transporte. Im Fall von technischen Problemen können Kreuzfahrt-Gesellschaften auch Schiffreparaturen vor Ort durchführen lassen.

2017: Gleich viele Michelin-Sterne für Algarve, aber mehr für Portugal

Auch für 2017 hat der Guide Michelin den Algarve-Restaurants „Ozean“ von Hans Neuner in Armação de Pêra und „Vila Joya“ von Dieter Koschina in Albufeira ihre herausragende Qualität mit zwei Sternen bescheinigt. Ihren einen Michelin-Stern für 2017 behalten durften die ausgezeichneten Algarve-Restaurants Henrique Leis und São Gabriel (beide in Almancil), Willie (Vilamoura) sowie Bon Bon (Carvoeiro).

Ganz Portugal hat somit 21 vom Guide Michelin ausgezeichnete Restaurants und kommt auf insgesamt 26 Sterne. Im Vorjahr waren es noch 14 Restaurants und 17 Sterne gewesen. Zwei Zwei-Sterne-Restaurants – in Vila Nova de Gaia bei Portu und in Funchal auf der Insel Madeira – kamen bei der diesjährigen Kür ebenso hinzu wie sieben Ein-Sterne-Küchen.

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Foto: Turismo de Portugal

Hier die vollständige Liste der portugiesischen Michelin Sterne für 2017:

**

  • Belcanto (Lisboa), José Avillez
  • Ozean (Armação de Pêra), Hans Neuner
  • Vila Joya (Albufeira), Dieter Koschina
  • Il Gallo d’Oro (Funchal, Madeira) – Benoit Sinthon (neu)
  • Der Yeatman (Vila Nova de Gaia), Ricardo Costa (neu)

*

  • Casa da Calçada (Amarante), Vítor Matos – André Silva
  • Elf (Lisboa), Joachim Koerper
  • Feitoria (Lisboa), João Rodrigues
  • Fortaleza do Guincho (Cascais), Miguel Vieira
  • Henrique Leis (Almancil), Henrique Leis
  • Pedro Lemos (Porto), Pedro Lemos
  • São Gabriel (Almancil), Leonel Pereira
  • Willie (Vilamoura), Willie Wurger
  • Bon Bon (Carvoeiro) / Rui Silvestre
  • Alma (Lisboa), Henrique Sá Pessoa (neu)
  • Antiqvvm (Porto), Vitor Matos (neu)
  • Casa de Chá da Boa (Leça da Palmeira), Rui Paula (Neu)
  • LAB (Penha Longa, Sintra), Sergi Arola (neu)
  • Loco (Lisboa), Alexandre Silva (neu)
  • William (Funchal, Madeira), Luís Pestana (neu)
  • L’And Vineyards (Montemor-o-Novo, Alentejo), Miguel Laffan (wiedererlangter Stern)

Die beiden Zwei-Sterne-Restaurants der Algarve im Schnellüberblick

 

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Dieter Koschina gibt schon seit 25 Jahren im „Vila Joya“ die Geschmacksnote an. Foto: Vila Joya

Das erneut mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant „Vila Joya“ in Albufeira zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass hier lokale Produkte mit nordeuropäischen Techniken gekocht und präsentiert werden. Beispiele: Perlhuhn mit schwarzem Trüffel und Artischocken gefüllt, geröstete Gänseleber auf Brokkoli-Püree mit geräuchertem Aal serviert.

Der landesübliche Bacalhau wird vom österreichischen Küchenchef Dieter Koschina mit roter Beete und Joghurt kombiniert. Seit 2014 liegt das Vila Joya auf Platz 22 der 50 besten Restaurants der Welt. Zwei Michelin-Sterne hat es seit 15 Jahren.

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Beachtliche Leistung: Hans Neuner im „Ozean“. Foto: Ozean

Ebenfalls einen österreichischen Küchenchef hat das Zwei-Sterne-Restaurant „Ozean“ im Vila Vita Park Resort & Spa von Porches bei Armacão de Pera: Hans Neuner – 2009 und 2012 als Portugals „Chef of the Year“ ausgezeichnet – und sein Team dürfen sich seit 2009 mit einem und seit 2011 mit zwei Michelin-Sternen schmücken.

„In unserer Küche dreht sich alles in erster Linie um das Produkt. Es bringt uns auf Gedanken und stimuliert unsere Kreativität“, heißt es auf der Website. Jedes Produkt werde mit Hochachtung vor der Integrität seines eigenen Aromas und Geschmacks behandelt.

Algarve: Wetter-Bilanz 2016 zeigt heißesten Sommer – in ganz Portugal

Mit einer hervorragenden Wetter-Bilanz kann die Redaktion von http://www.algarve-entdecker.com das Jahr 2016 verabschieden: In ganz Portugal gab es in den vergangenen zwölf Monaten im Allgemeinen deutlich erhöhte Durchschnitts-Temperaturen auf dem Festland. Das berichtet IPMA, das portugiesische Institut für Meer und Atmosphäre. Danach ragten besonders der Monat Januar und die Zeit von Juni bis Oktober mit einem Temperaturunterschied von mehr als plus einem Grad Celsius gegenüber dem Normalwert heraus. Der März hingegen tat sich mit um eineinhalb Grad kühleren Temperaturen hervor. Die meisten übrigen Monate bewegten sich im Bereich des Normalen.

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So wichen 2016 die Temperaturen in Portugal von den langjährigen Mittelwerten ab. Quelle: IPMA

Auf das ganze Jahr bezogen lag die Durchschnittstemperatur auf dem portugiesischen Festland um 0,6 Grad Celsius über dem Normalwert. Die Niederschlagsmenge betrug 2016 laut IPMA 110 Prozent des üblichen Jahreswerts. Nur in vier von zehn Jahren werden innerhalb eines Jahres noch mehr Regenfälle verzeichnet.

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Seltenes Bild: Regenwolken über der Algarve. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Wie das Lissaboner Institut errechnete, gab es seit 1931 nur drei Jahre, in denen es in Portugal noch wärmer war: 1997 (+1,38 ° C über Normal), 2015 (+1.35 ° C) und 2011 (+1,1 ° C). Seit 1931 sei es der heißeste Sommer in Portugal gewesen, so IPMA.

Nach Aussagen der portugiesischen Meteorologen war auch der Dezember 2016 mit +0,6 ° C wärmer als der letzte Monat des Jahres im Durchschnitt seit 1931. Gleichzeitig war der Dezember sehr trocken.

Wärmstes Jahr in der Welt und viertwärmstes in Europa

 

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Auch Surfer freuen sich über das warme Algarveklima. Foto: Hans-Jochim Allgaier

Das Institut verweist in seiner vorläufigen Jahresbilanz für 2016 auf Analysen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Danach war es in ganz Europa wahrscheinlich das viertwärmste Jahr – mit noch höheren Werten als z.B. in den Rekordjahren 2014 und 2015. Im weltweiten Vergleich werde 2016 wahrscheinlich das wärmste Jahr von allen sein, mit noch einmal 1,2 ° C höherer Durchschnittstemperatur als im Rekordjahr 2015. Das führt die WMO vor allem auf einen starken El Niño-Effekt und von Menschen gemachte Ursachen zurück.

Mit El Niño wird das nicht zyklische Auftreten ungewöhnlicher, veränderter Strömungen im Wasser- und Meteorologie-System des Pazifiks in Höhe des Äquators bezeichnet. Den Namen haben peruanische Fischer dem Effekt gegeben, wegen dessen z.B. auch Fischschwärme ausbleiben.

Algarve: Leuchtturm für die Stärkung von Portugals Wirtschaftskraft

Angetrieben vom Tourismus hat die Algarve im vergangenen Jahr wieder die höchste Steigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aller Regionen Portugals erzielen können. Das hat kurz vor Weihnachten 2016 das Statistikamt INE gemeldet. Danach lag das Wachstum im Süden des Landes 2015 bei 2,7 Prozent, während es für Portugal insgesamt durchschnittlich 1,6 Prozent betrug.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Wert aller innerhalb einer Periode produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich aller Vorleistungen und Importe an. Es ist ein Maß für die Wertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche und zeigt die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft an. Die genannten Werte für 2015 sind laut INE vorläufig.

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Bauwirtschaft und Hotellerie – zwei Impulsgeber für die Algarve-Wirtschaft. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Als einen der Gründe für das überdurchschnittliche Abschneiden der Algarve nennt die Lissaboner Statistikbehörde die erhöhte Bruttowertschöpfung in den Bereichen Handel, Transport, Hotels und Gaststätten. Schon im Jahr 2014 hatte die Algarve laut INE mit 3,1 Prozent an der Spitze der Steigerungsraten des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Allerdings trägt der Süden Portugals insgesamt nur gut vier Prozent zur portugiesischen Wertschöpfung durch Produktion von Waren und Dienstleistungen bei. Mit mehr als einem Drittel liegt der Ballungsraum Lissabon vorn, gefolgt vom Norden und dem Zentrum Portugals.

Wenn man sich die Unterschiede beim Bruttoinlandsprodukt pro Person anschaut, ergibt sich für 2015 ein differenzierteres Bild. Erneut liegt die Algarve weit vorn. Setzt man den Durchschnitt Portugals mit dem Wert 100 gleich, rangiert die Algarve dann allerdings bei knapp 103, die Alentejo-Küste bei 121 und die Ballungszone Lissabon bei 135. Im Jahr zuvor hatten der „Altentejo literal“ und die „Área Metropolitana de Lisboa“ beim Pro-Kopf-BIP mit je 127 noch gleichauf gelegen.

Algarve hinter Ballungsraum Lissabon auf Platz 2

 

Vergleicht man die Algarve mit dem Durchschnitt aller EU-Mitgliedsländer (100 Prozent), so kommt sie nach dem knapp überdurchschnittlich abschließenden Ballungsraum der portugiesischen Hauptstadt mit knapp 80 Prozent auf den zweitbesten Wert aller Regionen des Landes. Dieser Wert ist sogar noch etwas besser als der Gesamtwert von ganz Portugal.

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Die Kaufkraft einheimischer und ausländischer Kunden lässt Monat für Monat an der Algarve auch die Kassen des Handels klingeln. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Ein ähnliches Bild – Ballungsraum Lissabon auf Platz 1, Algarve auf Platz 2 – ergibt sich jeweils, wenn man neben dem Bruttoinlandsprodukt auch noch das Bruttoprimäreinkommen und das verfügbare Bruttoeinkommen einbezieht – jeweils pro Kopf und für das Jahr 2014. Diese Kennziffern, gemeldet von INE, geben Aufschluss darüber, wie stark in einer Volkswirtschaft die Verhältnisse in den einzelnen Regionen variieren bzw. wie ähnlich sie sind.

Region Bruttoinlandsprodukt pro Kopf Bruttoprimär-einkommen pro Kopf Verfügbares Bruttoeinkommen pro Kopf
Norden 13.976 € 9.590 € 9.741 €
Zentrum 14.359 € 10.006 € 10.464 €
Ballungsraum Lissabon 22.502 € 15.064 € 13.806 €
Alentejo 15.040 € 10.203 € 10.642 €
Algarve 16.973 € 12.124 € 11.987 €
Azoren 15.011 € 11.285 € 11.303 €
Madeira 15.862 € 10.288 € 10.926 €
Portugal ges. 16.641 € 11.370 € 11.225 €

Nach Angaben der Statistiker trugen die Regionen Portugals 2014 diese prozentualen Anteile  zum gesamten Bruttoinlandsprodukt bei:

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Die Hauptstadtregion kurbelt die Wirtschaft Portugals noch kräftiger an. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Norden: 29,3
Zentrum: 18,9
Ballungsraum Lissabon: 36,5
Alentejo: 6,4
Algarve: 4,3
Azoren: 2,1
Madeira: 2,4

Bei den Bruttoanlageinvestitionen schnittt die Algarve laut den endgültigen INE-Zahlen für 2014 hingegen unterdurchschnittlich ab. Während die Ausgaben für den Erwerb dauerhafter und reproduzierbarer Produktionsmittel sowie selbsterstellter Anlagen 2014 landesweit um 3,5 Prozent stiegen, wuchsen sie an der Algarve nur um 0,3 Prozent.

Ausgezeichnete Algarve-Strände: Dieser wird am häufigsten erwähnt und gelobt!

Die Algarve ist nicht nur 2016, 2015, 2013 und 2012 mit dem so genannten Tourismus-„Oscar“, dem World Travel Award, als führendes europäisches Strandziel ausgezeichnet worden. Bei der Bewertung von Algarve-Stränden sparen auch andere Tester selten mit Lob. Aber gibt es einen Strand, der übereinstimmend in allen jüngeren Beiträgen von Online-Magazinen und Reise-Portalen erwähnt wird? Und wie lauten die zahlreichen Beurteilungen dieses Strandes? Hier die Antwort – mit einer Zusammenfassung wichtiger Fakten zu allen ausgezeichneten Algarve-Stränden am Ende dieses Artikels.

Sie haben sich bestimmt viel Mühe gegeben, die Redaktionen von WELT, Manager Magazin, Spiegel Online, Merian, Travelbook, Tripadvisor, Urlaubsguru, Strandbewertung, Beachinspector und Holidaycheck. Die einen listen die „zehn schönsten Strände der Algarve“ auf, ohne allerdings ihre Auswahlkriterien offenzulegen, die anderen geben die persönlichen Eindrücke von Strand-Inspektoren wieder. Und dann gibt es noch die Portale, die regelrechte Strand-Ranglisten veröffentlichen, sortiert nach der Zahl der von Besuchern abgegebenen Bewertungen.

Nicht nur bei den Qualitätsurteilen, sondern schon bei der Zahl der Strände gehen die Angaben der Medien und Portale zum Teil weit auseinander: Merian kommt auf 124 Strände, Travelbook und Tripadvisor (die miteinander kooperieren) nennen 67 Strände, Holidaycheck zählt 82 Strände. Zum Vergleich: Die offizielle Karte der Algarvepromotion-Agentur ATA, wie sie auch die Redaktion von Algarve-Entdecker verwendet, listet nur 71 Strände auf – 55 an der Süd- und 16 an der Westküste.

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Weiterer Blick auf den  vielfach gepriesenen Strand. Foto: Turismo do Algarve

Doch bei dem einen Strand, auf den tatsächlich alle hinweisen, gibt es hundertprozentige Übereinstimmung, sogar solche, die einigen Redaktionen unangenehm sein müsste.

So stellt sich bei einem Vergleich der Aussagen in den Online-Artikeln von Welt, Manager-Magazin und Spiegel Online aus dem August 2015 heraus, dass Formulierungen verwendet sind, die wortgleich auch bei Travelbook vorkommen.

So klingt eine mehrfach gesungene Lobeshymne

 

Damit es bis zum Ende dieses Beitrags noch ein wenig rätselhaft bleibt, um welchen Strand es sich handelt, haben wir diesen Text, der gleich an vier Stellen im Netz auftaucht, an den entscheidenden Stellen anonymisiert:

„Abwechslungsreicher geht es kaum. Im Norden bringt der Fluss (…) Süßwasser und Schwemmsand an den Strand und schafft eine großflächige Landzunge, die bei Ebbe auch Kindern Schutz vor der ansonsten heftigen Brandung (…) bietet. Weiter draußen auf dem Meer warten Surfer auf die perfekte Welle. Wer mag, kann auch im Süßwasser baden oder den Fluss hinaufpaddeln. Weiter südlich türmen sich dann steile Schieferfelsen am Strand auf, die den Praia (…) umschließen, einen der wenigen FKK-Strände Portugals“.

Wer’s nicht glaubt, dass so renommierte Medien wie Welt, Manager Magazin und Spiegel einen Autorentext veröffentlichen, der auch auf Travelbook steht, kann sich hier vergewissern:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/portugal-die-zehn-schoensten-straende-der-algarve-a-1048954-9.html

http://www.welt.de/reise/nah/article145656734/Das-sind-die-zehn-schoensten-Straende-der-Algarve.html

http://www.spiegel.de/reise/europa/die-zehn-schoensten-straende-der-algarve-a-1048796.html

http://www.travelbook.de/europa/die-portugiesische-algarve-die-zehn-schoensten-straende-der-algarve-683475.html

 

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So sieht es in der Nähe aus. Foto: Turismo do Algarve

Wer bei Travelbook unterhalb der Beschreibung des „Strandes der Strände“ auf die Zeile Mehr Fotos und Bewertungen… klickt, gerät auf Tripadvisor und Kommentare, in denen praktisch nur solche Adjektive enthalten sind wie diese:

Gigantisch, wunderbar, wunderschön, bildschön, sehr schön, schön,
sehr nett, super, hervorragend, fantastisch, prima, atemberaubend, toll.

 

Zitate aus Berichten einzelner Besucher

 

„Endloser Sandstrand mit besten Windverhältnissen für Surfer. Es gibt ein kleines Dörfchen am Rand, hier kann man einfachen, aber fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte genießen. Kein Schicki Micki-Betrieb….. eher rustikal und natürlich.“

„Außerdem gibt es ein gutes Restaurant direkt am Strand!“

„Hervorragend zum (…) Chillen, schöne Felsen und aufmerksame Lifeguards. Geiler Ort zum Sonnenunterganggenießen.“

„Die Strandaufsicht ist sehr aufmerksam.“

„Oberhalb der Klippe einen Wahnsinns-Blick gehabt. Ein fantastischer Strand und im Mai kaum Touristen. Unbedingt hinfahren und anschauen.“

„Neben dem Strand sind einige Parkplätze, wo man sein Auto abstellen kann. Dann noch ein kurzer Fußmarsch zum Strand runter. Im September ist wenig los, somit perfekt, um einige Wellen zu reiten und seine Ruhe zu haben. Am besten eine Weste mitbringen, da der Wind oft ziemlich stark bläst.“

„Auch Eltern mit Kindern können hier aber bei Ebbe ein wenig planschen.“

„Wer will, kann wahlweise in der wilden Dünung oder im ruhigen Flüsschen baden. Wer nur gucken will, hat von den steil abfallenden Felsen einen tollen Blick. Und Sonnenanbeter brauchen sich nicht zu fürchten, dass man ihnen an diesem weitläufigen Strand zu sehr auf den Pelz rückt.“

„Ein super Strand, nicht überfüllt. Bademeister, die sehr streng sind. Am Zugang zum Strand sind Toiletten. Zwei nette Bars mit tollem Blick. Parkplätze schlängeln sich den Berg rauf, alles neu und sehr gepflegt.“

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Hilft bei der Strandauswahl: die deutsche Version eines Strandführers, erhältlich bei Turismo de Portugal

„Wir sind ca. 70 Kilometer angereist, um diesen (…)Strand nicht zu verpassen. Wir hatten ausschließlich Positives gelesen und wollten sehen, ob unsere hohen Erwartungen erfüllt werden. Und JAAA! Der Strand ist am Vormittag ca. 150 Meter lang, die Füße werden vom weichen Sand angenehm massiert. Rechts verläuft ein kleiner Fluss. Man kann sich also aussuchen, ob man salzig oder süß baden möchte.“

„Für diese trockene Gegend ist der Fluss ein Segen, rundherum ist alles grün wie im Paradies. Der Ort selbst ist ein wenig weiter entfernt, man muss mit dem Auto fahren.“

„Eine authentische Schönheit, ein wunderbar sauberer Sand, bestens geeignet für Familien mit Kindern wie auch beginnende Surfer. Ein unkomplizierter Zugang in der Surfschule; man hat schnell das Gefühl, zu Hause zu sein.“

„Wunderschöne Umgebung – man denkt, die Zeit ist stehengeblieben“.

 

„Der eigentliche Ort liegt ein wenig weiter weg – auch sehenswert: kleine Gassen und nette Lokale. Die Bucht ist deshalb so schön, weil der Fluss sich wie ein Kringel ins Meer ergießt.“

„Nicht überlaufen, genug Platz und Abwechslung, Flussdelta mit wärmerer Wasserregion, auch für ‚Frierkatzen‘.“

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Kleiner Tipp: Der gelobte Strand liegt an der Algarve-Westküste. Grafik: Turismo do Algarve

Kleiner Tipp: Der gelobte Strand liegt an der Westküste der Algarve. Grafik: Turismo do Algarve

„Entwickelt sich vom Geheimtipp zu einer immer beliebteren Tourismusdestination, hat aber noch seinen Charme bewahrt, da im Tal (eigentlich) nicht mehr gebaut werden könnte. Der Strand hat eine gute Infrastruktur mit Toiletten, Duschen und Bars, aber alles nur oben am Hang. Viele Tagesgäste in einer ungewöhnlichen Mischung von Surfern und Familien mit Kleinkindern. Gut auch zum Baden, wer will.

„Man kann die Atlantikbrise sehr genießen.“

„Große Sandfläche und steinfreies Wasser.“

„Eigentlich zu schön und verzaubert, um es hier zu erwähnen…“

 Was sagen Merian und Beach-Inspector dazu?

 

Die Redaktion des Magazins Merian (http://www.merian.de/portugal/europa/artikel/die-schoensten-straende-der-algarve) fasst die Vorzüge des betreffenden Algarve-Strandes mit diesen Worten zusammen:

In der Nebensaison ist man an dem breiten Strand manchmal ganz allein. Um die besandete Landzunge schlängelt sich ein Fluss, in dem man bei passendem Tidenstand gut baden kann. Etwas erhöht liegen einfache Restaurants mit Blick auf Meer und Flussmündung. Bleiben Sie bis zum Abend. Der Sonnenuntergang ist spektakulär.“

Selbstverständlich hat auch eine Mitarbeiterin des Portals Beach-Inspector den allseits gerühmten Strand in Augenschein genommen (https://www.beach-inspector.com/de/algarve-straende/strand-odeceixe/praia_de_odeceixe). Ob Alina, so nennt sich die junge Dame im Video, mit dem Metermaß nachgemessen hat, bleibt unklar, aber ihr Inspektionsbericht erwähnt 330 Meter Strandlänge.

Weiter heißt es dort:

Abgesehen von einigen Häusern auf einer Erhöhung und der Straße, die hierher führt, ist die Bucht völlig naturbelassen. Sie bildet zugleich die Mündung eines Süßwasserflusses. Über eine Holztreppe gelangt ihr hinunter in den leicht rosa gefärbten Sand. Am hinteren Ende dieser riesigen Uferfläche, die viel Platz bietet und sich bei Ebbe ins Unendliche zu ziehen scheint, siedeln sich deshalb insbesondere viele Familien mit Kleinkindern zum Baden an. Sie ziehen das Bad im seichten, wesentlich wärmeren Flusswasser dem rauen und kalten Atlantikgewässer vor. Auch dessen Strömung ist nicht zu unterschätzen. Drei Rettungsschwimmer behalten euch daher in der Badesaison, die vom 1. Juni bis zum 30. September reicht, ganz genau im Auge. Camping und Hunde sind hier leider nicht gestattet.

Starker Nordwind und Wellengang machen diesen Strand zu einem Paradies für Surfer. Insbesondere ab September sind die Bedingungen hier ideal. Ob Anfänger oder fortgeschritten, die (…) Surf School vermietet Equipment und bietet Kurse an. Die Praia (…) ist aber auch bei Familien und älteren Personen beliebt. Zwar ist der Strand nicht barrierefrei. Fürs Sightseeing eignet sich aber auch der atemberaubende Ausblick vom Restaurant Esplanada do Mar. Mit seiner portugiesischen Küche ist es seit Generationen bei seinen Stammgästen, von denen viele aus Deutschland kommen, sehr beliebt“.

Und was meinen Urlaubsguru und Holidaycheck?

 

Die Strandbewerter von Urlaubsguru (https://www.urlaubsguru.de/reisemagazin/die-algarve-urlaubsparadies-fuer-sonnenhungrige-und-abenteurer) haben besonders die Wellenreiter im Auge, wenn sie schreiben, der betreffende Küstenabschnitt habe sich „zu einem beliebten Surfspot gemausert. Besucher müssen von der Nationalstraße erst einmal in ein Naturschutzgebiet abbiegen, um den Strand zu erreichen. Die Mühe lohnt sich, denn wenn ihr erst einmal da seid, warten die besten Surfbedingungen auf euch.“

Das Holidaycheck-Portal (https://www.holidaycheck.de/pi/strand-praia-de-odeceixe/9424dfb5-04a5-3924-aafd-d2bc1f120a1d) überrascht mit dem Hinweis, für den gesuchten Strand „existiert leider noch keine allgemeine Beschreibung. Ihr wertvolles Reisewissen ist jetzt gefragt. Helfen Sie mit, objektive Informationen wie in Reiseführern anderen Gästen zur Verfügung zu stellen“.

Gleichwohl lässt die Holidaycheck-Redaktion ein paar Bewerter mit ihren persönlichen Eindrücken zu Wort kommen. Einer von ihnen schreibt: „Gute Erreichbarkeit, viele Parkmöglichkeiten, kleine Infrastruktur oberhalb des Strandes, sehr weitläufig und gut für Kinder geeignet“. Ein anderer hebt die gute Wasserqualität hervor und ergänzt: „Bei Flut brandet der Atlantik recht heftig an. Das Wasser fällt flach ab und es gibt wie anderswo auch keine Felsen im Wasser. Bei Flut kann man gut baden, wobei Schwimmer wegen der Brandung jedoch Schwierigkeiten haben dürften. Wem es am Meer vielleicht zu stürmisch ist, kann alternativ auf das absolut ruhige Flussufer mit seinen Sandbänken ausweichen. Der Strand ist sehr breit und auch sehr gut gepflegt.“

Die Strandbewertungen von „Strandbewertung“…

 

Enden wir bei der Suche nach dem Strand, den alle Prüfer im Internet auf ihrer Top-Liste haben, beim Portal Strandbewertung (http://www.strandbewertung.de).  Ein anonym bleiben wollender Bewerter schreibt unter der Überschrift „Ein Strand für alles!!!“: „Er ist mein absoluter Geheimtipp: Schwimmen, Laufen, Klettern, Kaffeetrinken, FKK separat. Für Kinder wie für Erwachsene SUPER geeignet und auch noch was fürs westeuropäische Auge.“

Und für einen Wellenliebhaber unter den Strandbewertern des Portals ist unser gesuchter Strand „…einer der schönsten Strände Europas. Man kann nur in direkter Ufernähe mit den Wellen kämpfen, wobei der nötige Respekt nicht fehlen sollte. Die Strömung ist bei Ebbe sehr tückisch. Je nachdem, wie der Winter den Strand formt, kann man schon drei Meter vom Ufer entfernt in Not geraten. Für Kinder ist nur der Fluss und dessen Mündung geeignet.“

Hier kommt endlich des Rätsels Lösung!

 

So, liebe Algarve-Entdecker, konnten Sie erraten, welcher Strand in allen Bewertungen im Netz der Netze solch hohe Wellen schlägt? Na klar, er liegt im Nordwesten der Algarve und heißt Praia de Odeceixe! Überzeugen Sie sich am besten selbst vor Ort von der Qualität dieses vielgerühmten Traum-Strandes und der anderen – bei einem Urlaub im Jahr 2017!

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Foto: Turismo do Algarve

Fakten zu den ausgezeichneten Algarve-Stränden

 

Die Algarve weist einige der schönsten und attraktivsten Strände der Welt auf – ideal für entspannte Urlaube. Wie schon im Vorjahr und in den Jahren 2013 und 2012 bekam die Algarve deshalb im September 2016 mit dem World Travel Award erneut den so genannten Tourismus-„Oscar“ in der Kategorie „Führendes europäisches Strandziel“ zuerkannt. Neben der Südküste Portugals waren auch die Strände von Cannes (Frankreich), Korfu (Griechenland), Mallorca und Marbella (Spanien), Oludeniz (Türkei) und Sardinien (Italien) für die diesjährige Auszeichnung nominiert. Mitbewerber Korfu hatte den begehrten Preis im Jahr 2014, Oludeniz im Jahr 2011 zuerkannt bekommen. Madeira wurde als europäisches Top-Ziel unter den Inseln ausgezeichnet.

Die Portugiesen sind stolz auf dieses besondere Naturerbe, das auf nachhaltige Art genutzt wird. Die Algarve-Strände sind auf Menschen mit ganz verschiedenen Bedürfnissen ausgerichtet. Sie sind größtenteils mit dem europäischen Wasserqualitätssiegel der „Blauen Flagge“ ausgezeichnet und bieten bei unterschiedlicher Größe und Art für jeden Geschmack etwas – für Aktivurlauber, Wassersportler, Naturliebhaber, Naturisten, Romantiker oder Familien mit Kindern gleichermaßen.

Die Küste der Algarve ist rund 200 Kilometer lang und weist Buchten mit sanften Dünen oder steilen Felsen auf, hat aber auch zahlreiche Grotten und weite Sandflächen. Das Hinterland ist hügelig bis gebirgig und reizt zu Rad- und Wandertouren im Grünen. Der Atlantik ist sauber und im Sommer lauwarm, an der Westküste oft rauher als im ruhigem Süden. Das ganze Jahr über herrscht an der Algarve ein mildes mediterranes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 15 Grad Celsius im Winter und etwas über 30 Grad im Sommer. Regen gibt es im Sommer so gut wie keinen, dafür aber Sonnenschein-„Garantie“. An jedem Durchschnittstag des Jahres lacht die Sonne an der Algarve 8.6 Stunden lang – Rekord in Europa!

Weihnachtsgeschenk für Algarve: Neuer Tourismusrekord – aber Streiks „zwischen den Jahren“?

Auch die jüngsten Zahlen bestätigen: Die Algarve steuert zum Jahresende 2016 auf einen neuen Rekord bei Gäste- und Übernachtungszahlen hin. Desiderio Silva, Präsident des Algarve-Tourismusverbands ATA, sprach von einem „großen Weihnachtsgeschenk“, weil die Region Jahr für Jahr historische Höchstmarken übertreffe. Allerdings klagen die Tourismusarbeiter über ausbleibende Lohnerhöhungen. Und das Sicherheitspersonal und Beschäftigte im Gepäckdienst an den portugiesischen Flughäfen kündigten wegen anhaltender Auseinandersetzungen über die Arbeitsverträge mögliche Beeinträchtigungen des Flugbetriebs zwischen Weihnachten und Silvester an. Die Flughafengesellschaft ANA bat Passagiere, vorsorglich früher in Faro einzuchecken als sonst und möglichst nur mit Handgepäck zu reisen.

Mitte Dezember hatte die nationale Statistikbehörde INE mitgeteilt, dass die Algarve zwischen Januar und Oktober dieses Jahres mit 17 Millionen Übernachtungen bereits mehr registriert habe als im gesamten Vorjahr. Das Wachstum gegenüber den zehn Vergleichsmonaten 2015 wurde mit 8,6 Prozent angegeben. Ähnlich hoch war mit 9,8 Prozent die Steigerung bei den Gästezahlen von Januar bis Oktober auf 3,8 Millionen Urlauber (Vorjahreszeitraum: 3,66 Millionen).

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Algarve-Hotels im Glück: Weihnachten und Jahreswechsel versprechen erneut goldene Auslastungszahlen. Hier das Hotel Algarve mit seinem Casino in Portimao. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Hauptsächlich ging das auf die Zunahme von Reisen ausländischer Gäste (10,8 Prozent) zurück, während 5,2 Prozent mehr Portugiesen bis Oktober in Algarve-Hotels, Pousadas, Appartements, Ferienanlagen oder anderen touristischen Einrichtungen übernachteten.

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Er grüßt Festtagsgäste einer Algarve-Pizzeria. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Vor allem der ohnehin hohe Anteil von Übernachtungsgästen aus Großbritannien wuchs im betrachteten Zeitraum noch einmal um 2,1 Prozentpunkte, so die Hoteliersvereinigung AHETA. Übernachtungen deutscher Touristen nahmen danach lediglich um 0,3 Prozent zu, die von Franzosen um 0,4 und die von Niederländern um 0,9 Prozent.

 

Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel erwartet die Südküste Portugals nun vor allem den traditionell großen Ansturm inländischer Gäste. Schon der besonders warme und trockene Oktober hatte viele portugiesische Urlauber an die Algarve gelockt. Der Wetterdienst IPMA sprach von den vierthöchsten Tagestemperaturen seit dem Jahr 2000.

 

Die Hoteliersvereinigung AHETA meldete für den Oktober eine durchschnittliche Zimmerbelegungsrate von 72,2 Prozent – ein Wert, der um gut neun Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat lag. Besonders Vier-Sterne-Hotels berichteten über eine überdurchschnittliche Zimmerbelegung im Oktober.

Das Buchungsportal Trivago.pt vermittelt interessante Einblicke in die Preisgestaltung der Hotels im Verlauf eines Jahres. Auf der Webseite wird der Hotelpreisindex für 25 wichtige portugiesische Städte angezeigt. Hier die Ergebnisse (Stand: 18.12.2016) für die einzigen aufgeführten Algarve-Städte Albufeira, Faro, Lagos und Portimão. Angezeigt wird, was ein Hotel-Doppelzimmer den Gast im Durchschnitt – also über alle Sterne-Kategorien hinweg – kostet.

Algarve 2016: So viel Euro kostete eine Hotel-Übernachtung im Doppelzimmer

Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Albuf. 54 59 62 67 75 117 170 210 137 74 63 60
Faro 52 46 55 62 65 72 97 107 81 67 61 61
Lagos 69 69 69 72 72 111 155 176 112 74 63 62
Porti. 47 52 53 57 57 84 113 149 89 58 43 45

Branche verdient besser, aber Klagen von Tourismusbeschäftigten und Sicherheitspersonal

 

Die Umsätze der gesamten Beherbergungs-Branche wuchsen laut INE-Angaben von Januar bis Oktober an der Algarve um mehr als ein Viertel (26,5 Prozent). Landesweit nahm der Umsatz um 17.6 Prozent zu.  Die Gewerkschaft der Tourismusarbeiter (STIHTRS) ihrerseits kritisierte schon Ende November, dass die Löhne seit mehr als einem Jahrzehnt nicht angehoben worden seien. Die Beschäftigten klagten zudem über einen Rekord an Überstunden und unsichere Beschäftigungsverhältnisse, hieß es in einer Mitteilung.

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Hotels und Restaurants verdienen besser als die Mitarbeiter. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Danach werden im Tourismusbereich viele Praktikanten beschäftigt, statt reguläre Arbeitsplätze zu schaffen. Die Gewerkschaft forderte eine Änderung des Arbeitsgesetzes und die Verhandlung über kollektive Tarifverträge.

Die in der Gewerkschaft SITAVIA organisierten Mitarbeiter der Flughafen-Sicherheitsunternehmen Prosegur und Securitas kündigten laut Medienberichten an, von 27. Dezember bis 29. Dezember ihre Arbeit niederzulegen. Ähnliche Arbeitskampfaktionen hatte es bereits mehrfach in diesem Jahr gegeben.

Auch die für die Unternehmen Groundforce und Portway zuständige Gewerkschaft hat in der Zeit zwischen 28. und 30. Dezember zu Streikmaßnahmen im Bereich Personen- und Gepäckkontrolle an den Flughäfen aufgerufen.

Die nationale Vereinigung der Gewerkschaften der zivilen Luftfahrt (SINTAC) wollte am 24. Dezember Arbeitskampfmaßnahmen ergreifen. Berichte über spürbare Auswirkungen auf die Passagiere gab es bislang nicht.

 

Jüngster Streik im Oktober hatte in Faro kaum Auswirkungen

 

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Streik wirft Schatten voraus. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Am Algarve-Flughafen Faro war es zuletzt Ende Oktober zu einem Streik des Sicherheitspersonals gekommen. Die Auswirkungen blieben damals gering. Zum selben Zeitpunkt meldete das Unternehmen den siebenmillionsten Passagier dieses Jahres: Eine junge Frau aus Amsterdam, deren Namen nicht genannt, die aber auf Fotos gezeigt wurde, war in einer Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Transavia an der Algarve gelandet.

Der neue Passagierrekord konnte bereits im Herbst erzielt werden, weil der Flughafen nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn ein Wachstum von fast 18 Prozent verzeichnete. Erst 2014 war in Faro die Marke von sechs Millionen Passagieren überschritten worden.

 

Algarve hat 2016 die sonnigsten Weihnachten Europas

Wer Weihnachten an der Algarve verbringt, darf sich des sonnigsten Wetters in ganz Europa erfreuen. Das zeigt eine aktuelle Abfrage, die wir am 23. Dezember auf der Plattform Wetteronline gemacht haben. Demnach erwarten die Algarve-Gäste und -Bewohner am Heiligabend und zu Weihnachten 9 Stunden Sonnenschein täglich sowie an beiden Tagen angenehme 18 Grad Celsius. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt an Portugals Südküste bei lediglich fünf bzw. maximal zehn Prozent. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hingegen wird das Weihnachtsfest für zentraleuropäische Verhältnisse relativ mild, aber der Himmel ist meist bedeckt. Es wird zum Teil stürmisch.

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Die griechische Insel Rhodos kommt zum Fest übrigens auf ebenso viele Sonnenstunden wie die Algarve, bringt es aber nur auf 14 Grad. Mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit regnet es dort am Heiligabend. Spanische Ziele auf dem Festland und auf den Inseln (Balearen, Kanaren) haben weniger Sonnenschein und eine meistenteils höhere Regenwahrscheinlichkeit.

Einbezogen in ihre Analyse hat die Redaktion von Algarve-Entdecker.com diejenigen Ziele, an denen die höchste Zahl an Sonnenscheinstunden pro Jahr dem winkt, der vom Zentrum Deutschlands aus nicht länger als rund drei Stunden fliegen will – mit Linien- oder Charter-Flug. Über diese „Europaliga“ der Sonnenurlaubsziele hatten wir schon Anfang November berichtet: https://algarve-entdecker.com/2016/11/07/algarve-entdecker-com-praesentiert-die-europaliga-der-sonnenziele.

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Die Nase vorn hat stets Faro und damit die Algarve, die von Frankfurt/Main aus in rund drei Flugstunden erreicht wird. Keine andere innerhalb von drei Stunden direkt erreichbare Flughafenstadt in Europa weist im Verlauf eines Jahres mehr Sonnenscheinstunden pro Tag auf als Faro: Rund neun Stunden lang lacht laut WetterOnline den Bewohnern und Urlaubern der Algarve täglich die Sonne – als exakten Durchschnittswert nennt das Portal 8,6!

Nur die griechische Insel Rhodos, nach etwa der gleichen Flugzeit erreichbar wie die Algarve, kommt noch auf exakt denselben Wert von 8,6 Sonnenscheinstunden pro Durchschnittstag. Zwar weist Larnaca auf Zypern einen leicht höheren Wert von 9,2 Stunden auf, aber um die im östlichen Mittelmeer vor der türkisch-syrisch-libanesischen Küste gelegene Insel zu erreichen, sind ja gut dreieinhalb Stunden Flugzeit erforderlich.

Spanien-Ziele auf Festland und Inseln von Algarve und Rhodos geschlagen

 

Auf die nach Faro und Rhodos nächstbesten Werte von rund acht Stunden pro Durchschnittstag im Jahr kommen auch die spanischen Sonnen-Destinationen Cordoba, Murcia und Sevilla (8,4), Almeria (8,3), Malaga (8,2), Granada (8,1) und Madrid (7,8). Die griechische Flughafenstadt Heraklion auf der Insel Kreta (7,9) schlägt den Wert der spanischen Hauptstadt allerdings knapp. All diese Destinationen bilden die Top 10 der europäischen Sonnenziele, die vom Referenzflughafen Frankfurt/Main aus in etwa drei Flugstunden erreichbar sind.

Auf die zehn Spitzenreiter der Sonnen-„Europaliga“ folgen die spanischen Flughafenstädte Valencia (7,7)  und Palma de Mallorca (7,6). Dieselbe Sonnenscheindauer wie die Hauptinsel der Balearen weisen auch Griechenlands Metropole Athen sowie das französische Nizza und das spanische Alicante auf. Bei rund sieben Stunden liegen zudem Cagliari auf Sardinien (7,3), die griechischen Destinationen Korfu (7,0) und Thessaloniki (6,9) sowie Brindisi (6,9), auf dem süditalienischen Festland am „Absatz des Stiefels“ gelegen.

Übrigens: Auf der italienischen Insel Sizilien, ebenfalls von der Sonne verwöhnt, kommt die Stadt Siracusa immerhin auf 7,9 Stunden pro Tag. Für die sizilianischen Städte Catania und Palermo gibt WetterOnline keine Sonnenscheinstunden an. Dasselbe trifft für Türkei-Destinationen wie Antalya zu, die in der Gruppe der innerhalb von dreieinhalb Flugstunden erreichbaren Top-Sonnenziele im europäischen Raum ebenfalls mitspielen.

Kanaren haben weniger Sonne als Algarve und sind nur über längere Flüge zu erreichen

 

Etwas abgeschlagen rangieren die Kanarischen Inseln, trotz viereinhalb Stunden Flugzeit das europäische Top-Ziel im Tourismus mit jährlich rund 12 Millionen Feriengästen. Gibt man bei WetterOnline im Reiseplaner denselben Zeitraum ein, also 1. Januar bis 31. Dezember, werden für keinen Flughafenort auf den Kanarischen Inseln mehr als rund acht Sonnenscheinstunden pro Durchschnittstag angezeigt. Während Teneriffa mit 8,2 und Fuerteventura sowie Lanzarote mit 8,1 Stunden vorn liegen, kommen La Gomera nur auf 7,9 und Gran Canaria nur auf 7,6 Stunden. Für La Palma und El Hierro liegen Wetter Online keine Angaben vor.

So angenehm ist das Algarve-Wetter mit seinem günstigen Ausgleichsklima

 

faro-klimadaten-30-jahreHier die anderen Wetter-Werte für das Algarve-Ziel Faro mit seinem günstigen Ausgleichsklima: Die Maximum-Temperaturen schwanken laut WetterOnline jährlich im Mittel zwischen 16 und 31 Grad. Nachts kühlt es an der Südküste Portugals auf mittlere Werte zwischen 8 und 21 Grad ab. Die niedrigste dort jemals gemessene Temperatur beträgt nach Angaben des Portals null Grad, die höchste 44,3 Grad.

In den letzten Jahren fiel in Faro durchschnittlich an nur 46 von 365 Tagen Niederschlag. Die Regenmenge summierte sich auf 460 Liter pro Quadratmeter und Jahr. Im Mittel weht an der Algarve mit einem Wind der Stärke 3 auf der Beaufort-Skala eine schwache Brise. Sturmböen mit einer Windstärke von mehr als 8 Beaufort treten nur an sieben Tagen pro Jahr auf.

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Die Algarve hat sich aufs Weihnachtsfest eingestimmt und zeigt sich festlich geschmückt. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

 

Wintertraining: Mit RB Leipzig nur ein deutscher Erstligist an der Algarve

Zum Abschluss des 16. Fußballbundesliga-Spieltags am Mittwoch, 21. Dezember, war alles klar: Zehn der 18 deutschen Erstligisten werden in der ersten Januarhälfte ihre Trainingslager auf der iberischen Halbinsel durchführen – neun in Spanien und einer an der portugiesischen Algarve: das Überraschungsteam von Aufsteiger RB Leipzig, Tabellenzweiter nach der 3:0-Niederlage gegen Bayern München im letzten Spiel vor der Winterpause. Die deutschen Profikicker sagten allesamt wegen innenpolitischer Unruhen und Sicherheitsbedenken in der Türkei in diesem Winter „Bye-bye, Belek“! Und nahmen Abschied vom beliebtesten Ort der vergangenen Jahre.

Hier die vollständige Übersicht über die Trainingslager aller Vereine der ersten Fußball-Bundesliga:

Winter-Trainingslager 2017 der Fußball-Bundesligisten

Verein Region/Ort
  Algarve
RB Leipzig Lagos
  Florida
Bayer 04 Leverkusen Orlando
VfL Wolfsburg Orlando
  Spanien
Borussia Dortmund Marbella
Borussia Mönchengladbach Marbella
FC Augsburg Marbella
Hertha BSC Mallorca
1.       FSV Mainz 05 Marbella
Schalke 04 Benidorm
Sport-Club Freiburg Sotogrande
SV Darmstadt 98 Alicante
SV Werder Bremen Alhaurín el Grande
  Golfstaaten
Eintracht Frankfurt Abu Dhabi
FC Bayern München Doha (Katar)
Hamburger SV Dubai
  Deutschland
1. FC Köln Köln
FC Ingolstadt 04 Ingolstadt
TSG 1899 Hoffenheim Zuzenhausen

Quelle: Recherche von www.algarve-entdecker.com bei den Vereinen
Stand: 21. Dezember 2016

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Die Algarve hat, z.B. auch für den Jugendfußball, eine hervorragende Infrastruktur. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Neben RB Leipzig, dem einzigen deutschen Erstligisten, wird noch je ein Team aus der zweiten, dritten und vierten Liga an die sonnige Südküste Portugals kommen – plus Top-Club Ajax Amsterdam aus der niederländischen „Eredivisie“. Die Niederländer präparieren sich von 2. bis 8. Januar in Alcantarilha für die zweite Saisonhälfte. Es ist ein Duell gegen die Sachsen geplant, die vom 4. bis 12. Januar in Lagos sein werden. Die Leipziger schlagen ihr Camp im Cascade Resort auf.

Die Trainingslager-Fanreise, die der Klub organisiert hat, ist seit Wochen restlos ausgebucht. Die 25 begleitenden Anhänger werden im Aqualuz Suite Hotel untergebracht werden, einer Vier-Sterne-Herberge unweit des Cascade Resorts. Mindestens 517 Euro kosten, je nach Zimmerkategorie, jeden Fan die Flüge und die Unterkunft zwischen 5. und 9. Januar.

 

Auch deutscher Zweit-, Dritt- und Viertligist an Algarve

 

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Cascade Resort in Lagos. Hier trainieren Leipzig und Stuttgart. Foto: Performance Football Academy

Nach Lagos kehren auch die Fußballer des VfB Stuttgart (2. Bundesliga) zurück. „Die Wahl fiel auf Lagos, weil wir die Anlage kennen und dort bei unserem Trainingslageraufenthalt vor zwei Jahren mit den dortigen Bedingungen durchweg positive Erfahrungen gemacht haben“, sagte VfB-Pressesprecher Tobias Herwerth. Das Stuttgarter Team wird vom 13. bis 20. Januar ebenfalls im Cascade Resort residieren. Die Anlage in Lagos hatte früher zum Beispiel auch schon Zenit Sankt Petersburg, den VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen, Aston Villa, die niederländische Nationalmannschaft sowie die Frauen-Nationalmannschaft der USA zu Gast.

Auch der MSV Duisburg, mittlerweile Drittligist, war viele Jahre lang Winter-Stammgast an der Algarve gewesen, meist in der Nähe von Albufeira. Vom 12. bis 20. Januar kehren die „Zebras“ aus der Ruhrgebietsstadt nun dorthin zurück, genauer gesagt ins Ria Park Hotel in Almancil. Zwischendurch hatte der MSV – wie viele andere Vereine – jeweils Quartier an der türkischen Riviera bezogen.

vfl-lubeck-logoSogar der finanziell sicher nicht auf Rosen gebettete Nord-Regionalligist VfB Lübeck lässt sich von den Kosten nicht abhalten, ebenfalls dort zu trainieren, wo andere Algarve-Urlaub machen: Das Team aus der Hansestadt wird sich vom 15. Januar an eine Woche lang in Albufeira für die Rückrunde präparieren. Zuletzt hatte der VfB 2010 (Portugal) und 2011 (Türkei) ein sonnenbegünstigtes Wintertrainingslager genossen.

Zweitligist 1. FC Nürnberg verweist hingegen darauf, dass Kostengründe eine wichtige Rolle spielen, wenn Vereinsverantwortliche über ein Wintertrainingslager entscheiden. Der Trend weg von der Türkei lasse einige Vereine sich nun wieder für das kostspieligere Spanien oder die portugiesische Algarve interessieren, was dort zu weiter steigenden Preisen führe. „Die sind jenseits von Gut und Böse“, zitiert das Webportal Nordbayern.de den Nürnberger Sportvorstand Andreas Bornemann, der mit seiner Mannschaft in Franken bleibt. Große Klubs hingegen müssten selten selbst für ihre Reisen bezahlen, denn die Spitzenreiter der Topligen würden beispielsweise von reichen arabischen Scheichs in die Golfregion eingeladen.

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Verpasste Chance: Die Algarve konnte nur wenige deutsche Top-Fußballteams zum Wintertrainingslager an die Sonnenküste locken. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Auch Schalke 04-Manager Christian Heidel sieht einen preistreibenden Effekt des Türkei-Ausfalls bei Wintertrainingslagern: „Dadurch wollen viele Klubs in andere europäische Gefilde, und das führt dazu, dass dort die Preise nach oben gehen und weniger Platz ist“, zitiert die Onlineredaktion der WAZ-Gruppe den Gelsenkirchener.

 

Bundesliga-Winterpausen seit 30 Jahren

 

In eine mehrwöchige Winterpause geht die Bundesliga übrigens seit 1987. Zu Anfang konnten die Kicker 77 Tage lang pausieren. Eine wochenlange Auszeit vom Fußballbetrieb zu nehmen, ist ein deutscher Sonderweg, den andere großen Ligen nicht kennen. Spanische und italienische Profi-Kicker spielen nur von Heiligabend bis Neujahr nicht und in England sind Spiele am dem zweiten Weihnachtsfeiertag, dem Boxing Day, ein großer Höhepunkt in der Saison.

In dieser Bundesliga-Spielzeit gibt es ein Novum in der Historie: Zum ersten Mal in der 53 Jahre währenden Geschichte der obersten deutschen Spielklasse wird der abschließende Spieltag einer Hinrunde erst nach dem Jahreswechsel ausgetragen. Deshalb muss auf die gewohnt üppige Winterpause verzichtet werden. Den Klubs bleiben diesmal nur vier Wochen Zeit, ihre Vorbereitungen zu absolvieren.

Eine erste Übersicht zu den Wintertrainingslagern der Vereine der 1. Fußball-Bundesliga hatte Algarve-Entdecker.com am 1. Dezember bereits hier veröffentlicht: https://algarve-entdecker.com/2016/12/01/mehr-touristen-aber-weniger-profi-fussballer-an-der-algarve.

Algarve atmet auf: Ölförderpläne dicht vor vollständigem Aus

Starke Proteste aus den Rathäusern der Algarve, der Tourismuswirtschaft und Teilen der Bevölkerung scheinen Wirkung zu zeigen: Die portugiesische Regierung ist laut Medienberichten dabei, drei Verträge zu kündigen, welche die Erkundung und Förderung von Ölvorkommen an Land und vor der Südküste der Algarve erlaubten. Noch offen bleibt derzeit, wie die Zukunft eines Projekts 50 Kilometer vor der Westküste in Höhe von Aljezur sein wird. Während AMAL, die Vereinigung der 16 Algarve-Städte, die Nachricht begrüßte, hielten sich fast alle betroffenen Gesellschaften bzw. Unternehmenskonsortien zunächst mit Stellungnahmen zurück.

Die Zeitung Diário de Notícias hatte am 14. Dezember unter Berufung auf Regierungskreise gemeldet, der Vertrag mit dem Unternehmen Portfuel (Inhaber: Sousa Cintra, Ex-Präsident des Fußballvereins Sporting Lissabon) werde gekündigt. Die Vorgängerin der jetzigen Regierung hatte kurz vor den jüngsten Wahlen der Gesellschaft das Recht eingeräumt, im Großraum Aljezur und Tavira nach Möglichkeiten der Öl- und Gas-Förderung auf dem Lande zu suchen. Das hatte heftige Proteste, auch von Umweltschützern, hervorgerufen.

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Freie Fahrt für Öl- und Gas-Erkundung an der Algarve gestoppt: Die Regierung scheint von der Ablehnung der Pläne durch alle 16 Städte (siehe Grafik) und viele Verbände und Initiativen beeindruckt und kündigt die Verträge. Grafik: Turismo de Portugal

Die Kündigung werde damit begründet, dass Portfuel nicht die im Vertrag verlangte dreijährige Erfahrung für das Geschäft mitbringe, zitiert das Blatt. Außerdem sei die erforderliche Haftpflichtversicherung nicht nachgewiesen worden. Da wird als klare Verletzung des Vertrages gewertet, wodurch eine Entschädigung durch die Regierung nicht zu erwarten ist.

Der Nachrichtenagentur LUSA gegenüber zeigte sich der Unternehmer Cintra überrascht. Portfuel habe sich streng an alle Bedingungen des Vertrages gehalten. Alles sei korrekt und fehlerfrei verlaufen. Deshalb müsse es sich um einen Irrtum handeln, zitiert LUSA den Unternehmens-Chef.

Den Berichten zufolge bereitet Lissabon auch die Kündigung des Vertrags mit dem Konsortium Repsol/Partex vor. Hier sei der formale Grund, dass der Arbeitsplan für dieses Jahr nicht erfüllt worden sei. Von unzulässig unterlassenen Probebohrungen ist die Rede. Die Unternehmensgruppe wollte vor der Südküste der Algarve prüfen, ob es ausbeutbare Vorkommen gibt. Beobachter rechnen nun damit, dass um die Frage einer Entschädigung gerungen werden wird. Es kursiert eine Zahl von 4,5 Mio. Euro.

Unklar ist derzeit, was mit der Konzession für das Konsortium Galp/ENI für Tiefsee-Bohrungen rund 50 Kilometer westlich der Algarve- und Alentejo-Küste geschieht. Hier klärt die Regierung offenbar noch rechtliche Detailfragen ab. José Amarelinho, Stadtverwaltungs-Chef von Aljezur, zeigte sich gegenüber dem Onlinemagazin Sulinformação hoffnungsvoll, dass dieses „Problem“ auch bald gelöst werde.

Portugals neues Kabinett, die seit einem Jahr regiert, hatte alle von seiner Vorgängerin im September 2015 abgeschlossenen Verträge sowohl von der nationalen Behörde für den Kraftstoffmarkt als auch von der Generalstaatsanwaltschaft überprüfen lassen.

Zufriedenheit bei Bürgerinitiativen und Umweltschützern

 

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Vor allem Umweltschützer hatten gegen die Ölpläne mobilisiert. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Zufriedenheit mit der Entscheidung zeigten nicht nur die Bürgermeister der Region, sondern auch Verbände. So sprach der Präsident der Gemeinschaft Intermunicipal Algarve, Jorge Botelho, von einer „guten Entscheidung“. João Martins von der „Algarve frei von Öl“-Bewegung (MALP) zeigte sich sicher, dass die „regionale Mobilisierung“ entscheidend für den Ausgang gewesen sei. Es sei ein „Kampf für die Zukunft der nächsten Generationen und für die nachhaltige Entwicklung der Region“. Die Bewegung Climáximo begrüßte ebenfalls die Beendigung von drei Verträgen durch die Regierung, forderte aber, dass die „Annullierung aller“ sofort vorangetrieben werden müsse.

Die Furcht vor einer „Ölgarve“ hatte in der Region weite Teile des Jahres 2016 bestimmt. Zunächst war bekannt geworden, dass im Hochsaison-Monat Juli weit vor der Westküste – außerhalb der Sichtweite der Strandurlauber – sich erstmals Bohrer auf einem Schiff vor Algarve und Alentejo drehen sollten, um in mehreren Hundert Metern Tiefe nach Ölvorkommen zu suchen. Und für den Oktober, also unmittelbar nach der Saison, waren Probebohrungen 35 Kilometer vor Portugals Südküste vorgesehen gewesen.

Solarstandort Portugal will weniger Energieeinfuhren

 

Das gerade in der Nach-Krisenzeit um seine Finanzen besorgte EU-Land Portugal wollte nach dem Willen der Vorgänger-Regierung mit Unterstützung mehrerer Partner Chancen ausloten, die Abhängigkeit von Energieeinfuhren ggf. durch die Ausbeutung eigener Schieferöl- und -Gasvorkommen zu verringern. Doch eine breite Ablehnungsfront aus Bürgermeistern, Verbänden der Wirtschaft und des Umweltschutzes sowie Wissenschaftler protestierte gegen die Pläne. Verwiesen wurde auf hohe Risiken für Tourismus, Fischerei und Natur.

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Portugals saubere Energie-Reserve: die hohe Zahl an Sonnenscheinstunden.

Energieexperten bezweifelt zudem die Notwendigkeit der damaligen Regierungspläne. Bereits 2040 werde Portugal seinen Bedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken können, verwies der Solarenergie-Verband APREN auf Prognosen. Im gesamten Jahr 2015 lag der Anteil der „sauberen“ Energien schon bei 50 Prozent.

„Das geplante Projekt wäre ein unkalkulierbares Risiko für uns hier“, betonte im Frühjahr auch Vitor Neto, Präsident des Unternehmerverbands der Algarve (NERA). Auf einer Veranstaltung an der Algarve-Universität in Faro wies er in diesem Zusammenhang darauf hin, dass fast 40 Prozent der ausländischen Übernachtungen in Portugal allein auf die Algarve entfallen. Bedroht sahen die Gegner vor allem den Natur-Tourismus im Hinterland der felsigen Küste. Exploration und Förderung hätten die Glaubwürdigkeit als führendes Ziel für Wanderer stark vermindert.

Mehr Touristen, aber weniger Profi-Fußballer an der Algarve?

Zum wichtigsten Ort für Wintertrainingslager deutscher Bundesligisten hatte sich in der Vergangenheit die türkische Riviera rund um Belek entwickelt – auch wenn manchmal Starkregen die Plätze des Dorfs bei Antalya unter Wasser setzte. Sagen die Profikicker wegen innenpolitischer Unruhen und Sicherheitsbedenken in diesem Winter „Bye-bye, Belek“? Und kann die attraktive Algarve wieder verstärkt die Top-Fußballer anziehen? Algarve-Entdecker.com hat recherchiert und alle Vereine der ersten Liga befragt.

Im Januar dieses Jahres waren es noch sieben Erstligisten gewesen sowie zwei Dutzend Mannschaften aus den unteren deutschen Ligen, die in Belek und in der Umgebung dieses Ortes mit nur wenigen tausend Einwohnern ihre Winterzelte aufgeschlagen hatten. Doch laut „Sport Bild“ empfahl eine Hamburger Spezialagentur, die für die meisten deutschen Mannschaften Trainingslager organisiert, derzeit nicht in die Türkei zu gehen. So wird im Januar 2017 dem Vernehmen nach kein Verein aus der ersten oder zweiten Bundesliga seine Vorbereitungen dort durchführen, wo es die wohl höchste Rasenplatzdichte der Welt gibt. 2015 hatten sich noch sechzehn Teams aus den beiden ersten Ligen und rund die Hälfte aller Bundesligaclubs in Belek bei Antalya auf die Rückrunde vorbereitet.

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Cascade Resort in Lagos: Hier werden RB Leipzig als einziger Erstligist und der VfB Stuttgart trainieren. Foto:  Performance Football Academy

Ob die Algarve, die in diesem Jahr mehr Urlauber denn je anzog, umfangreich davon profitiert, ist fraglich. Noch in den Neunzigern flogen Fußballclubs, die etwas auf sich hielten, hierhin in den warmen portugiesischen „Wintergarten“. Ist dieser Trend vielleicht vorbei? Bislang schält sich nur heraus, dass neben einem einzigen deutschen Erstligisten noch je ein Team aus der zweiten, dritten und vierten Liga an die sonnige Südküste Portugals kommen werden – plus Top-Club Ajax Amsterdam aus der niederländischen „Eredivisie“. Die Niederländer präparieren sich von 2. bis 8. Januar in Alcantarilha für die zweite Saisonhälfte.

Wie aus Amsterdam verlautete, ist ein Duell gegen die Bundesliga-Überraschungself RB Leipzig geplant. Die offizielle Bestätigung aus Sachsen sprach zunächst lediglich von einem Aufenthalt in Lagos vom 4. bis 12. Januar. Details wurden am 30. November nachgeliefert: Wie der Verein mitteilte, werden die Leipziger ihr Camp im Cascade Resort aufschlagen.

Die Trainingslager-Fanreise, die der Klub organisiert hat, ist bereits restlos ausgebucht. Die 25 begleitenden Anhänger werden im Aqualuz Suite Hotel untergebracht werden, einer Vier-Sterne-Herberge unweit des Cascade Resorts. Mindestens 517 Euro kosten, je nach Zimmerkategorie, jeden Fan die Flüge und die Unterkunft zwischen 5. und 9. Januar.

Nach Lagos kehren übrigens auch die Fußballer des VfB Stuttgart (2. Bundesliga) zurück. „Die Wahl fiel auf Lagos, weil wir die Anlage kennen und dort bei unserem Trainingslageraufenthalt vor zwei Jahren mit den dortigen Bedingungen durchweg positive Erfahrungen gemacht haben“, sagt VfB-Pressesprecher Tobias Herwerth. Das Stuttgarter Team wird vom 13. bis 20. Januar ebenfalls im Cascade Resort residieren. Die Anlage in Lagos hatte früher zum Beispiel auch schon Zenit Sankt Petersburg, den VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen, Aston Villa, die niederländische Nationalmannschaft sowie die Frauen-Nationalmannschaft der USA zu Gast.

Auch der MSV Duisburg, mittlerweile Drittligist, war viele Jahre lang Winter-Stammgast an der Algarve gewesen, meist in der Nähe von Albufeira. Vom 12. bis 20. Januar kehren die „Zebras“ aus der Ruhrgebietsstadt nun dorthin zurück, genauer gesagt ins Ria Park Hotel in Almancil. Zwischendurch hatte der MSV – wie viele andere Vereine – jeweils Quartier an der türkischen Riviera bezogen.

 

Zwei frühere Algarve-Gäste fliegen nach Florida

 

Erstligist VfL Wolfsburg, bis etwa 2007 sehr häufig in Vale do Lobo an der Algarve zu Gast und 2016 ausnahmsweise im Trainingslager in Lagos, fliegt im bevorstehenden Winter nach Florida. „Wir haben uns in diesem Jahr entschieden, im Rahmen der Auslandsvermarktung der Deutschen Fußball-Liga das Angebot anzunehmen, am Florida-Cup teilzunehmen. Aus organisatorischen Gründen verbinden wir das dann gleich mit dem Trainingslager“, erläutert Pressesprecherin Barbara Ertel-Leicht.

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Statt in den sonnigen Wintergarten Europas fliegen zwei Bundesligisten ins US-Rentnerparadies Florida. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Für Florida entscheidet sich schon seit 2015 auch der Algarve-erfahrene Club Bayer 04 Leverkusen. Gleich beim ersten Mal musste die Werkself feststellen, dass eine Kältewelle die Temperaturen im amerikanischen Rentnerparadies im Januar durchaus auf 13 Grad Celsius drücken kann. Nach Angaben von Petra Braun-Hahn aus der Bayer 04-Pressestelle sind die Leverkusener vom 3. bis 12. Januar in Orlando.

Eine Zurückhaltung gegenüber der Algarve gibt es derzeit auch beim Sport-Club Freiburg. Der badische Bundesliga-Club ließ sich zuletzt im Jahr 2007 im Trainingslager an der Algarve, in Albufeira, von der Sonne verwöhnen. „Wie in den vergangenen Jahren wird der SC Freiburg 2017 sein Wintertrainingslager in Sotogrande, Spanien, durchführen“, berichtet Pressesprecher Sascha Glunk.

 

Manche Elf zieht es nach Spanien

 

Ebenfalls nicht für die Algarve-Sonne erwärmen konnte sich die Elf vom 1. FSV Mainz 05. Pressesprecherin Silke Bannick: „Die 05er waren vor mehr als zehn Jahren mal in Faro im Trainingslager. In den letzten Jahren sind wir nach Andalusien gefahren und waren damit sehr zufrieden – wir planen auch in diesem anstehenden Wintertrainingslager nach Marbella zurückzukehren“. Die Auswahl eines solchen Orts werde anhand vieler Faktoren getroffen und sei komplexer, als es von außen den Anschein habe, so die Mainzerin. Dabei müssten unter anderem Faktoren wie Infrastruktur, Trainingsbedingungen, Hotel, Anreisemodalitäten, Kosten und Testspielgegner eingerechnet werden.

FC Schalke 04, das letzte Mal 1993 im Trainingslager in Faro, zieht es ebenfalls nicht an die Algarve. Vom 4. bis 11. Januar 2017 trainieren die „Königsblauen“ nach Angaben von Sprecherin Christine Walther an der spanischen Costa Blanca, in Benidorm. 2016 hatte man sich noch in Florida vorbereitet. Zu den weiteren Clubs, die diesmal Destinationen in Spanien bevorzugen, gehören z.B. Hertha BSC (vom 7. bis 14. Januar auf Mallorca), der FC Augsburg (4. bis 13. Januar in Marbella) und Borussia Mönchengladbach (6. bis 11. Januar ebenfalls in Marbella).

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Gute Infrastruktur für Fußball an der Algarve – wie hier im Stadion von Zweitligist Portimonense FC. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Markus Aretz, Direktor Unternehmenskommunikation: „An der Algarve waren wir in der Vergangenheit mehrfach, zuletzt im Januar 2007. Die Bedingungen waren dort immer gut, sowohl was die Hotels als auch die Trainingsplätze angeht“. Grundsätzlich gelte, dass für die Planung der Trainingslager die Qualität des Hotels und des Trainingsplatzes, eine möglichst kurze Entfernung zwischen Hotel und Trainingsplatz, die klimatischen Bedingungen sowie die Möglichkeit für Testspiele gegen andere, ebenfalls in der Nähe weilende andere Profiteams ausschlaggebend seien, so der Mönchengladbacher.

Der SV Werder Bremen (2016 in Belek) bereitet sich vom 4. bis 10. oder 11. Januar im andalusischen Alhaurin el Grande (Provimz Malaga) auf die zweite Saisonhälfte vor. Frank Baumann, Geschäftsführer Sport bei den Grün-Weißen, hebt neben den guten Bedingungen dort auch hervor, dass „einige andere namhafte Mannschaften in der Region“ seien, gegen die Werder Testspiele bestreiten könne. Der genaue Termin der Rückreise an die Weser werde noch festgelegt.

Auch der SV Darmstadt 98 findet, dass die Türkei „selbstredend ausfällt“, so Sportchef Holger Fach gegenüber „BILD“. So optimal wie in Antalya dieses Jahr werde es allerdings nicht mehr sein, „weil es in Europa keinen Ort gibt, wo 50 Mannschaften sind, wo man immer spielen kann“, meint Fach. Die Darmstädter Lilien werden sich stattdessen vom 6. bis 13. Januar in der Nähe von Alicante für die zweite Saisonhälfte präparieren.

Die Sportredaktion der Tageszeitung „Die Welt“ will gar einen Zusammenhang zwischen Spanien als Wintertrainingslager und späterem Erfolg herausgefunden haben. Zwei Jahre hintereinander seien zehn Bundesligavereine nach Spanien geflogen, schrieb das Blatt im Januar dieses Jahres. Anschließend hätten alle in der Rückrunde besser gepunktet als in der Vorrunde. Laut „Welt“ verbesserten sich die Spanien-Trainierer in den beiden Jahren um 5,5 Punkte.

 


Winter-Trainingslager 2017 der Fußball-Bundesligisten

 

Verein Region/Ort
  Algarve
RB Leipzig Lagos
  Florida
Bayer 04 Leverkusen Orlando
VfL Wolfsburg Orlando
  Spanien
Borussia Mönchengladbach Marbella
FC Augsburg Marbella
Hertha BSC Mallorca
1. FSV Mainz 05 Marbella
Schalke 04 Benidorm
Sport-Club Freiburg Sotogrande
SV Darmstadt 98 Alicante
SV Werder Bremen Alhaurín el Grande
  Golfstaaten
Eintracht Frankfurt Abu Dhabi
FC Bayern München* ? 2016: Doha, Katar
Hamburger SV Dubai
  Deutschland
1. FC Köln Köln
FC Ingolstadt 04 Ingolstadt
TSG 1899 Hoffenheim Zuzenhausen
  Noch keine konkrete Ortsangabe
Borussia Dortmund ? („nicht Dubai, nicht Algarve“)

Quelle: Recherche von www.algarve-entdecker.com bei den Vereinen
*lt. Sport Bild
Stand: Anfang Dezember 2016


 

Drei Vereine schicken Teams in die Wüste

 

Trotzdem zieht es andere Bundesliga-Teams eher in die Wüste der arabischen Halbinsel. So steht bei Eintracht Frankfurt Abu Dhabi und bei Bayern München laut Sport Bild „voraussichtlich“ erneut Doha in Katar auf dem Programm. Eine Bestätigung der Pressestelle in München traf bei Algarve-Entdecker.com bis Redaktionsschluss nicht ein.

Die Münchener hatten schon 2015 für den Ort Doha herbe Kritik geerntet. Sie waren von Katar aus just an jenem Tag zu einem Testspiel nach Saudi-Arabien geflogen, an dem der Blogger Raif Badawi ausgepeitscht werden sollte, weil er sich für Demokratie und religiöse Freiheit aussprach. „Wir wissen, dass wir in ein Land fahren, in dem die Menschen teilweise eine andere Kultur als in Deutschland pflegen. Aber ein Trainingslager ist keine politische Äußerung“, kommentierte Karl-Heinz Rummenigge, bevor die Bayern in diesem Jahr erneut nach Katar starteten.

Hamburger SV-Pressereferent Lars Wegener bestätigte unterdessen, dass die Hamburger ihr Wintertrainingslager vom 5. bis 14. Januar in Dubai abhalten werden: „Das spricht nicht gegen die Algarve, sondern für unsere guten Erfahrungen in Dubai“, betont Wegener. Dort gebe es sehr gute Trainingsbedingungen und das entsprechend milde Klima, um auch sehr viel im taktischen Bereich zu arbeiten. Zudem sei Dubai die Heimat des HSV-Trikotsponsors Fly Emirates.

 

Wenige Bundesligisten bleiben zu Hause

 

In eine mehrwöchige Winterpause geht die Bundesliga übrigens seit 1987. Zu Anfang konnten die Kicker 77 Tage lang pausieren. Eine wochenlange Auszeit vom Fußballbetrieb zu nehmen, ist ein deutscher Sonderweg, den andere großen Ligen nicht kennen. Spanische und italienische Profi-Kicker spielen nur von Heiligabend bis Neujahr nicht und in England sind Spiele am dem zweiten Weihnachtsfeiertag, dem Boxing Day, ein großer Höhepunkt in der Saison.

Zum Wintertrainingslager gar nicht in die Ferne schweifen wollen diesmal wieder deutsche Bundesliga-Vereine wie etwa die TSG 1899 Hoffenheim, der FC Ingolstadt 04 und der 1. FC Köln. Laut Fußballmagazin „Kicker“ hatten die Hoffenheimer kurz die Algarve als Alternative zu Belek ins Auge gefasst, sich dann aber fürs Zuhausebleiben im Trainingszentrum Zuzenhausen entschieden.

Hoffenheims Pressesprecher Holger Kliem weist auf ein Novum in der Historie hin: Zum ersten Mal in der 53 Jahre währenden Bundesliga-Geschichte werde der abschließende Spieltag einer Hinrunde erst nach dem Jahreswechsel ausgetragen. Deshalb müsse auf die „gewohnt üppige Winterpause“ verzichtet werden. Den Klubs blieben diesmal nur vier Wochen Zeit, ihre Vorbereitungen zu absolvieren. Der Hoffenheimer macht aber auch klar, dass es sich um „keine grundsätzliche Entscheidung gegen ein Wintertrainingslager in der Zukunft“ handele.

Der 1. FC Köln werde genau wie im vergangenen Januar am Rhein bleiben und am Geißbockheim trainieren, bestätigt Medienmann Alex Jacob. Die klimatischen Bedingungen in Köln ließen das zu; im vergangenen Januar sei in Köln beispielsweise gar kein Schnee gefallen. Die Geißböcke hatten zuletzt 2012 ihre Rückrunden-Vorbereitungen an die Algarve gelegt – die Domstadt-Elf trainierte damals in Portimão. Untergebracht war das Team im „Le Méridien Penina Golf & Resort“ zwischen Portimão und Lagos.

Bei der Algarve-Entdecker.com-Umfrage unter den Bundesliga-Vereinen bestätigte Borussia Dortmund (in diesem Jahr zum Wintertraining in Dubai), dass Trainer Thomas Tuchel und seine Mannschaft nicht an der Algarve trainieren werden. Momentan könne der Klub aber „noch keine konkreten Informationen“ zur Rückrundenvorbereitung übermitteln; eine Rückkehr nach Dubai ist dem Vernehmen nach jedoch nicht geplant.

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Als Weg zur Rückrunden-Vorbereitung weniger geliebt: Die Algarve – hier bei Alvor – zieht nicht mehr so viele Winter-Trainingslager an wie früher. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Überzieht Algarve etwa bei den Preisen?

 

Zweitligist 1. FC Nürnberg liefert unterdessen Hinweise darauf, dass Kostengründe eine wichtige Rolle spielen, wenn Vereinsverantwortliche über ein Wintertrainingslager entscheiden. Der Trend weg von der Türkei lasse einige Vereine sich nun wieder für das kostspieligere Spanien oder die portugiesische Algarve interessieren, was dort zu weiter steigenden Preisen führe. „Die sind jenseits von Gut und Böse“, zitiert das Webportal Nordbayern.de den Nürnberger Sportvorstand Andreas Bornemann, der mit seiner Mannschaft in Franken bleibt. Große Klubs hingegen müssten selten selbst für ihre Reisen bezahlen, denn die Spitzenreiter der Topligen würden beispielsweise von reichen arabischen Scheichs in die Golfregion eingeladen.

Auch Schalke 04-Manager Christian Heidel sieht einen preistreibenden Effekt des Türkei-Ausfalls bei Wintertrainingslagern: „Dadurch wollen viele Klubs in andere europäische Gefilde, und das führt dazu, dass dort die Preise nach oben gehen und weniger Platz ist“, zitiert die Onlineredaktion der WAZ-Gruppe den Gelsenkirchener.

vfl-lubeck-logoDoch sogar der finanziell sicher nicht auf Rosen gebettete Nord-Regionalligist VfB Lübeck lässt sich von den Kosten nicht abhalten, ebenfalls dort zu trainieren, wo andere Algarve-Urlaub machen: Das Team aus der Hansestadt wird sich vom 15. Januar an eine Woche lang in Albufeira für die Rückrunde präparieren. Zuletzt hatte der VfB 2010 (Portugal) und 2011 (Türkei) ein sonnenbegünstigtes Wintertrainingslager genossen.

Bewerten Sie Algarve für Entdecker – und geniessen Sie ein Wochenende in einem der traumhaften Vila Galé Hotels

Ferragudo

 

Veränderungen? Umgestaltung? Erneuerung? Relaunch?

Dass Redaktionsteam von Algarve für Entdecker denkt seit längerem über die Zukunft des Mediums algarve-entdecker.com nach. Selbstverständlich möchten wir das bisher dreieinhalb Jahre alte Blog in der zukünftigen Gestaltung, dem zukünftigen Auftritt, den zukünftigen Kategorien und Themen besonders an Ihren Wünschen und Vorstellungen ausrichten.
Deshalb bitten wir Sie herzlich, uns Ihre ganz persönlichen Einschätzungen von Algarve für Entdecker mitzuteilen.
Zu diesem Zweck haben wir für Sie fünf kurze Fragen vorbereitet, die wir Sie mit Klick o der kurzen Texten zu beantworten bitten.
Wir freuen uns über jede allgemeine oder konkrete Anregung!

 

Ein Wochenende für zwei Personen in einem der 4-Sterne-Hotels der Vila Galé-Hotelgruppe

 

Vila Galé Tavira

Genuss: z. B. im Hotel Vila Galé Tavira | Foto: Vila Galé

Ihre Beteiligung ist uns sehr wichtig. Und wir möchten uns für Ihre Einschätzungen bei Ihnen bedanken. Deshalb vergeben wir unter allen Einsenderrinnen und Einsendern, die uns per E-Mail bestätigen, dass sie uns eine Bewertung gegeben haben, einen Hotelaufenthalt für zwei Nächte inklusive Frühstück in einem der Vila Galé Hotels in Portugal.
Zusätzlich vergeben wir zehn Portugal-Reiseführer.
In der E-Mail, in der Sie uns Ihre Teilnahme bestätigen, muss unbedingt Ihr Vor- und Nachname sowie Ihre Adresse stehen.
Die E-Mail-Adresse für diese Aktion ist: redaktion@algarve-entdecker.com.
Diese Aktion endet am 31. Dezember 2016.Bis zu diesem Datum sollte Ihre E-Mail uns erreicht haben!
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

 

Unsere Fragen an Sie

 

Bei den nachfolgenden 5 Fragen bitten wir Sie, Algarve für Entdecker in unterschiedlichen Hinsichten nach dem Schulnotensystem von 1 (beste Note, sehr gut) bis 6 (schlechteste Note, ungenügend) zu bewerten.
Und Sie haben bei jeder Frage zusätzlich die Möglichkeit, einen ergänzenden Kommentar zu schreiben.

Und los geht’s!

 

Algarve für Entdecker: Wie gefällt Ihnen Algarve für Entdecker insgesamt?

 

 

Algarve für Entdecker: Wie bewerten Sie die Themen und Beiträge?

 

 

Algarve für Entdecker: Wie gefallen Ihnen grafische Gestaltung, Layout und das Aussehen?

 

 

Algarve für Entdecker: Wie bewerten Sie Navigation, Struktur, Menüführungen, etc.?

 

 

Algarve für Entdecker: Wie gefällt Ihnen Handhabung und Nutzbarkeit?

 

 

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Ihnen und wünschen Ihnen schon jetzt viel Glück bei den Verlosungen!

 

Herzlich

Ihr

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Alexander Kroll
für die Redaktion von Algarve für Entdecker

Portugal: Tourismus wächst zweistellig, aber Menschen in Sorge um Einkommen

Wie gut geht es der Algarve? Hervorragend, sagt Vitor Neto, Präsident des Unternehmerverbands NERA. In einer Stellungnahme verweist er darauf, dass die positiven Signale der beiden Vorjahre durch die Tourismusentwicklung 2016 bestätigt worden seien. Das sieht die Welt-Tourismusorganisation sogar für ganz Portugal so. Und wie steht es um das Wohlergehen der Portugiesen insgesamt? Eine jünste Studie des Statistikamts INE zeigt: Viele machen sich Sorgen um Arbeit und Einkommen. Wirtschaftsminister Cabral gibt sich indessen optimistisch und lobt deutsche Investoren.

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Präsident Vitor Neto, Chef des Verbands der Algarve-Unternehmer

Zurück zur Algarve-Wirtschaft: Bis zum Jahresende rechnet Neto mit 14 Millionen Übernachtungen von ausländischen Algarve-Gästen, das wären 1,5 Millionen mehr als 2015. Den Inlandstourismus mit einrechnend, prognostiziert der NERA-Präsident insgesamt 18 Millionen Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben an Portugals Südküste.

Der Flughafen Faro wird nach dieser Vorhersage auf eine Million mehr abfliegende und ankommende Fluggäste kommen als im Vorjahr. Kürzlich konnte bereits der siebenmillionste Passagier gefeiert werden. Auch bei den anderen Indikatoren wie durchschnittliche Aufenthaltsdauer und Ertrag pro Zimmer sieht der oberste Interessenvertreter der Algarve-Unternehmer die Anzeichen für eine nachhaltig positive Entwicklung bestätigt.

 

Türkei, Frankreich, Belgien: Schwache Zahlen in Ländern mit Sicherheitsvorfällen

 

unwto-logoUnterdessen bestätigte die Welt-Tourismusorganisation UNWTO für die Monate Januar bis September 2016 zweistellige Zuwachsraten bei den Übernachtungen ausländischer Gäste nicht nur für Portugal, sondern auch für Spanien, Irland und Ungarn. „Schwache Ergebnisse“ hätten demgegenüber die europäischen Destinationen Türkei, Frankreich und Belgien gemeldet, so die Organisation in ihrem jüngsten Tourismus-Barometer. Im Berichtszeitraum habe ganz Europa ein Wachstum von zwei Prozent bei den internationalen Ankünften verzeichnet. Weltweit waren es vier Prozent.

 

Portugals Tourismus-Einnahmen stammen rund zur Hälfte aus der Algarve

 

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Handtuch-Parade an einer „Betonburg“ der Algarve. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Mit Blick auf die im Oktober veröffentlichten Ertragszahlen Portugals für die Monate Januar bis August 2016 spricht der NERA-Chef davon, dass der Tourismus seine Position als wichtigster Sektor für den Export von portugiesischen Waren und Dienstleistungen gefestigt habe. Neto rechnet mit einem Umsatzwachstum von gut neun Prozent bzw. einer Milliarde auf 12,5 Milliarden Euro in ganz Portugal. Damit erreiche der Tourismus einen bemerkenswerten Anteil von 17 Prozent aller portugiesischen Ausfuhren.

Allein auf die Algarve entfalle fast die Hälfte aller Einnahmen Portugals aus dem Tourismus. Der Verbands-Chef weist aber gleichzeitig darauf hin, dass der Tourismus nicht der alleinige Wirtschaftsfaktor der Algarve sei: „Die Wirtschaft der Algarve ist in der Tat ein Ganzes, in dem jeder Sektor Kraft daraus zieht, Teil eines integrierten und komplementären Handelns zu sein“.

Portugiesen mit gutem Lebensgefühl, aber Sorge um Arbeit und Einkommen

 

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So unterschiedlich hat sich die portugiesische Zufriedenheit mit den wirtschaftlichen Bedingungen (blau), der Lebensqualität (rot) und dem allgemeinen Wohlergehen (schwarz) seit 2004 entwickelt. Quelle: INE

Am selben Tag, als sich Neto zum Zustand der Algarve-Wirtschaft äußerte, veröffentlichte die Lissaboner Statistik-Behörde INE neuste Indices zum Wohlbefinden der Portugiesen. Danach hat sich die Zufriedenheit mit den wirtschaftlichen Lebensbedingungen in Portugal nach dem Tiefpunkt 2013 nur wieder leicht erhöht – bis 2015 auf knapp 90 Prozent des Werts von 2004, so die vorläufigen Angaben. Bei gut 130 Prozent liegt hingegen die Zufriedenheit mit der Lebensqualität in Portugal. Der globale „Well-Being Index“ (WBI) rangiert ein Stück dahinter – bei 118,4 Prozent.

Insgesamt werden laut INE zehn Bereiche für die Bestimmung des globalen Wohlgefühls-Indexes abgefragt. Bildung, Umwelt sowie Bürgerbeteiligung und Regierungsführung seien im Berichtszeitraum unter den am besten bewerteten Aspekte gewesen. Arbeit, Einkommensentwicklung und wirtschaftliche Verwundbarkeit gehörten hingegen zu den am negativsten beurteilten Faktoren.

 

Seit 2013 entwickeln sich alle Indices (wieder) positiv

 

Wie die INE-Statistik zeigt, kennen die Zufriedenheit mit dem allgemeinen Wohlergehen und mit der Lebensqualität seit 2004 nur eine Entwicklungsrichtung – nach oben. Hingegen verschlechterte sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen von 2004 bis zu den Finanzkrisen-Jahren 2008 und 2009 leicht nach unten. Es folgte ein rapider Abfall auf rund 85 Prozent des Ausgangswert bis zum Jahr 2013. Seitdem geht es bei diesem Index wieder etwas bergauf.

Optimistisch gibt sich auch der portugiesische Wirtschaftsminister Manuel Caldeira Cabral. In einem Interview mit Handelsblatt-Korrespondentin Sandra Louven widersprach er jetzt energisch der Auffassung des deutschen Finanzministers Wolfang Schäuble. Dieser hatte im Oktober die Abkehr der linken portugiesischen Regierung von der strengen Sparpolitik bei der Bewältigung der Schuldenkrise kritisiert.

 

Portugals Wirtschaftsminister kritisiert Schäuble und lobt deutsche Unternehmen

 

„Das ist weit weg von der Wahrheit“, erklärte Cabral. Portugal habe seine Staatsfinanzen verbessert und die Banken kapitalisiert. Die Wirtschaft wachse und Lissabon unterstütze das mit weiteren Struktur-Reformen. Die portugiesischen Fundamentaldaten seien im weltweiten Vergleich so gut, dass Portugal in den kommenden Jahren ein besseres Rating erhoffe.

Die Zusammenarbeit Portugals mit deutschen Unternehmen bezeichnete der portugiesische Wirtschaftsminister als „sehr, sehr gut“. Sie hätten 2016 viel in Portugal investiert und spielten eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Exportstruktur des Landes. Cabral wörtlich: „Wir exportieren heute nicht Textilien und Kleidung, sondern Autos, Maschinen, Chemie- und Pharmaerzeugnisse“. Deutsche Unternehmen investierten neben französischen am meisten in Portugal, so Cabral.

Algarve-Entdecker.com präsentiert: Die Europaliga der Sonnenziele

Wohin müssen Urlauber reisen, um in Europa nach kurzer Flugzeit die meiste Sonne genießen zu können? Die Redaktion von Algarve-Entdecker.com hat recherchiert, wo die höchste Zahl an Sonnenscheinstunden pro Jahr dem winkt, der vom Zentrum Deutschlands aus nicht länger als rund drei Stunden fliegen will – mit Linien- oder Charter-Flug. Erraten Sie, welche Destination „die Nase vorn“ hat?

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Schnell erreichbar und mit Sonnengarantie: Portugals Algarve – hier der Strand von Portimao. Foto: Hans-Joachim Allgaier

Richtig, es ist Faro und damit die Algarve, die von Frankfurt/Main aus in rund drei Flugstunden erreicht wird! Die Redaktion hat im Reiseplaner von www.wetteronline.de die in Frage kommenden Flughafenorte eingegeben und recherchiert, wie für die Periode zwischen 1. Januar und 31. Dezember das durchschnittliche Wetter der Jahre 1990 bis 2016 war. Das Ergebnis: Keine innerhalb von drei Stunden direkt erreichbare Flughafenstadt in Europa weist im Verlauf eines Jahres mehr Sonnenscheinstunden pro Tag auf als Faro: Rund neun Stunden lang lacht laut WetterOnline den Bewohnern und Urlaubern der Algarve täglich die Sonne – als exakten Durchschnittswert nennt das Portal 8,6!

Nur die griechische Insel Rhodos, nach etwa der gleichen Flugzeit erreichbar wie die Algarve, kommt noch auf exakt denselben Wert von 8,6 Sonnenscheinstunden pro Durchschnittstag. Zwar weist Larnaca auf Zypern einen leicht höheren Wert von 9,2 Stunden auf, aber um die im östlichen Mittelmeer vor der türkisch-syrisch-libanesischen Küste gelegene Insel zu erreichen, sind ja gut dreieinhalb Stunden Flugzeit erforderlich.

Algarve und Rhodos schlagen auch Spanien-Ziele

 

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Auf die nach Faro und Rhodos nächstbesten Werte von rund acht Stunden pro Durchschnittstag im Jahr kommen auch die spanischen Sonnen-Destinationen Cordoba, Murcia und Sevilla (8,4), Almeria (8,3), Malaga (8,2), Granada (8,1) und Madrid (7,8). Die griechische Flughafenstadt Heraklion auf der Insel Kreta (7,9) schlägt den Wert der spanischen Hauptstadt allerdings knapp. All diese Destinationen bilden die Top 10 der europäischen Sonnenziele, die vom Referenzflughafen Frankfurt/Main aus in etwa drei Flugstunden erreichbar sind.

Auf die zehn Spitzenreiter der Sonnen-„Europaliga“ folgen die spanischen Flughafenstädte Valencia (7,7)  und Palma de Mallorca (7,6). Dieselbe Sonnenscheindauer wie die Hauptinsel der Balearen weisen auch Griechenlands Metropole Athen sowie das französische Nizza und das spanische Alicante auf. Bei rund sieben Stunden liegen zudem Cagliari auf Sardinien (7,3), die griechischen Destinationen Korfu (7,0) und Thessaloniki (6,9) sowie Brindisi (6,9), auf dem süditalienischen Festland am „Absatz des Stiefels“ gelegen.

Übrigens: Auf der italienischen Insel Sizilien, ebenfalls von der Sonne verwöhnt, kommt die Stadt Siracusa immerhin auf 7,9 Stunden pro Tag. Für die sizilianischen Städte Catania und Palermo gibt WetterOnline keine Sonnenscheinstunden an. Dasselbe trifft für Türkei-Destinationen wie Antalya zu, die in der Gruppe der innerhalb von dreieinhalb Flugstunden erreichbaren Top-Sonnenziele im europäischen Raum ebenfalls mitspielen.

 

Kanarische Inseln: weniger Sonne als Algarve, aber längere Flugzeit

 

Etwas abgeschlagen rangieren die Kanarischen Inseln, trotz viereinhalb Stunden Flugzeit das europäische Top-Ziel im Tourismus mit jährlich rund 12 Millionen Feriengästen. Gibt man bei WetterOnline im Reiseplaner denselben Zeitraum ein, also 1. Januar bis 31. Dezember, werden für keinen Flughafenort auf den Kanarischen Inseln mehr als rund acht Sonnenscheinstunden pro Durchschnittstag angezeigt. Während Teneriffa mit 8,2 und Fuerteventura sowie Lanzarote mit 8,1 Stunden vorn liegen, kommen La Gomera nur auf 7,9 und Gran Canaria nur auf 7,6 Stunden. Für La Palma und El Hierro liegen Wetter Online keine Angaben vor.

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Screenshot der Kanaren-Website, die 4.800 Sonnenstunden im Jahr verspricht

Kurzum: Es ist also schlicht falsch, was die Website dasbesteklimaderwelt.com in der Rubrik „Sonnentage“ über die Kanaren behauptet, nämlich mit angeblich 4.800 Stunden im Jahr die „Region mit der größten Anzahl an Sonnenstunden“ zu sein.  Dass diese Angabe – zurückhaltend formuliert – „geflunkert“ ist und eher als Angeberei eingestuft werden muss, zeigt schon ein einfacher Plausibilitäts-Test: Teilt man die nirgendwo mit Quellenangaben belegte Ziffer von 4.800 Stunden durch 365, also die Anzahl der Tage eines Jahres, kommt man auf 13,15 Stunden täglich, welche die Sonne dort auf den Kanaren im Durchschnitt angeblich scheinen soll. Doch selbst im Hochsommer-Monat Juli gibt das Portal WetterOnline etwa für Teneriffa nicht mehr als durchschnittlich 11,2 Stunden Sonnenscheindauer an…

Unser Kommentar: Über der Algarve lacht tatsächlich die Sonne, aber über PROMOTUR TURISMO CANARIAS, S.A., die Betreiberin der entsprechenden Website, lacht die ganze Welt… PROMOTUR ist übrigens eine dem regionalen Vizeministerium für Tourismus der kanarischen Regierung unterstehende Gesellschaft der öffentlichen Hand. Die Website zeigt Unterstützung durch die Europäische Union an.

 

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So unterschiedlich ist die Gunst der Sonnenstrahlung auf die europäischen Länder verteilt. Die Karte stammt vom Photovoltaik-Serviceunternehmen GeoModel Solar

 

Algarve: Tägliche Höchsttemperaturen zwischen 16 und 31 Grad

 

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So verteilt sich die tägliche Sonnenscheindauer an der Algarve im Jahresverlauf. Quelle: Wetter Online

 

Hier die anderen Wetter-Werte für das Algarve-Ziel Faro mit seinem günstigen Ausgleichsklima: Die Maximum-Temperaturen schwanken laut WetterOnline jährlich im Mittel zwischen 16 und 31 Grad. Nachts kühlt es an der Südküste Portugals auf mittlere Werte zwischen 8 und 21 Grad ab. Die niedrigste dort jemals gemessene Temperatur beträgt nach Angaben des Portals null Grad, die höchste 44,3 Grad.

In den letzten Jahren fiel in Faro durchschnittlich an nur 46 von 365 Tagen Niederschlag. Die Regenmenge summierte sich auf 460 Liter pro Quadratmeter und Jahr. Im Mittel weht an der Algarve mit einem Wind der Stärke 3 auf der Beaufort-Skala eine schwache Brise. Sturmböen mit einer Windstärke von mehr als 8 Beaufort treten nur an sieben Tagen pro Jahr auf.

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Algarve: Je mehr Sonne, desto weniger Niederschlag – und umgekehrt. Diese Werte hat die Welt-Meteorologieorganisation WMO für die Periode 1961 bis 1990 registriert. Quelle: Hong Kong Observatory

 

Usedom: Deutschlands Sonnen-Eldorado im Vergleich zur Algarve

 

Zum Vergleich nun die Werte für die Region in Deutschland, welche die meisten Sonnenscheinstunden pro Jahr aufweist: die Insel Usedom. Laut WetterOnline schien in den letzten Jahren die Sonne dort etwa fünf Stunden pro Tag, also vier weniger als an der Algarve. Im Mittel lagen die Tageswerte auf Usedom zwischen einem und 25 Grad. Nachts wurden zwischen plus 16 und minus vier Grad gemessen. Der Minimumwert war bisher minus 28,7 Grad, der Maximalwert 38 Grad. Niederschlag fiel auf Usedom durchschnittlich an 106 Tagen des Jahres. Die jährliche Gesamtmenge  an Regen betrug rund 570 Liter pro Quadratmeter und damit 110 Liter mehr als an der portugiesischen Südküste. Wie an der Algarve wehte an der Ostsee im Mittel eine schwache Brise von 3 Beaufort. Sturmböen treten auf Usedom jedoch nicht nur an sieben, sondern an 24 Tagen des Jahres auf.

 

 

Frankfurt-Main – Faro ab März 2017 täglich mit Ryanair

Ryanair B737-800 in Faro

 

Die Algarve profitiert vom sich verschärfenden Wettbewerb zwischen etablierten Linienfluggesellschaften und Billigfliegern. Soeben kündigte der größte europäische Low Cost Carrier Ryanair an, erstmals auch Flüge vom Drehkreuz Frankfurt/Main, dem teuersten und größten Flughafen Deutschlands, aus anzubieten. Das kommt dem Portugal- und Spanien-Verkehr zugute. Denn ab März 2017 sollen laut Ankündigung der Iren Faro, Palma de Mallorca, Alicante und Malaga täglich einmal von der Main-Metropole aus angeflogen werden. Geplante Startzeit für den Faro-Flug von Frankfurt aus: 15 Uhr. Die Abflugzeiten für die spanischen Ziele: Malage 7:10 Uhr, Alicante 15:50 Uhr, Palma de Mallora 6:55 Uhr. Ryanair fliegt alle vier Ziele bislang auch vom Hunsrück-Flughafen Hahn in Lautzenhausen aus an.

Ryanair investiert für die dazu notwendige Stationierung von zwei Flugzeugen des Typs Boeing 737-800 nach eigenen Angaben 200 Millionen US-Dollar. Laut Medienberichten sollen die Iren dafür einen Sonderrabatt der Fraport AG bekommen haben. Die Flughafengesellschaft öffnet sich damit dem boomenden Marktsegment der Billigflüge, um möglichst keine Passagiere zu verlieren. Ryanair soll auch eine Drehzeit zwischen Flugzeug-Landung und nächstem Start in Frankfurt von maximal 35 Minuten zugesagt worden sein.

 

Sonderrabatte und kurze Drehzeiten versprochen

 

Jets vor Terminal 2 des Flughafens FRA

Jets vor Terminal 2 des Flughafens FRA

Bisher hatten Ryanair und andere Billigflieger den Airport mit dem Kürzel FRA einerseits wegen der relativ hohen Gebühren, andererseits aber wegen vergleichsweise langer Drehzeiten gemieden. Möglich macht die Sonderrabatte eine neue Gebührenordnung, die Fraport zum Januar 2017 einführt. Nachlässe von rund 20 Prozent über zwei bis vier Jahre können laut Branchenkennern dann zum Beispiel Airlines erhalten, die neue Strecken in Europa eröffnen, ein technisch neues Verfahren einsetzen oder mit besonders leisem Gerät fliegen.

Klar ist: Fraport und Ryanair wollen beide wachsen. Denn die Zahl der Flugbewegungen in Frankfurt stagniert seit einiger Zeit. Auch die Zahl der Flugverbindungen des Hauptkunden Lufthansa bleibt ziemlich stabil. Ryanair ist derzeit mit rund 350 Flugzeugen unterwegs. Aber mehr als 200 weitere sind bestellt und müssen beschäftigt werden. Zwei Maschinen sollen nun am Weltflughafen Frankfurt mit seinen vielen Umsteige-Passagieren positioniert werden. Ryanair rechnet mit jährlich rund 400.000 Kunden, die von Frankfurt aus mit Maschinen des Billigfliegers in den Urlaub reisen werden. Das muss die Kranichlinie als einen Stich in ihr Herz empfinden…

 

Kampfansage an etablierte Carrier

 

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Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen FRA

Durchaus vorstellbar sei eine Aufstockung auf acht Flugzeuge in einem Jahr, sagen Luftfahrtexperten und nennen das Ganze eine „glasklare Kampfansage“. Auch von einem „wettbewerbsverzerrenden Subventionierungsmodell“ ist zu hören, welche der Fraport-Hauptkunde Lufthansa – 60 Prozent der Frankfurter Passagiere starten und landen mit der Kranich-Airline – oder auch die Fluggesellschaft Condor wegen des neuen Gebührensystems beklagen. Für Gesprächsstoff in der mit engen Margen kämpfenden und sehr konjunkturabhängigen Branche sowie in der Politik ist also gesorgt. Die vom hessischen Landesminister Tarik al Wazir vorzunehmende Genehmigung wirkt nun plötzlich brisant. Auch das Verhältnis Hessens zum Nachbarland Rheinland-Pfalz, wo Ryanair von Hahn aus operiert, ist tangiert.

Tweet an Ryanair

Nur mit Schmunzeln? Ein Tweet von LH zum Ereignis | Copyright Lufthansa

Lufthansa-Vorstandsvorsitender Carsten Spohr verlangte unterdessen sofort die gleichen Rabatte für LH, wie sie Fraport Ryanair gewähre. Seine Gesellschaft könne auf diese Weise jährlich bis zu 300 Millionen Euro sparen. Spohr bezweifelte, dass die hessische Landesregierung als Aufsichtsbehörde unterschiedliche Gebühren in Frankfurt Rhein-Main Airport genehmigen werde. Andernfalls spiele Lufthansa mit dem Gedanken, seine eigene Billigfluglinie Eurowings in Frankfurt/Main an den Start zu bringen, um Ryanair am Lufthansa-Drehkreuz etwas entgegensetzen zu können. Experten sprechen mittlerweile davon, dass das Entgegenkommen der Fraport AG Ryanair gegenüber das Verhältnis zur Lufthansa deutlich eintrügen werde.

 

Angeblich keine negativen Auswirkungen auf Ryanair-Basis Hahn

 

Welche Auswirkungen die Entscheidung des irischen Anbieters auf seine bisherige Deutschland-Basis im rheinland-pfälzischen Hunsrück-Dorf Lautzenhausen („Frankfurt-Hahn“) haben wird, dazu gibt es noch keine eindeutigen Stellungnahmen von höchster Stelle. Man fragt sich, ob der Hahn nun „gerupft“ wird.

Frankfurt-Hahn

Ryanair-Flugzeuge in Hahn

Der Wert des Flughafens Hahn bemesse sich nicht daran, welche Flüge von der Main-Metropole aus angeboten würden, gab sich eine Sprecherin gegenüber der Landesrundfunkanstalt SWR gelassen. Ryanair habe in persönlichen Gesprächen bestätigt, an beiden Standorten aktiv bleiben zu wollen, so Hanna Koch. Ryanair-Sprecher David O’Brian äußerte sich auf der Pressekonferenz in Frankfurt ähnlich: Man gehe davon aus, dass der Hunsrück-Airport nicht unter der Frankfurt-Entscheidung leiden werde. Er verwies darauf, dass Rynanair in Mailand und Brüssel auch jeweils von zwei Flughäfen in direkter Nähe zueinander abfliege – wie es heißt, ohne Nachteile.

Für den laufenden Prozess des Verkaufs der Flughafens Hahn sehen Branchenkenner allerdings keine guten Aussichten. Der Konkurrenzdruck werde durch die Ryanair-Entscheidung wachsen. Erst kürzlich hatte die Hahn-Betreibergesellschaft mit Ryanair einen längerfristigen Vertrag mit günstigen Bedingungen für die Billigfluglinie unterzeichnet. Experten sehen in dem wachsenden Konkurrenzdruck für den Hahn keine guten Nachrichten.

 

 

Algarve-Flughafen Faro: 7 Millionen Passagiere / Kaum Streikauswirkungen

Der Algarve-Flughafen Faro, am Donnerstag, 27. Oktober, von einem Streik des Sicherheitspersonals betroffen, hat den siebenmillionsten Passagier dieses Jahres empfangen: Eine junge Frau aus Amsterdam, deren Namen die Flughafenadministration nicht nannte, war in einer Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Transavia in Faro gelandet. Die Flughafengesellschaft schenkte der an Sport und Natur interessierten Niederländerin ein „einzigartiges Erlebnis rund um Radfahren und Gastronomie“, wie es hieß.

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Rekordmarke geknackt: Das Flughafen-Management stößt mit Passagier Nr. 7.000.000, einer Niederländerin aus Amsterdam, und ihrem Begleiter an – im Terminal, wo Fluggäste ihr eigenes Fahrrad wieder zusammenmontieren können. Foto: ANA

Der neue Passagierrekord konnte erzielt werden, weil der Flughafen an der Südküste Portugals nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn ein Wachstum von fast 18 Prozent verzeichnete. Ähnliche Wachstumsraten für Übernachtungen in der Hotellerie und für Reisen haben auch die entsprechenden Verbände und die portugiesische Statistikbehörde INE gemeldet. Erst 2014 war in Faro die Marke von sechs Millionen Passagieren überschritten worden. Fluggäste, die am Morgen des Streiktags von Faro aus abflogen, berichteten, dass es keine längeren Schlangen gebe und praktisch keine Streikauswirkungen zu erkennen seien. Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen hatten für den 27. Oktober Streiks an allen portugiesischen Flughäfen angekündigt.

 

Kontinuierliches Wachstum in 50 Jahren

 

Seit der Flughafen Faro vor 50 Jahren in Betrieb genommen wurde, nahm die Zahl der Flüge, der Fluggäste und der Destinationen kontinuierlich zu. Das machte Umbauten schon in den Jahren 1989 und 2001 erforderlich. Es galt, auch der wachsenden Zahl von preisgünstig reisenden, aber doch anspruchsvollen Passagieren einen stets qualitativ hochwertigen Service zu sichern.

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So entwickelte sich die Struktur des Faro-Verkehrs in den vergangenen 20 Jahren. FSC ist die Abkürzung für Full Service Carrier. Quelle: ANA

2015 war die Kapazitätsgrenze des Flughafens erneut erreicht und die Flughafengesellschaft ANA begann Bauarbeiten zur Erweiterung.

Nach der Modernisierung und Erweiterung der technischen Infrastruktur sowie der Erweiterung der Vorfeldfläche sind seit Ende 2015 Bauarbeiten im Gang, die dem Ausbau des Flughafenterminals von 81.200 auf 93.120 Quadratmeter dienen sollen. Wenn der insgesamt mehr als 33 Millionen Euro teure Ausbau im Jahr 2017 beendet ist, werden in Faro, wo es nur eine einzige Start- und Landebahn gibt, 30 Flüge pro Stunde abgefertigt (derzeit 24) und bis zu 6.000 Fluggäste (derzeit 4.800) pro Stunde und acht Millionen Fluggäste pro Jahr betreut werden können.

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So soll der Flughafen Faro nach dem Ausbau im Jahr 2017 aussehen, sagt ANA

 

Zielflughafen für Regionen Algarve und Huelva (Spanien)

 

Die Flughafengesellschaft war in den vergangenen Jahren bemüht, sich als Ziel für Reisende zu positionieren, die sowohl an der Algarve als auch an der spanischen Nachbarregion Huelva interessiert sind. Den größeren Einzugsbereich sieht ANA sogar noch weiter nach Andalusien hineinragen. Dies zeigt eine Grafik, die bereits im Master-Entwicklungsplan von 2007 veröffentlicht wurde. Die wichtigsten konkurrierenden Flughäfen für Faro sind in Spanien vor allem Sevilla und Malaga.

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Einzugsbereich des Flughafens Faro. Quelle: ANA

Faro ist ein typischer Ferienflughafen, der von Spitzenbelastungen in den Sommermonaten geprägt ist – vor allem an den Wochenenden, also den Wechseltagen in den Unterkünften. Sein Verkehrsvolumen stammt überwiegend aus dem Norden und Westen Europas. Es handelt sich meistens um Linienflüge, hauptsächlich von Billigfluggesellschaften wie Ryanair, Easyjet, Transavia oder Monarch ausgeführt. Der Charterflug-Anteil geht seit Jahren ständig zurück.

 

Sommer-Wochenenden: Von 8 bis 10 Uhr ist’s am engsten

 

Es gibt zwei Hauptankunftszeiten in Faro: Die eine liegt zwischen 8 und 10 Uhr und ist die aufkommensstärkste, die andere zwischen 17 und 19 Uhr. Weil es sich meistens um eng bestuhlte Flugzeuge handelt, warten dann besonders viele Gäste an den Gepäckbändern auf ihre Koffer. Die Flughafenfläche umfasst 81.200 Quadratmeter und könnte künftig noch um fast 12.000 Quadratmeter erweitert werden – in Richtung Norden und Osten.

Wie aus dem Jahresbericht 2015 der portugiesischen Flughafenholding, der ANA-Gruppe, hervorgeht, entspricht die Zahl der Fluggäste in Faro nur knapp einem Drittel des Werts von Lissabon. Bei den Flugbewegungen ist es gut ein Viertel (27 Prozent). Von allen Flughäfen der ANA-Gruppe weist Faro mit 88 Prozent den höchsten Wert an verkauften Sitzplätzen auf. Auf allen anderen Feldern weist das Wirtschaftszentrum Porto im Norden des Landes höhere Flughafenzahlen auf.

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Aus dem Jahresbericht 2015 der ANA-Gruppe

 

Ryanair mit 28 Prozent der Faro-Passagiere Nummer Eins

 

 

Ryanair-JetDen größten Marktanteil in Faro deckt der irische Billigflieger Ryanair mit 28 Prozent ab, gefolgt von Easyjet (17 Prozent) und Monarch (10 Prozent). Jet2.com und Transavia kommen auf jeweils 7 und Air Lingus auf 5 Prozent. Jeweils 3 Prozent entfallen auf Airberlin und die portugiesische Linienfluggesellschaft TAP. Thomson, British Airways, TUI und Lufthansa haben jeweils 2 Prozent Anteil, ein noch geringeres Stück vom „Kuchen“ entfällt z.B. auf Norwegian, Germanwings und Brussels Airlines. Dominiert wird der Markt der Faro-Flüge durch Großbritannien: Das United Kingdom kommt allein auf einen Anteil von 54 Prozent unter den Algarve-Flugreisenden.

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So verteilte sich der Faro-Flugverkehr über die Monate des Jahrs 2015. Lugares = Orte, Pax = Passagiere, LF = Ladefaktor. Quelle: ANA

 

Flughafen Faro regt u.a. mehr Deutschland-Flüge an

 

Als bislang zu wenig bedient bezeichnet die Abteilung Streckenentwicklung des Airport-Managements in Faro diese Ziele bzw. Strecken oder Verbindungen:

EUROPA: Belfast, Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Billund, Bournemouth, Bremen, Brüssel, Cork, Danzig, Doncaster, Dortmund, Düsseldorf, Edinburgh, Frankfurt, Genf, Groningen, Hamburg, Hannover, Helsinki, Köln/Bonn, Kopenhagen, London-Heathrow, Londonderry, Madeira-Funchal, Madrid, Memmingen, Oslo, Paris-CDG, Azoren-Ponta Delgada, Posen, Prag, Shannon, Stockholm, Stuttgart, Breslau, Warschau

NORDAMERIKA: Toronto

Chancen für potenzielle neue Verbindungen sieht der Flughafen Faro speziell hier:

EUROPA: Aberdeen, Antwerpen, Bologna, Bukarest, Dresden, Innsbruck, Inverness, Istanbul, Jersey, Maastricht, Mailand, Moskau, Neapel, Nizza, Norwich, Rom, Sofia

AFRIKA: Marrakesch, Kap Verdische Inseln.

 

 

Eurowings: Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO ruft zu Streik am Donnerstag auf

 

Aktualisiert: 27.10.2016, 06:05 Uhr MESZ.

Eurowings

Eurowings-Jet mit österreichischer Registrierung am Flughafen Faro

 

Am Donnerstag, 27.10.2016, werden Flugbegleiter der Lufthansa-Billigtöchter Eurowings und Germanwings in Streik treten. Das kündigte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo heute an.

Im Wortlaut: „Nach dem gescheiterten Einigungsversuch mit der Geschäftsführung der Eurowings ruft die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) alle Mitglieder und Kabinenbeschäftigten der Eurowings GmbH auf, am morgigen Donnerstag, den 27.10.2016 in der Zeit von 00:00 Uhr bis 24:00 Uhr an den Standorten Düsseldorf und Hamburg für die Dauer von 24 Stunden die Arbeit niederzulegen.“ Und weiter:  „Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Eskalation kommen musste. Die Verhandlungen sind jedoch an einen Punkt gekommen, an dem es zu einem Streik keine Alternative gibt. Besonders bei unseren Gästen möchten wir uns bereits jetzt für die entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigen“, so Nicoley Baublies, UFO-Vorstand und Leiter Tarif.“

Wenige Minuten nach dieser Erklärung weitete Ufo den Streik auch auf Germanwings-Flüge aus.

Eurorings und Germanwings bedienen unter anderem auch die Flughäfen Faro, Lissabon und Porto.

 

Als definitiv abgesagt erklärte Eurowings (Stand: 06:00 Uhr MESZ) u. a. folgende Flüge:

27.10.2016 10:00 12:05 4U 602 Köln-Bonn Lissabon abgesagt
27.10.2016 12:45 16:30 4U 603 Lissabon Köln-Bonn abgesagt

 

Der bisher letzte Einigungsversuch mit der Geschäftsführung der Lufthansa-Tochter Eurowings war zuvor fehlgeschlagen.

Der Tarifkonflikt zwischen Ufo und Eurowings schwelt bereits seit rund drei Jahren. Im Wesentlichen geht es um die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und einer Arbeitgeber unterstützten Altersversorgung der Flugbegleiter. Die Fluggesellschaft steuert mit derzeit 23 Flugzeugen und etwa 400 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern von Düsseldorf und Hamburg Ziele in Europa an.

Die Kabinen-Crews von Eurowings werden schlechter vergütet als Lufthansa-Angestellte.

 

„Keine andere Wahl“

 

Ufo sieht die Schuld für das Scheitern der Tarifverhandlungen bei Eurowings. Es bleibe der Gewerkschaft Ufo nach eigenen Angaben „keine andere Wahl“, als seine Mitglieder zum Streik aufzurufen, teilte die Ufo mit.

Die Flugbegleitergewerkschaft hat der Eurowings-Verhandlungsführung nach eigenen Angaben ein konkretes Forderungspaket übergeben. Sie fordert die Absicherung der Arbeitsplätze, eine arbeitgeberfinanzierte, betriebliche Altersvorsorge sowie eine Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter in der Kabine. All dies führe „bestenfalls zum Anschluss der Eurowings-Mitarbeiter an die restlichen Mitarbeiter in den Flugbetrieben der Lufthansa“, sagte Nicoley Baublies, Tarifvorstand der Ufo.

In einer Videobotschaft, die Ufo bereits am Sonntag veröffentlicht hatte, hat Baublies ausführlicher die Hintergründe des Tarifkonflikts erläutert.

 

Von Eurorings war indes keine unmittelbare Reaktion auf die Streikankündigung zu bekommen. Laut Spiegel online habe ein Unternehmenssprecher mit Unverständnis auf die Bekanntmachung reagiert. „Wir haben der Ufo gestern eine Schlichtung zu allen offenen Tarifvertragsthemen angeboten“, sagte er in Düsseldorf.

 

Quellen: Ufo e..V., dpa, Reuters, Spiegel online

 

Weitere Informationen und Empfehlungen für Fluggäste

 

Algarve für Entdecker wird Sie über weitere Entwicklungen, wie Flugstreichungen u.ä. Informiert halten.

Auf dieser Seite von Spiegel online finden Sie wertvolle Tipps und Empfehlungen, die Sie in Bezug auf Flüge beachten sollten, sofern Sie amm 27.10.2016 an Bord von Germanwings oder Eurorings gebucht sind…

 

Neues Programm „365 Algarve“ soll die südlichste Region Portugals auch in der Nebensaison attraktiver machen

Kampagnen-Logo

 

Am Samstag, 1. Oktober, ist das mit 1,5 Millionen Euro geförderte neue Kulturprogramm „365 Algarve“ angelaufen. Es soll helfen, die Region für Touristen und Residenten zu einem ganzjährig interessanten Ziel zu machen, vor allem auch in der Nebensaison und im Winter. Gestartet wurde das zunächst für acht Monate geplante Programm mit Veranstaltungen in den Städten Tavira, Faro und Lagoa. Geboten werden bis Mai kommenden Jahres insgesamt 1.000 Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen, Feste und gastronomische Events.

Auf der Veranstaltung „Better Living in Portugal“ am 8. und 9. Oktober in der Portimão-Arena wird der Tourismusverband ATA (Algarve Tourism Agency) Einzelheiten bekanntgeben. Auch die neuen Angebote für Radfahrer und Wanderer sowie die neuen Flugverbindungen für Faro in diesem Winter sollen vorgestellt werden.

 

Programmmanagerin ist Dália Paulo

 

Programmmanagerin

Dália Paulo

Dália Paulo, Leiterin von „365 Algarve“, wies in einem Gespräch mit dem Magazin Sul Informação darauf hin, dass das Programm komplett von Kulturverbänden und Gemeinden der Algarve erstellt worden sei. Das stärke Partizipation und Identität. In den acht Monaten zwischen Oktober 2016 und Mai 2017 wird es nach Paulos Angaben in der Region zwischen Aljezur und Alcoutim an 51 Stellen 63 Projekte mit mehr als 1.000 Events geben.

„Wir glauben, mit unserem Programm den Puls der Region zu fühlen. Wir zeigen, was sie zu bieten hat, was sie teilen will. Es geht um Sorgen der Region, aber auch um das Beste, was wir Bewohnern und Besuchern bieten können“, sagte die Programmmanagerin von „365 Algarve“. Es handele sich um ein Programm, das auf der Identität der Gegend und ihrer zeitgenössischen Kunst beruhe, so Paulo.

 

Spätestens im März soll das Folgeprogramm stehen

 

Schon jetzt plant sie das Programm für den Folgezeitraum Oktober 2017 bis Mai 2018. Spätestens im März will die erfahrene Kulturmanagerin die Ergebnisse präsentieren. „Dann können wir tun, wozu wir in diesem Jahr keine Chance hatten, nämlich frühzeitig die touristischen Quellmärkte anzusprechen“, hofft Paulo.

Mehr Informationen zum neuen Kulturprogramm gibt es hier: https://www.facebook.com/365.Algarve.EveryDayCounts. Die für den Monat Oktober geplanten Veranstaltungen finden sich in dieser Übersicht:

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oder http://www.visitalgarve.pt/pressroom.file.php?fileID=217&file=encarte_web.pdf.

Details zur Veranstaltung Better Living in Portugal sind hier erhältlich: http://www.afpop.com/de/afpop-latest-news-1?aid=1&bx=1.

 

 

Charity-Auktion: Traum-Nächte für einen sehr guten Zweck

 

 

Pine Cliffs Resort

 

Die Algarve und das erst kürzlich ausgezeichnete Pine Cliffs Resort stehen im Mittelpunkt der Charity-Auktion von United Charity zu Gunsten einer Kampagne von DKMS Life. Zu ersteigern sind drei Übernachtungen für zwei Personen in einem der beiden 5-Sterne-Hotels der Sheraton-Gruppe an der Algarve.

Der gute Zweck, der mit 100 % des Auktionsertrags unterstützt wird, ist eine Kampagne von DKMS Life:  Unter dem Titel „look good feel better“ schulen Kosmetikexpertinnen in kostenfreien Seminaren Mädchen und Frauen, die an Krebs erkrankt sind, und zeigen ihnen, wie die äußerlichen Folgen der Krebs-Therapie – Hautflecken oder Wimpernverlust – kaschiert werden können. Das Motto, das zu mehr Lebensmut ermuntern soll und so neue Lebensqualität aufzubauen hilft, heißt „Hilfe zur Selbsthilfe: sich wohler fühlen durch gutes Aussehen“.

 

Eine Auktion für einen guten Zweck, an der Sie sehr bequem teilnehmen können

 

DoppelzimmerDie Charity-Auktion liegt in den vertrauenswürdigen Händen von United Charity, dem größten Charity-Auktionsportal in Europa.  Eine Teilnahme ist denkbar einfach. Sie finden alle wichtigen Informationen – Auktionsbeschreibung, Leistungsbeschreibung und eine Beschreibung des Hilfsprojekts -, die Sie zu dieser Gelegenheit brauchen, auf einer Webseite. Für Ihren Komfort hat United Charity die wesentlichen Fragen und Antworten zum Bieten direkt auf der Seite verlinkt:

  • Muss ich mich registrieren, um mitzubieten?
  •  Ich habe mein Passwort vergessen – was nun?
  •  Sehen andere meine Angaben?
  •  Sind meine persönlichen Daten geschützt?
  •  Wie biete ich mit?
  •  Wann bietet die Charity-Fee mit?
  •  Kann ich ein Maximalgebot abgeben?
  •  Kann ich ein Gebot zurücknehmen?
  •  Warum können sich Auktionen kurz vor Angebotsende verlängern?

 

Hier kommen Sie zur Auktion…

 

Bieten können Sie bis zum 12. Oktober 2016, 17:00 Uhr.

Das Leistungspaket können Sie bis zum 15. März 2017 einlösen.

 

Drei Übernachtungen für zwei Personen im preisgekrönten Pine Cliffs Resort

 

Auf den Klippen swe Felsküste Der Auktionsgegenstand ist bezaubernd: ausgelobt ist ein Paket der Sheraton-Hotelgruppe an der Algarve. Es geht um drei Übernachtungen für zwei Personen mit Frühstück im „Pine Cliffs Hotel“ oder dem „Pine Cliffs Residence“ nahe des portugiesischen Fischerorts Albufeira.

Die Anlage zählt zu den gelungensten Urlaubsanlagen Europas und wurde erst vor wenigen Wochen als „Europe’s Leading Family Resort 2016“ von Reiseexpertinnen und -Experten mit einem „World Travel Award“ ausgezeichnet („Ausgezeichnete Qualität bei führenden Hotels des Südens von Portugal“).

Portugiesische ArchitekturDas gesamte Resort verbindet eine architektonische Anlage, die sehr deutlich in den Traditionen der maurischen und südportugiesischen Architektur beheimatet ist, mit Eleganz, Luxus und einen vorzüglichen, sehr persönlichen Service, der dem Management den „Tourismus-Oscar“ eingebracht hat.

Die Lage des Resorts ist spektakulär: unmittelbar an der atemberaubenden Felsküste direkt an einem der schönsten Strände der Algarve gelegen, ist das Resort nur einen Steinwurf von einem der bekanntesten Golfplätze Portugals entfernt.

Die Anlage mit beiden Hotels verfügt über alle Annehmlichkeiten, die 5-Sterne-Hotels bieten können. Mit vielfältigsten Sportmöglichkeiten und einem erstklassigen Wellness-Angebot, Kinder-Dorf u.ä. ist Pine Clliffs ein Erlebnis für alle Sinne.

 

Ihr Algarve-Erlebnis für einen guten Zweck: DKMS Life „look good feel better“

 

Haus und ein PoolJedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 230.000 Mädchen und Frauen neu an Krebs. Die Diagnose Krebs und die Auswirkungen der damit verbundenen Therapien sind für Körper und Seele nicht leicht zu bewältigen. Infolge der Behandlung leiden die meisten Frauen an schwerwiegenden, wenn auch vorübergehenden äußerlichen Veränderungen. Durch Haarausfall, Wimpern- und Augenbrauenverlust oder starke Hautirritationen verlieren viele ihr Selbstwertgefühl und fühlen sich zusätzlich von der Krankheit gezeichnet. „Sich als Frau wieder schön fühlen“, wirkt sich besonders in dieser Situation positiv auf die Psyche und das Selbstbewusstsein aus. Eine positive Lebenseinstellung und der lebensbejahende Umgang mit der Erkrankung unterstützen nachweislich wiederum den Heilungsprozess.

Mit dem Patientenprogramm „look good feel better“ macht es sich die DKMS Life gemeinnützige Gesellschaft mbH seit mehr als 20 Jahren zur Aufgabe, Krebspatientinnen während der Therapie Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit den äußeren Veränderungen anzubieten: In kostenfreien Kosmetikseminaren für Krebspatientinnen erhalten betroffene Mädchen und Frauen, die sich in Therapie befinden, professionelle Tipps zur Gesichtspflege und zum Schminken. Sie erlernen besondere Techniken, um Augenbrauen und Wimpern natürlich nachzuzeichnen oder beispielsweise Hautflecken, die aufgrund der Bestrahlung entstanden sind, unauffällig abzudecken.

Garten mit PoolZiel ist es, den Krebspatientinnen Lebensqualität, Würde und damit verbunden Hoffnung in einer sehr schwierigen Lebensphase zu schenken. Die look good feel better Kosmetikseminare sollen Patientinnen neuen Lebensmut vermitteln, der weitgreifende Auswirkungen beinhalten kann: mehr Selbstannahme, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und damit verbunden eine positive innere Haltung, die sich auch positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann.

DKMS Life ist 100%ige Tochter der DKMS Stiftung Leben Spenden (DSLS). Eine weitere Tochter der Stiftung ist die DKMS. Die gemeinnützige Gesellschaft ist im Kampf gegen Blutkrebs die größte Datei potenzieller Stammzellspender weltweit.

 

Referenzen, die sich sehen lassen können

 

Sowohl DKMS Life als auch United Charity sind Organisationen, die gemeinnützig arbeiten – und deren Aktivitäten immer wieder in den Fokus positiver Berichterstattung rücken. So hat unter anderem die „Gießener Allgemeine“ im Juli dieses Jahres unter dem Titel „Wir sind schön“ über look good feel better und DKMS Life berichtet.

Der Südwest Rundfunk (SWR) berichtete kürzlich über eine Charity-Auktion, die United Charity durchgeführt hat, unter dem Titel „Ein Prachtstück in echter Handarbeit„, und das Magazin „Focus“  schrieb im August über eine United Charity-Auktion unter dem Titel „Rihanna – Kölner Konzert-Gitarre unter dem Hammer„.

Ich bin stolz. dass unsere Redaktion von United Charity angesprochen wurde, um diese Auktion vorstellen zu dürfen.

 

Noch ein kleiner Appetithappen:

 

Video: Copyright pinecliffs.com

 

Jetzt wünsche ich Ihnen viel Erfolg – Sie helfen mit Ihrer Teilnahme!

 

Sehr herzlich

 

Ihr

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Alexander Kroll

 

 

 

 

50. Golfjahr an der Algarve wird goldener denn je

Golfer beim Abbschlag

Für das ganze Jahr 2015 hatte die Algarve Tourism Association (ATA) schon 1,2 Millionen Runden gezählt, die Golfer auf den 40 Plätzen an der Südküste Portugals spielten. Jetzt wartet der Verband mit Zahlen auf, die auf einen neuen Rekord für 2016 hindeuten: In den ersten sechs Monaten sind mit 691.676 Golfrunden rund 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum registriert worden.

„In diesem besonderen Jubiläumsjahr, in dem wir 50 Jahre Golf in der Region feiern, sind diese Ergebnisse sehr ermutigend“, sagte ATA-Geschäftsführerin Dora Coelho. Ihre Organisation, die für die Förderung des ausländischen Algarve-Tourismus zuständig ist, glaube, dass der positive Trend andauern werde. Coelho verwies auf die Strategie partnerschaftlicher Werbung, die ATA mit den privaten Unternehmen im Golf-Tourismus verfolge.

Pine Cliffs Golf resort

Pine Cliffs – eine der spektakulärsten Anlagen | Foto Algarve Promotion Bureau

Touristische Angebote rund um das Golfspiel sind für die Algarve von hoher Bedeutung, weil sie die Saisonalität der Nachfrage entzerren und die starke Abhängigkeit von den Sonnen- und Strand-Urlaubern verringern helfen. Derzeit weist die Algarve nach ATA-Angaben rund 40 Golfplätze auf, die über die gesamte Region verteilt sind. Wegen der hohen Qualität der Infrastruktur und wegen des guten Wetters gilt die Algarve als eine exzellente Golf-Destination für den ganzjährigen Spielbetrieb. Nach Angaben des Hotelier-Verbands AHETA spielten Golfer mit ihren Gebühren 2015 rund 75 Millionen Euro für die Algarve ein.

Die international anerkannte Qualität des Golf-Angebots an der Algarve habe auch während der Krisenjahre zwischen 2008 und 2011 gehalten werden können, so die Organisation ATA. Der Verband hebt als Märkte, die erhöhtes Interesse am Golf-Tourismus haben und zu dem positiven Trend für die Algarve beitragen, vor allem Großbritannien, Irland, Deutschland und die Niederlande hervor. Dänemark und Schweden gelten als Märkte mit Entwicklungspotenzialen für die Algarve, ebenso Frankreich, das 2016 aber bereits erhöhte Nachfrage zeigte.

 

„Belfast Newsletter“: Begeistert von Golf-Infrastruktur und -Service

 

Wie beeindruckend ausländische Golfer die Art und Weise finden, in der die Algarve auf diese Sportart ausgerichtet ist, konnten erst Ende August die Leser des Belfast Newsletter nachempfinden.

Ein kleiner See in der Golf-Anlage

Fast naturbelassene Kurse… | Foto Algarve Promotion Bureau

Dort zeigte man sich begeistert „von der Infrastruktur und dem Service“. Das Verständnis der Algarve-Touristiker für die Bedürfnisse und Anforderungen der Golfer sei „kaum zu übertreffen“, hieß es.

Verwiesen wurde zum Beispiel auf die regelmäßigen und häufigen Shuttle-Services der Hotels. Hilfskräfte stünden zur Seite, wenn es nach Ankunft auf dem Platz gelte, die Schläger in die Buggies zu verladen oder zeitweilig in einem Rack zu deponieren. Platz fürs Spiel und für Abschlagübungen gebe es „in Hülle und Fülle“, so der Belfast Newsletter, ebenso viele Wahlmöglichkeiten hinsichtlich des Schwierigkeitsprofils und des Preises. Hinzu kommt: Schlägersets können vor Ort von denen gemietet werden, die ihre eigene Ausrüstung nicht von zu Hause mitnehmen wollen.

 

Angaben über die Zahl der Golfplätze variieren

 

Algarve at it's best

Oceânico Victoria | Foto Algarve Promotion Bureau

Angesichts der Bedeutung von Golf für die Algarve ist die Tatsache umso erstaunlicher, dass bei der Zahl der Golfplätze an der Algarve die Angaben im Internet variieren.

Das Portal 1Golf.eu kommt auf eine Liste mit 34 Positionen, die Webseite Algarve-Golfplätze.de zählt 38 Plätze und stimmt damit mit der Angabe des Golfclubs „Algarve Eagles“ überein. 37 Plätze umfasst hingegen die Liste von algarvegolf.net.

Je nach Größe und Schwierigkeitsgrad des Golfkurses staffeln sich die Kosten fürs Spiel, die so genannten „Greenfees“. Eine Übersicht auf der Webseite http://www.algarve-portal.com nennt eine Bandbreite von 32 bis 220 Euro.

 

In Portimão stand 1966 die Wiege des Algarve-Golfs

 

Golf-Anlage

Foto Algarve Promotion Bureau

Die Wiege des Golfs an der Algarve stand 1966 in Portimao: „The Sir Henry Cotton Championship Course“ im Penina-Gebiet entstand, entworfen von der britischen Golf-Größe Henry Cotton. Vor allem die mehr als 300 Sonnentage pro Jahr an der Algarve hatten ihn begeistert. Seitdem entwickelte sich Golf zu einer der wichtigsten Säulen des Algarve-Tourismus.

Für die Sportler ist das Gesamtangebot wichtig. Tourismusbetriebe bieten ihnen Komplettpakete an, vor allem erstklassige Unterkünfte mit Wellness-Bereichen. Das 50-jährige Jubiläum feiert der Tourismusverband der Algarve mit der Initiative „Golden Tee“. An den größten Golfplätzen gibt es goldene Golftees, speziell für das Jubiläum angefertigt. Jeder eingeschriebene Spieler kann sie benutzen und dabei gewinnen: RTA hat für die Gewinner 50 kostenlose Greenfees für die Golfplätze in der Algarve für 2017 ausgesetzt. „Es soll ein goldenes Jahr für die Algarve werden“, sagte der Präsident des Tourismusverbandes, Carlos Luís, mit Blick auf das Golf-Jubiläum.

 

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Warum Portugals niedrige Asylbewerber-Quoten nicht auf Fremdenfeindlichkeit hinweisen

Schulmädchen

 

Kürzlich hat Eurostat, dass statistische Amt der Europäischen Union, Zahlen zu einem Themenbereich veröffentlicht, der viele bewegt: Asylbewerbungen und Flüchtlingsströme. Unter anderem zeigen die Zahlen, dass Portugal zu den EU-Mitgliedern zählt, die gemessen an der Bevölkerungszahl die niedrigste Asylbewerberquote aufweisen. Warum das Land an der Südwestspitze von Kontinentaleuropa dennoch nicht als fremdenfeindlich angesehen werden kann, lesen Sie hier.

Asylbewerbungen

Die Entwicklung der Zahl der Asylbewerbungen in der EU | Quelle: Eurostat

Wie Eurostat feststellt, ist in den EU-Mitgliedsstaaten von April bis Juni die Zahl der Personen, die dort erstmals Asyl beantragt haben, um sechs Prozent gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres gestiegen. Für Deutschland wie für Portugal lag das Wachstum sogar bei jeweils sieben Prozent. Die Gesamtzahl lag EU-weit bei 305.700 Antragstellern. Das entspricht dem Dreifachen des Wertes von Anfang 2014 und liegt in etwa auf dem Niveau von Mitte vergangenen Jahres. Deutschland zählte im zweiten Quartal dieses Jahres allein 186.745 Asylbewerber, Portugal hingegen nur 160 Asylsuchende.

Schauen wir uns zunächst die Zahlen, die von Eurostat stammen, etwas genauer an. Die nationale portugiesische Behörde INE macht auf ihrer Webseite zum Thema Asyl leider keine Angaben. In Portugal entscheidet die Fremdenpolizei SEF über gestellte Asylanträge – weitgehend eigenständig. Es gibt kaum Informationen über ihre Arbeit.

Setzt man die von Eurostat berichtete Zahl erstmaliger Asylbewerber ins Verhältnis zur Einwohnerzahl des Landes, in dem der Antrag gestellt wird, sind laut Eurostat Deutschland, Ungarn, Österreich und Griechenland am stärksten gefordert. Während es in Deutschland im zweiten Quartal 2016 rund 2.273 Asylbewerber je eine Million Staatsbürger waren, lag der Wert für Ungarn bei 1.517, für Österreich bei 1.241 und für Griechenland bei 1.113.

 

Nur Slowakei und Rumänien haben geringere Asylbewerber-Quoten als Portugal

 

Portugal gehört zu den EU-Ländern mit den niedrigsten Asylbewerber-Quoten. So sehen in diesen Staaten die Werte pro eine Million Einwohner aus:

Asylbewerber EU-weit

Asylbewerber EU-weit. Stand 2015 | Quelle: Eurostat

Slowakei: 2

Rumänien: 11

Portugal: 15

Litauen: 24

Estland: 26

Tschechien: 26

Der Durchschnittswert für alle EU-Mitgliedsländer lag im zweiten Quartal bei 599 erstmaligen Asylbewerbern je eine Million Einwohner. Nur zum Vergleich der Dimensionen: Libanon mit seinen vier Millionen Einwohnern hat bislang 1,2 Millionen Menschen aus dem Nachbarland Syrien aufgenommen.

Allerdings berücksichtigt der Verhältniswert von Asylbewerbern pro Einwohner nicht ausreichend die Wirtschaftskraft eines Landes, die für die Bewältigung des Zustroms von Zuflucht suchenden Verfolgten, die aus ihren Ländern geflüchtet sind, wichtig ist. Andere Faktoren müssen bei der Bewertung der Aufnahmefähigkeit eines Landes mitberücksichtigt werden, etwa das Bruttoinlandsprodukt oder das Steueraufkommen.

Für die Verteilung von Asylsuchenden innerhalb Deutschlands auf die Bundesländer berücksichtigt der so genannte „Königsteiner Schlüssel“ bereits gewichtete Indices wie Einwohnerzahl (ein Drittel) und Steueraufkommen (zwei Drittel). Etwas Ähnliches könnte Schule machen in Europa – mit entsprechend unterschiedlichen Auswirkungen auf die Mitgliedsländer. Deutschland und Schweden dürften wohl entlastet werden. Die großen EU-Mitglieder Frankreich und Großbritannien wären jedoch sicher für mehr Asylsuchende zuständig: Der französische Anteil würde sich – wie Medien ausrechneten – danach fast um die Hälfte erhöhen, der britische verdreifachen. Auch für Portugal und Spanien wäre die Konsequenz, dass sie stärker ins Obligo gehen müssten.

 

Portugal registrierte 2015 nur gut 710 Asylanträge – warum?

 

Fakt ist jedenfalls: In Portugal sind bislang nur wenige Flüchtlinge angekommen; einen Massenandrang gab es auf der ganzen iberischen Halbinsel nicht. Nachbar Spanien meldete 2015 gut 10.200 gestellte Asylanträge, Portugal nur etwas mehr als 710. Laut dem Portal statista.com liegt die monatliche Zahl der Asylbewerber-Erstanträge in Portugal seit Juni 2015 jeweils deutlich unter 90. Der niedrigste Stand in den vergangenen zwölf Monaten wurde im Februar 2016 mit 35 Erstanträgen in Portugal verzeichnet.

Zusammen mit Spanien hatte Portugal zunächst gegen einen verpflichtenden Schlüssel zur Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Mitgliedsländer votiert, sich dann aber im Februar dieses Jahres bereiterklärt, im Rahmen der Flüchtlingsumverteilung bis zu 10.500 Menschen aufzunehmen – als Zeichen der Solidarität. Das Land, das viele Jahre als Defizitsünder dastand, möchte in einer Zeit, da sich vor allem osteuropäische EU-Länder abschotten, sicher auch ein wenig glänzen.

 

Portugal wartet auf Flüchtlinge

 

„Portugal wartet ungeduldig auf Flüchtlinge“, schrieb die Schweizer NZZ Anfang Juni und stellte „viel Gastfreundschaft – aber wenig Andrang“ fest. Welche Gründe gibt es dafür, dass es so wenige Flüchtlinge in den Westen der iberischen Halbinsel zieht?

Fluchtrouten

Ein Blick auf eine Skizze wesentlicher Fluchtrouten

Ein Blick auf die Landkarte lässt schnell erkennen, dass die Fluchtrouten nach Ost- bzw. Zentraleuropa deutlich kürzer sind als nach West- oder Nord-Europa. Hinzu kommt: Die meisten Flüchtlinge wählen ihre Ziele aufgrund allgemein zugänglicher Informationen aus und versuchen, in die Nähe bereits neu angesiedelter Familienmitglieder oder kleiner Kolonien ihrer Landsleute zu gelangen.

Dies alles lässt Portugal nicht gerade einen bevorzugten Platz auf der Ziel-Liste von Flüchtenden haben. Beobachter gehen davon aus, dass das Land an der Südwestspitze Kontinentaleuropas unter vielen Flüchtenden kaum bekannt ist. Und kriminelle Schleuserbanden dürften mit weit überzogenen Versprechungen, beispielsweise für Wohnungen und Wohlstand, eher für eine Flucht in näher gelegene und/oder wohlhabendere EU-Mitgliedsländer werben.

Flüchtlinge willkommenUnter portugiesischen Innenpolitikern hat es um die Aufnahme von Flüchtlingen bislang praktisch keinen offen ausgetragenen Diskurs gegeben. In der Ausländerpolitik gibt es unter den großen Parteien meist einen Grundkonsens. Eine fremdenfeindliche Bewegung, mit der deutschen Pegida vergleichbar, ist bislang nicht sichtbar geworden. Portugal hat Platz und Institutionen und Organisationen, die sich um Fremde kümmern können. Das Land braucht, genau genommen, sogar den Zustrom von arbeitsfähigen Menschen. Denn es hat die niedrigste Geburtenrate der EU und gleichzeitig wandern viele junge Portugiesen ins Ausland ab, um dort berufstätig zu sein.

 

Meistens Syrer, aber auch viele Afghanen und Iraker

 

Zurück zur Quelle Eurostat. Wie das Amt berichtet, führten im zweiten Quartal nach wie vor Syrer die Liste der Asylsuchenden an, vor Afghanen und Irakern. Auf diese drei Gruppen entfielen fast 60 Prozent aller Asylbewerber.

Laut Eurostat wurden die meisten erstmaligen Asylbewerber in Deutschland registriert (61 Prozent). Danach folgen mit weitaus kleineren Anteilen Italien (9 Prozent), Frankreich (6 Prozent), Ungarn (5 Prozent) und Griechenland (4 Prozent). In Griechenland und Ungarn verdoppelte sich die Zahl der Asylsuchenden im zweiten Quartal 2016, in Polen (plus  65 Prozent) und in Spanien (plus 37 Prozent) stieg sie deutlich. In den nordischen EU-Mitgliedsstaaten sowie in Belgien, den Niederlanden und Österreich wurden hingegen deutliche Rückgänge verzeichnet.